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Jerry Cotton Rezension Band 2560

Der Spezialist
Jerry Cotton Band 2560
von Jerry Cotton

64 Seiten/1,50 €
Bastei Verlag (Verlagsgruppe Lübbe)

Direkt im Anschluss an Band 2559 – „Tödliche Versprechen“ habe ich nun Band 2560 „Der Spezialist“ gelesen.
Nachdem in New York das dritte Kind verschwunden ist und auch bald noch ein viertes verschwindet, werden Jerry Cotton und Phil Decker eingeschaltet. Zuerst vermutet man einen Pornoring. Doch dann kommen die beiden auf die Spur eines verrückten Wissenschaftlers, der Experimente am menschlichen Objekt durchführt.
Ungeachtet der Tatsache, dass die Täter bzw. Drahtzieher wie schon im letzten Roman von Anfang an bekannt waren, entwickelte sich „Der Spezialist“ von einer durchschnittlichen Story zu einem rasanten Krimi, bei dem mir besonders der rasante Teil ab ca. Seite 45 sehr gut gefallen hat.

Aber nicht nur damit kann die Story glänzen, denn – endlich! – steht Sarah Hunter, neben Phil, Mr. High und June Clark meine absolute Lieblingsfigur in der Cotton-Serie, einmal wieder an Jerrys Seite. Wunderbar! Sarahs Auftritt nahm glücklicherweise den größten Teil der Ermittlungen ein – hat mir sehr gut gefallen, wobei sich mir während des Romans doch die Frage stellte: Haben denn Ruby O’Hara und Sarah keine gemeinsamen Fälle mehr zu lösen, sodass Sarah einfach von der einen Sekunde zur anderen wieder, wenn auch nur für kurze Zeit, zu Jerrys Partnerin werden kann? Na ja, wie dem auch sei, das hat mir wirklich gut gefallen. Und da gab’s noch einen Punkt, was diesen Roman für mich zu einem der wirklich guten Cottons 2006 werden lässt. Endlich erscheint Doc Reiser mal wieder auf der Bildfläche! Wie lange ist es her, dass Dr. Reiser bei Jerry und Phils Ermittlungen in Aktion getreten ist? Ich fragte mich zeitweise schon, wieso man solche Figuren, die ja doch des Öfteren in den Romanen vorkamen (wohl auch, um die Sache glaubwürdiger zu machen und nicht so erscheinen zu lassen, als gäbe es für jeden einzelnen Fall von Jerry und Phil einen eigenen Doktor) erst eingeführt hat, wenn man sie dann doch monatelang oder für noch längere Zeit in der Versenkung verschwinden lässt, aber endlich gab es in diesem Roman mal wieder einen Auftritt von Reiser. Das Wiedersehen hat mich wirklich außerordentlich gefreut.
Gestört hatte mich die Einfältigkeit/Dummheit der Studenten, die für den Professor die Kinder entführt haben. Wie blöd müssen solche Gangster sein, mit ihrem eigenen Wagen sowie dem dazugehörigen Kennzeichen loszufahren, um Kinder zu entführen? Sorry, aber das war keine Glanzleistung; wenn denn hätten sie mindestens das Kennzeichen austauschen, wenn nicht sogar besser einen Wagen stehlen sollen. Man muss die FBI-Agenten ja nicht mutwillig auf die richtige Spur lenken… ;-)

Fazit: Dieser Roman glänzt an sich gar nicht mal unbedingt durch die Story, die für mich erst ab ca. der Hälfte richtig rasant wird, sondern durch die Nebenhandlungen – wie, dass Sarah mit an Jerrys Seite ermittelt – ich habe ja schon des Öfteren kritisiert, dass mir die anderen Special Agents des Field Office New York im Allgemeinen und die weiblichen FBI-Agenten im Besonderen in den aktuellen Romanen zu kurz kommen, die sind einem mit der Zeit ja auch ans Herz gewachsen – oder, dass Doc Reiser einmal wieder auftaucht.

© Koopa

 

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