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Jerry Cotton Rezension Classic-Band 78

Hyänen für den Henker
Jerry Cotton Classic Band 78

von Jerry Cotton

65 Seiten/1,50 €
Bastei-Verlag (Verlagsgruppe Lübbe)

Jede Nacht gegen Mitternacht ist es derselbe Anruf, den Jerry Cotton, Phil Decker, weite-re Kollegen vom FBI und prominente Bürger von New York City erhalten: „Das Syndikat lebt“. Bei ihren Ermittlungen stoßen sie auf ein Schutzgeld-Syndikat – und erleben eine Überraschung, als sie erkennen, wer sich hinter dem Boss des „Syndikat“ verbirgt…

Neben Jubiläumsband 2600 ist in der Jubiläumswoche bei „Jerry Cotton“ – wie üblich – nicht nur die 1. Auflage erschienen, sondern auch die 2. Auflage und ein Classic-Nachdruck – angesichts des starken Band 2600 ist da die Lust auf einen Roman aus der Frühzeit der Cotton-Serie natürlich groß. Und – wie ich inzwischen sagen muss, unge-wöhnlicher Weise – wurde meine Erwartungshaltung nicht enttäuscht, denn „Hyänen für den Henker“ ist ein gut geschriebener, unterhaltsamer Roman, der allerdings nicht durch eine äußerst gut, bis ins letzte Detail durchdachte oder innovative Krimihandlung zu punkten vermag, sondern vielmehr durch die Atmosphäre, die er mitbringt. Dass sich der Roman äußerst flüssig lesen lässt, ist dabei übrigens nicht nur dem weitgehend tadello-sen Stil des Autors zu verdanken, sondern – ausnahmsweise – auch mal dem Lektorat, dem diesmal kaum Fehler, von minimalen Ausrutschern mal abgesehen, durchgerutscht sind. Von der Atmosphäre mal abgesehen, verbirgt sich hinter dem Classic-Nachdruck eine klassische Krimihandlung: Ein Syndikat, das Schutzgelder erpresst und sich langsam auszuweiten beginnt, ein mysteriöser Anrufer und ein paar zwielichtige Gestalten, fertig ist der Roman – aber vielleicht macht auch gerade diese im Grunde doch relativ einfach gestrickte Handlung den Charme des in den 1960er-Jahren als Band 199 der 1. Auflage erschienen Romans aus.

Einen Vorteil gegenüber vielen anderen aktuell erscheinenden Heften hat „Hyänen für den Henker“ auf jeden Fall: Den Überraschungseffekt bei der Auflösung zum Schluss des Romans, mit der ich so nicht unbedingt gerechnet hätte. An der Enttarnung des Syndi-kats-Bosses trägt übrigens Old Neville eine tragende Rolle, der diesmal an mehreren Stellen ein paar schöne Auftritte hat.

Insgesamt vielleicht kein Action-Thriller, aber dennoch ein durchaus unterhaltsamer, spannender Roman. Wenn man es nicht ganz so genau nimmt und darüber hinwegsieht, dass weder geklärt wurde, wer die nächtlichen Anrufe bei den New Yorker Bürgern nach welcher Auswahl getätigt hat und vor allem, warum er das getan hat (und weswegen es ausgerechnet „das Syndikat lebt“ heißt), kann man an diesem Classic-Roman durchaus seine Freude haben.

Bewertung:


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