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Jerry Cotton Rezension Band 2552

Der Preis der Schönheit
Jerry Cotton Band 2552

von Jerry Cotton
64 Seiten / 1,50 €
Bastei Verlag (Verlagsgruppe Lübbe)

Nachdem die Jerry-Cotton-Hefte zurzeit von der Qualität her einer Berg und Talfahrt ähneln, setzt sich diese mit diesem Band fort. Letzte Woche war eine volle Enttäuschung – diese Woche gab’s dafür eine volle Entschädigung.
An diesem Roman stimmt einfach alles. Bis kurz vor der richtigen Auflösung war mir nicht so ganz klar, wer denn nun wirklich in diesem Roman hinter alledem steckte … perfekt (dieser Roman hätte eher den Titel „Perfekt geplant“ verdient – oder etwa „Die falsche Fährte“). Selbst, als ich schon dachte ‚die Auflösung ist gut, aber es fehlt mir noch das gewisse etwas’, kam noch mal eine schöne Wendung.
Kommen wir zu den von der Hauptstory abgesehen augenscheinlich eher nebensächlichen Dingen:
Auf Seite 10 ging’s schon gut los – Jerry quält sich aus seinem Bett und war hundemüde, da ihm und Phil der letzte Fall alles abverlangt hatte. Na! Das ist doch was – endlich gibt’s mal eine Bemerkung von Jerry über seinen letzten Fall (wenn der Inhalt des letzten Falls auch nicht direkt angesprochen wird – aber dennoch).
Auch der Humor kommt nicht zu kurz, etwa als sich Jerry und Phil auf Seite 32 mit einer Oma unterhalten; in der einen Hand eine Tasse Tee und in der anderen eine Pistole.
Aber die schönste/freudigste Überraschung kam für mich erst noch. Wie lange ist es jetzt schon her, dass sich bei Phil (oder/und Jerry) mal wieder etwas (wenn auch nur zaghaft) im Liebesleben tat? Ist das ein Zeichen? Ein Zeichen, dass die G-men zukünftig in der Heftserie nicht mehr nur wie steife Gesetzeshüter durch die Handlung trotten und dabei weder Gefühle (und damit meine ich nicht, wie schockiert sie immer sind, wenn ihnen mal wieder die menschlichen Abgründe vor Augen geführt werden) noch Liebe für eine Person zu kennen scheinen? Irgendwie erinnerte mich Amanda Fillington bei ihrem ersten Auftritt spontan an Sarah Hunter; diese doch etwas freche Art gefällt mir – wäre ja zu schön, wenn sie doch irgendwann noch mal auftauchen sollte.
Schade, dass es dann vorerst mit Phil und ihr nichts geworden ist, aber für mich ist es schon ein gewisser Lichtblick … mehr davon!

Also, wenn auf diese Weise die Nieten der letzten Wochen ausgeglichen werden, ist das natürlich wieder was – einfach perfekt. Fazit: Hier passten Hintergrund und die Story im Vordergrund prima zusammen – sehr zu empfehlen. Mal schauen, was uns nächste Woche erwartet.

Und noch etwas stimmte mich an diesem Heft sehr freudig. Im Mittelteil gab es einen Artikel, in dem kurz etwas zu Jerry Cotton erwähnt wird:

„[…] Schießerei wie im Cotton-Roman. Schon seit vielen Jahren fürchten Cops solche Situationen: Jemand bedroht sie mit einer Waffe, um auf diese Weise Selbstmord zu begehen, sich erschießen zu lassen. Auch in einem Jerry Cotton-Roman wurde dieses Phänomen bereits behandelt: Band 2175 „Phil Decker und die Selbstmord-Falle.“

Abgesehen davon, dass mich dieser kurze Text natürlich sehr gefreut hat, die kleine Anmerkung: Wenn doch schon in den Mittelseiten der Romane Verweise zu älteren Romanen gebracht werden, wieso denn dann nicht in den Heften – was ist daran so abwegig?

© Koopa

 

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