Sie sind hier: Startseite - Background - Rezensionen - Anthologien aller Genres - Sexlibris


Rezension - Sexlibris

Sexlibris
30 erotische Geschichten

Hrsg.: Susanne Schubarsky

Schreiblust-Verlag, November 2007
210 Seiten / 9,90 €
ISBN: 9783980827812

Die neueste Anthologie aus dem Schreiblust-Verlag, dieses Mal herausgegeben von der Autorin Susanne Schubarsky, steht ganz im Zeichen der Erotik und des Sex.
Susanne Schubarsky hat selber bereits Kurzgeschichten in den Storysammlungen „Madrigal für einen Mörder“ und „Der Tod in der Teekiste“ veröffentlicht und betreibt in der Schreiblust-Print eine sehr erfolgreiche Kolumne über „Die Angst des Autors ...“
Eigentlich eher dem Krimi-Genre zugetan, hat sie sich für das vorliegende Buch der schönsten Sache der Welt gewidmet – der Erotik. Und zwar in all ihren schillernden Facetten.

Natürlich wird dieses Thema die Lager in zwei Hälften spalten und wie immer wird man es nicht allen recht machen können, zumal man wieder 30 verschiedene Autoren hat zu Wort kommen lassen, die 30 verschiedene Methoden haben, um sich der Materie anzunehmen. Den Beginn macht Fran Henz mit der Story „Honey“, wo es nicht gerade zimperlich zugeht. Genau darum macht diese Geschichte auch so viel Spaß.
In „Nachbarschaftshilfe“ von Sandra Niermeyer lässt sich ein junges Pärchen von den freizügigen Nachbarn inspirieren.
Sehr sinnlich und wirklich erotisch geht es in Sabine Ludwigs „Das scharlachrote Tuch“ zu, während Barbara Anders mit „Fixe Idee“, die Phantasien eines verheirateten Mannes in schillernden Farben darstellt.
Andreas Gruber wartet mit einer humorvollen, wenngleich nicht sonderlich prickelnden Geschichte auf, in der es um die recht wankelmütige Redaktion eines Erotikmagazins geht. Das Humor und Erotik aber auch sehr anregend sein können und vor allen Dingen komisch beweisen die Storys „Hexlein“ von Thomas Melerowicz und „Der Tod und das Mädchen“ von Nicolas DeChambre. Letztere ist die Erzählung eines jungen Mannes, der mit seinem Auto tödlich verunglückt, bevor er das erste Mal mit einer Frau Sex haben kann. Da der Tod aber kein Unmensch ist, ermöglicht er ihm, diese Wonne noch einmal zu erleben.
Über die erotische Wirkung von heißem Kerzenwachs und Schmerz berichtet die Erzählung „In der Höhle des Löwen“ von Daria Charon. Sex als Gegenleistung ist das zentrale Thema in „Fellatio“, geschrieben von Daniel Mylow. Allerdings ist die Story sehr einfühlsam geschrieben worden und zeigt sehr schön auf, wie hinter fleischlicher Begierde auch tiefe Emotionen und Sehnsüchte verborgen liegen können.
Die Auflistung könnte noch einige Zeit so weitergehen, bis alle Autoren und Geschichten erwähnt wurden. Qualitativ bewegen sich die Kurzgeschichten alle auf einem guten Niveau und gleiten dabei nie ins Schmuddelige oder Triviale ab. Man merkt es diesem Buch an, dass auf die Auswahl der Storys sehr viel Wert gelegt wurde. Welche Geschichte einem nun gefällt, liegt zum Teil wohl auch an den sexuellen Vorlieben und an der persönlichen Vorstellung von Erotik.
Ein wenig uninspiriert wirkt dagegen die Aufmachung. Der Buchdeckel zeigt nicht im Mindesten, was in dem doch recht dünnen Büchlein verborgen ist.

Fazit:
Diese Kurzgeschichtensammlung ist ein gelungener Abriss der erotischen Literatur. Die 30 Autoren und Autorinnen haben sich alle sehr viel Mühe gegeben und das Thema aus den unterschiedlichsten Facetten betrachtet. Die Kürze der Texte ist ebenfalls sehr angenehm, so kann man sich die Storys zum einen sehr gut einteilen und sich eventuell auch schnell in Stimmung lesen.

Bewertung:




© Florian Hilleberg

 

© by 2007
nach oben Zurück Optimiert für 1024x768 Pixel
im IE & Mozilla Firefox