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Rezension - In den Gassen von Saramee

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Erik Schreiber | Alisha Bionda

Herausgeber Christoph Weidler
Saramee
In den Gassen von Saramee
Titelbild: Chris Schlicht

Anthologie, Paperback
Atlantis Verlag, Stolberg, Juli 2008
200 Seiten/ 12,90 €
ISBN: 9783946742749

Sylke Brandt: Eine Lektion der Stärke
Ein armes Mädchen bettelt sich durchs Leben und hat damit natürlich keinen Erfolg. Als sie auch noch ihr letztes Geld hergibt, erkennt sie, was Stärke aus dem Herzen und dem eigenen Wesen heraus wirklich bedeutet.

Guido Krain: Der Kanumann
Der Kanumann ist ein Glisk, ein Bewohner der Hochmoore von Katras. Die Besonderheit des Fremden ist es, die die Geschichte interessant macht. Denn der Glisk will nur geraubtes Gut wieder zurückholen.

Achim Hiltrop: Lockvogel

Grant Montross besucht die Nasse Feder und hofft, einen Edelstein kaufen zu können. Allerdings will er nicht sehr viel dafür zahlen. Die Anbieterin hofft jedoch noch etwas mehr für den Edelstein zu erhalten. Aber in Wirklichkeit geht es um die Verhaftung von Verbrechern.

Christian Endres: Der Bratengott
Argus ist ein Ermittler in Saramee. Dabei hat er seine eigenen Ansichten, wie es in der Stadt zugehen sollte. Natürlich ermittelt er wieder einmal mehr in seiner Stadt. Auf der Suche nach gestohlenen Echsenschwänzen.

Michael Borlik: Nachtwächter

Jonas ist Nachtwächter und macht sich seine Gedanken über die feuchten Nebel die des Nachts ihren Weg durch Saramees Gassen suchen. Das Auftauchen des Nebels setzt er in Verbindung mit seltsamen Kapuzenmenschen.

Chris Schlicht: Opfergaben
Gerakas ist Baumeister und versucht einen Abwasserkanal zu bauen. Jedoch gelingt ihm das nicht recht. Bis ihm der Zufall zu Hilfe kommt.

Dirk Wonhöfer: Saramees Augen
Die Geschichte kommt mir sehr bekannt vor, ich habe sie bereits einmal gelesen. Leider kann ich nicht sagen woher. Es geht um Moe und seine Gier nach Tod und Gewalt.

Christoph Marzi: Sonnenschwestern

Für alle die es noch nicht wussten, sie erfahren es jetzt. Der Name Saramee wird erklärt, aber nicht nur in Form einer langweiligen Notiz. Im grossen und ganzen wäre es wohl eine Schöpfungsgeschichte. Aber nur eine kleine Schöpfung, sonst wäre die Geschichte länger.

Michael Schmidt: Aqua
Aqua erlebt eine unglaubliche Nacht, die ihm am nächsten Morgen glauben macht, alles nur geträumt zu haben.

Christel Scheja: Dämonen der Nacht
Wenn zwielichtige Gestalten im Zwielicht zwielichtigen Gestalten auflauern, ist das im Zweifel für keinen gut.

Markus K. Korb: Die Sekte der Gottlosen
Eine neue Geschichte um Kronn den Söldner.

Holger M. Pohl: Krieger einer fremden Welt
Nigor Armon ist ein Wächter und im Laufe der Handlung erfährt er mehr über einen anderen Wächter. Nur ist es nicht so, das Wächter gleich Wächter ist.

Ralf Steinberg: Arasaan
Marla Banek ist eine Adyra, die sich dadurch auszeichnen, kurze Stummelflügel zu haben, die darauf hinweisen, dass sie einmal fliegen konnten. Und sie lernt den Weg zur Schamain kennen.

Karl-Georg Müller: Tempo! Tempo!
Eine alte Dame, die sich nicht von allein weiterbewegen kann und immer ihren Schwiegersohn durch die Gegend scheucht, mit ihr auf den Armen.

Christian Endres: Blutroter Regen
Es ist die Geschichte von Volgath, die bereits einmal unvollständig in Kartefakt erschien. Diesmal jedoch vollständig.

Diese Kurzgeschichtensammlung über die Stadt Saramee besticht durch die Erzählungen von selbst. Wenn sogar bekannte Jugendbuchautoren wie Michael Borlik gewonnen werden konnten, zeigt das gleichzeitig, Saramee ist nicht nur irgendeine Welt. Saramee fesselt auch Autoren, die ihre eigenen Welten erschaffen haben. Trotzdem bereichert jeder Autor und jede Autorin mit ihren Ideen und Charakteren diesen Stadtstaat aufs Neue. Saramee ist weiterhin geheimnisvoll, wunderbar und zauberhaft. Hier trifft sich die Fantasy in all ihren Spielformen.
Weil zudem jeder Autor einen eigenen Stil hat, ist diese Sammlung wunderbar zu lesen. Es wird nie langweilig.

Bewertung:



© Erik Schreiber

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Herausgeber Christoph Weidler
Saramee
In den Gassen von Saramee
Titelillustration & Innenillustrationen von Chris Schlicht
Titelgestaltung von Timo Kümmel

Anthologie, Paperback
Atlantis Verlag, Stolberg, Juli 2008
200 Seiten/ 12,90 €
ISBN: 9783946742749

Saramee - eine Stadt unzähliger Schicksale, Abenteuer und Geschichten.
Einige hiervon werden in dieser Anthologie erzählt.

Die Anthologie startet mit dem Vorwort des Herausgebers, das mit einer Zeichnung versehen ist, die Kara, dem Geschichtenerzähler ein »Gesicht« verleiht.
Christoph Weidler erklärt dem geneigten Leser, was sich dieser unter der SARAMEE-Reihe/Serie vorzustellen hat.

Mit »Eine Lektion der Stärke« eröffnet Sylke Brandt den Storyreigen und erzählt über ein Bettler-Mädchen, das sich einem Jungen gegenübersieht, der ihr die wenigen erbettelten Münzen abnehmen möchte – da erhält sie unerwartet Hilfe.

In Guido Krains »Der Kanumann« geht es um Leiven, der seit zwanzig Jahren Nüsse an einem zentralen Platz des Handeslhafens von SARAMEE verkauft. Eines Tages beobachtet er ein eigenartiges Wesen, das in einem winzigen Kanu den Hafen ansteuert – nur mit einem Lendenschurz bekleidet. Es handelt sich um einen Glisk (Bewohner der Hochmoore des Königreichs Katras).
In Leiven werden unliebsame Erinnerungen wach, nicht nur in ihm, auch in seinem ehemaligen Kommandanten Srandur Alvander ... und seit der Glisk aufgetaucht ist mehren sich die Todesfälle in SARAMEE.

Achim Hiltrop erzählt in seiner Geschichte »Lockvogel« von Grant Montross, dem Hehler, der in der Taverne »Nasse Feder« auf zwei Adyra (Vogelwesen) trifft, die bei ihm Edelsteine gegen Geld wechseln wollen. Sie verraten ihm, wo es angeblich noch mehr der kostbaren Kleinode gibt und Grant gerät in ein turbulentes Abenteuer.

In »Der Bratengott« von Christian Endres geht es um Argus. Der hagere Ermittler wird von Bolter um Hilfe gebeten. Der Alte hat einen kleinen Stand, an dem er gegrillte Leckereien wie Eidechsenschwänze anbietet und dem in letzter Zeit immer frühmorgens Fleischstücke vom Bratrost gestohlen werden ...
Die Story ist eine Hommage an Wilhelm Buschs »Max und Moritz und die Witwe Bolte«, zählt zu den besten Geschichten der Sammlung und weist eine dichte Atmophäre auf.

Michael Borlik steuerte die Geschichte »Nachtwächter« bei – über Jonas, den Nachtwächter, der seine »Käuflichkeit« hoch bezahlen muss.

Chris Schlicht, die die Serie künstlerisch betreut, hat mit »Opfergaben« ebenfalls eine Story geschrieben, in der Gerakas, ein junger Baumeister, mit einem speziellen Abflusskanalbau beauftragt wird. Das Elendsviertel vor der Stadt soll so mit einer guten Wasserver- und -entsorgung versehen werden, was aufgrund der Lage schwierig ist. Gerakas sinnt darüber nach und über die Legende, dass es einen unterirdischen Kanal geben soll, den es zu finden gilt.
Doch Gerakas quälen noch andere Dinge – schmerzhafte Erinnerungen ... bei der Suche nach dem unterirdischen Kanel stoßen er und seine Männer auf uralte Gemäuer, ein makabres Opfer und alte Pläne ...

In Dirk Wonhöfers »Saramees Augen« begegnet Moe Darko einem seltsamen Fremden, zu dem er eine Art Seelenverwandschaft verspürt. Als der Fremde ihn bittet, ihm zu folgen, tut Moe das fraglos – an ihm haftet der Fluch immer nur der stille Beobachter zu sein, sozusagen Saramees Augen.

Christoph Marzi schildert in »Sonnenschwestern« die Begegnung des Meisters der Gelehrtengilde Arun Beran mit einer schönen Fremden, die ihm eine Geschichte erzählt, die nur für seine Ohren bestimmt sein soll, von zwei Sonnenschwestern am Firmament, von deren, die Ältere SARAMEE ist ...

In »Aqua« erzählt Michael Schmidt von dem jungen Aqua, der bei einem Fest eine schöne Tänzerin erblickt, sieht, wie sie enteilt, in den Tiefen des Ozeans verschwindet – und er ihr dann folgt ...

Christel Schejas »Dämonen der Nacht« handelt von Dämonen im »Inneren« bestimmter Menschen. Rysha (Albinomädchen) und Nedryie sind Freundinnen. Rysha will endlich ein Abenteuer erleben und so begegnet sie mit Nedryie dem Heiler Tian, zu dem Rysha ein Gefühl der Verbundenheit verspürt. Als sie überfallen werden und Nedryie schwer verletzt wird, blitzen in Rysha Erinnerungen auf – an ihre leibliche Mutter -, und sie erfährt von Tian seine Geschichte, einer gemeinsamen, wie sich herausstellt.

In »Die Sekte der Gottlosen« von Markus K. Korb geht es wieder um Kronn, den Söldner, mit dem Markus K. Korb den SARAMEE-Romrreigen eröffnet hatte. Kronn wird für schuldig befunden, in eine der Schatzkammern der Stadtverwaltung eingebrochen zu sein und soll enthauptet werden, doch da taucht ein Reiter auf und fordert, dass man ihm Kronn zu übereignen habe. Es ist Hauptmann Kaschemm, der verlauten lässt, dass die Stadtvorderen Kronn ein Angebot unterbreiten wollen, das dieser nicht abschlagen könne – Kronn soll das Verschwinden von Waisenkindern klären.

Holger M. Pohl erzählt in »Krieger einer fremden Welt« die Geschichte von Nigor Armon, einem älteren Turoswächter, der mit seinen Kollegen erlebt wie eine Gestalt durch das »Portal« tritt und aus mehreren Wunden blutend vor ihnen zusammenbricht. Der Fremde entpuppt sich als ein »Krieger der Welt«.

In »Arasaan« von Ralf Steinberg lebt Marla Banek, das Adyra-Mädchen in einer besonderen Verbindung zu einer bestimmten Käferart – den Fnossels.
Marla ist die beste Kurierin ihre Gilde. Ihr nächster Auftrag lautet: eine wichtige Botschaft zum Haus des Geldwechslers Baal zu bringen – schon bald darauf spürt Marla, dass etwas Besonderes in ihr schlummert.

Karl-Georg Müller, der auch einen Einzelroman zu der Reihe/Serie beisteuerte, verfasste mit »Tempo! Tempo!« eine der besten Geschichten. Sie handelt von Samiyah, die ihrem Schwiegersohn (Antiquitätenhändler) Marwan das Leben zur Hölle macht. Aber er ist nicht der Einzige, den die Alte piesackt. So lässt sie sich von ihm zu Meister Mulhim transportieren, beschuldigt diesen, ihr einen schadhaften »Räderstuhl« gebaut zu haben und fordert ihr Geld zurück. Darüber hinaus prahlt sie vor ihm mit ihrem neuen »Fortbewegungsmittel« ...

Mit »Blutroter Regen« ist Christian Endres mit einer zweiten Story beteiligt, die von Argus Panoptes, dem Ermittler handelt, der sich während der Regenzeit Gerüchten gegenübersieht, dass eine Seuche auf dem Vormarsch sei. Der Run auf die letzten Heilmittel geht augenblicklich los – teils mit verheerenden Folgen.

Dies in Kürze zu den Geschichten, die für sich und die Abwechslung der Anthologie sprechen. Den Texten im Anschluss stehen die Vitae und Fotos der Autoren, des Herausgebers und der Künstlerin.
»In den Gassen von Saramee« weiß auch optisch zu überzeugen. Dem Leser wird wirklich ein tolles Layout geboten: sehr schöne Entry-Illustrationen von Chris Schlicht vor jeder Story und künstlerische Kopf- und Fußzeilenornamente.
Chris Schlicht ist es auch zu verdanken, dass SARAMEE visuell vor dem Auge der Leser entsteht und die Reihe/Serie eine eigene Note erhält, da der Stil der Künstlerin sehr prägnant ist und einen hohen Wiedererkennungswert hat.
Sieht man von den Schwächen des Lektorates ab, ist die Kurzgeschichtensammlung ein Buch, das losgelöst zu den Romanen gelesen werden kann und in keinem Buchregal fehlen sollte.

Fazit:
Inhaltlich abwechslungsreiche und optisch sehr schöne und künstlerisch gestaltete Kurzgeschichtensammlung. Absolut empfehlenswert.

Copyright © 2010 by Alisha Bionda

 

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