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Rezension - Mein kleiner Horrortrip

Susan Rich (Hrsg.)
Mein kleiner Horrortrip
Aus dem Englischen übersetzt von Karsten Singelmann

Grusel-Anthologie, Hardcover
Beltz&Gelberg, Juli 2011
156 Seiten / 14,95 Euro
ISBN: 9783407810915

Als ich 10 war, habe ich mir mal einen Dean R. Koontz-Roman aus dem Regal meines Vaters geklaut. Keine gute Idee. Wochenlang hatte ich Angst vor dem Ding unter meinem Bett und es hat viel Überredungskunst meiner Eltern gebraucht, bis ich überzeugt war, dass da wirklich nichts war.
Seitdem ich Mein kleiner Horrortrip gelesen habe, bin ich mir da aber gar nicht mehr so sicher.
In dieser Grusel-Anthologie sind 71 Kurz- und Kürzestgeschichten, Comics und Gedichte enthalten, die es, obwohl für Jugendliche gedacht, doch ordentlich in sich haben. Die Idee ist, sich in 30 Sekunden so richtig zu gruseln und das gelingt diesem äußerst schön gestalteten Buch vorzüglich. Natürlich sind manche Geschichten nicht ganz so gut gelungen wie andere und ab und zu ist auch eine dabei gewesen, die ich schlichtweg nicht verstanden habe. Aber das betrifft wirklich nur ganz wenige. Insgesamt sind die Geschichten sehr fesselnd, man kann das Buch kaum aus der Hand legen. Im Spiel mit Kindheitsängsten sind sie oft überraschend, originell, grausam und mitunter bitterböse, ohne dass sie es dabei nötig hätten, auf Splatterdetails zu setzen. Mal ist es das Monster unter (oder auf) dem Bett, mal ist es der Babysitter oder der finstere Nachbar, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt – Happy Ends sollte man bei dieser illustren Runde an Monstern jedenfalls nicht erwarten.

Auch die Autoren, die sich für diese Anthologie gewinnen ließen, lassen sich sehen (allerdings sind nicht alle der Geschichten exklusiv in diesem Buch erschienen): Man findet Beiträge von Neil Gaiman ebenso wie von Erin Hunter (Warrior Cats), Pseudonymus Bosch (Der Name dieses Buches ist ein Geheimnis), Lemony Snicket (Eine Reihe betrüblicher Ereignisse), Holly Black (Die Spiderwick-Geheimnisse), Jenny Nimmo (Charlie Bone) oder Libba Bray (Der geheime Zirkel). Da ist es kein Wunder, dass ein für eine Anthologie eher ungewöhnliches, konsequent hohes Niveau gehalten wird.

Fazit:
Mein kleiner Horrortrip bietet dem Leser eine ganze Reihe pointierter Geschichtchen, mit denen es sich zwischendurch ordentlich Gruseln lässt – mal was anderes und in jeder Hinsicht gut gelungen.
Erinnert vom Stil her ein wenig an das Spiel Dark Stories.

Bewertung:



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