
Rezension - Das Buch der lebenden Toten

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Erik Schreiber | GoMar | Gunter Arentzen |
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Herausgeber Thomas Fröhlich und Peter Hiess
Das Buch der lebenden Toten
Titelbild: Jörg Vogeltanz
Zeichnungen: Timo Grubing
Anthologie, Taschenbuch
Evolver Books, Wien, November 2010
224 Seiten / 12,80 €
ISBN: 9783950255812
- Simon Saier - Tagebuch 2901
- David Grade - Samstag
- Frank Schweizer - Mörkellaver
- Ingrid Kaliner - Der schöne Tom
- Torsten Scheib - Mr. Z
- Lothar Nietsch - Ronnies Vorrat
- Marc Wiswede - Zombie-Samurai
- Ruth Kornberger - Im Wald, allein
- Natalie Veith - Sepia
- Sören Steding - Frederika und der kleine Zombie
- Marlene Geselle - Urnen aus Stahl
- Bettina Ferbus - Für den Fleiß der Preis
- Raouf Khanfir - Sand
- Stefanie Lasthaus - Wiedervereint
- Michael Zandt - Nazi Zombie Holocaust
- Katja Kulin - Die perfekte Lösung
- Kai Seuthe - Herzensangelegenheit
- Frank M. Vermeer - Unsterblich
- Ruth Reuter - Zombielose Nächte
- Claudia Lampert - Wunder mit Zwischenschritten
- Tobias Egle - Nachzehrer
Die Zombies sind wieder da! In den besten Stories aus dem EVOLVER-Literaturwettbewerb wüten sie in Versuchlabors, begleiten Schulwandertage, machen die Schrecken der Weltkriege noch schrecklicher, verspeisen selbst Samurai – und fühlen sich auch im Chefbüro wohl. Reservieren Sie sich einen Leseplatz in der Hölle …
Nach den Romanen von David Moody mit seinen Zombies oder der amerikanischen Serie The Walking Dead folgt hier ein Kurzgeschichtenband, der sich dieses Themas annimmt. Die beiden Herausgeber Thomas Fröhlich und Peter Hiess versammelten um sich bekannte und weniger bekannte Autorinnen und Autoren. Das Thema Zombies fand reges Interesse und so finden sich in dieser Sammlung einundzwanzig sehr unterschiedliche Erzählungen.
Ausgangspunkt war 2009 ein Literaturwettbewerb der Netzzeitschrift Evolver. Ziel war es, eine Kurzgeschichtensammlung herauszugeben, die mit besonderen Geschichten brilliert. Die Besonderheit der Sammlung findet sich in der zweiundzwanzigsten Erzählung. Das Schamanenerbe von Philipp Schaab steht nicht im Buch, sondern kann im Internet heruntergeladen werden.
Die Geschichten selbst beschreiben alltägliche Begebenheiten, lediglich mit Zombies in der Hauptrolle. Allein das Vorwort mit seinem ersten Absatz stimmt bereits auf die Geschichte ein. Später folgen die Geschichten, eine Auswahl von 249 Erzählungen, die mit Zombies als Bürokraten, in Liebesbeziehungen, als Geschöpfe rastloser Wissenschaftler. Die Zombies sind durchaus als die klassischen Zombies zu sehen, wie sie in den Filmen zu sehen waren. Oder aber in den typischen Zombie-Romanen.
Fazit:
Die originellen Geschichten machten Spass, mehr als andere Kurzgeschichten. Die Jury wählte, sicherlich nicht sehr einfach, aber immer gekonnt die Werke der Autorinnen und Autoren aus. Diese Kurzgeschichtensammlung kann ich ohne Wenn und Aber empfehlen.
Copyright © 2011 by Erik Schreiber |

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Herausgeber Thomas Fröhlich und Peter Hiess
Das Buch der lebenden Toten
Titelbild: Jörg Vogeltanz
Zeichnungen: Timo Grubing
Anthologie, Taschenbuch
Evolver Books, Wien, November 2010
224 Seiten / 12,80 €
ISBN: 9783950255812
Diese Anthologie von 21 Kurzgeschichten auf 225 Seiten (eine zu lang geratene Story ist online zu lesen), erschienen im Wiener EVOLVER-Verlag, hat gehörig was zu bieten. Vor allem, wenn man bedenkt, dass hier Geschichten aus einem Schreibwettbewerb veröffentlicht wurden! Anfangs dachte ich, na ja, ist halt wieder ein Buch mit mehr oder weniger faden Zombie-Geschichten (ich mag diese vor sich hin faulenden Horrorwesen nicht sonderlich), aber gleich die erste Story »Tagebuch 2901« von Simon Saier hat mich auf der Stelle in ihren Bann gezogen. Es geht darin um eine Testreihe an Zombies, um ein Gegenmittel für ihre Heilung oder gegen den Zombie-Virus an sich herzustellen, aber der Zombie übernimmt mit der Zeit die gedankliche Kontrolle über den Wissenschaftler. Also, alles andere als lediglich tumbe Untote, sehr packend geschrieben mit einem guten Schluss.
Und so geht es weiter: Story um Story reiht sich an, beinahe eine besser als die andere. Leider sind doch Storys darunter, bei denen ich mich etwas »durchzwängen« musste, aber das waren nur wenige – und meistens die, die das Thema eher ernsthaft abhandeln wollten. Wo aber das gewisse Augenzwinkern, gepaart mit Humor, dabei war, waren sie stets sehr gut gelungen. Besonders gut fand ich die Story um »Ronnies Vorrat« von Lothar Nietsch. Hier ist es umgekehrt! Ein getöteter Drogenhändler wird zum Fressvorrat für einen Junkie, als der scheinbar Tote wieder erwacht. Während weltumspannend der Zombie-Virus um sich greift, während der Junkie von seinem Fenster aus beobachten kann, wie sie sich mit der Zeit unten auf der Strasse herumtreiben, wie es immer mehr Zombies werden – verlässt er seine Wohnung nicht, denn er hat ja seinen Vorrat in Form eines Zombies zu Hause! Eine überaus morbide Vorstellung.
Sehr gelungen fand ich auch die Story »Wiedervereint« von Stefanie Lasthaus, die auf Haïti spielt. Hierbei geht es um eine Frau als Stalkerin, die einen Voodoo-Priester veranlasst, aus ihrem untreuen Ehemann einen Zombie zu machen, aber damit geht es erst richtig los. Oder die Story »Herzensangelegenheit« von Kai Seuthe, in der es um das Recht jedes Menschen geht, sich einen Zombie als Haustier zu halten und damit auch Gassi gehen zu dürfen. Warum man das nicht nachahmen sollte, steht ausführlichst in dem Buch beschrieben – und man braucht schon einen guten Magen und starke Nerven, um diese Geschichte fertig zu lesen. Dafür aber hat sie es wirklich in sich!
Oder die Story »Zombie-Samurai« von Marc Wiswede, in der ein Vater mit seinen beiden Söhnen gegen ein Heer von blutgierigen und nach frischem Fleisch hungernden Zombies antreten. So nebenbei erfährt man einiges über die Kampfkunst der Samurais, da der Autor selbst japanische Kampfkünste zelebriert. Überhaupt tauchen die Zombies in beiden Weltkriegen auf – und sogar ein Zeitreisender aus dem Jahr 2875 bekommt seine liebe Not mit einem Zombie, als er 33 nach Christi Geburt in Judäa landet und es mit dem wiedererweckten Lazarus in Form eines Zombies zu tun bekommt. In »Wunder mit Zwischenschritten« geht Claudia Lampert ziemlich respektlos, aber absolut nicht uninteressant mit einem wichtigen Teil des Neuen Testaments um. Und niemand kann nach dem Lesen der Story »Für den Fleiß der Preis« von Bettina Ferbus behaupten, dass Zombies nicht strebsam und dienstbeflissen seien. Dies geht sogar aus dem gut gezeichneten Titelbild des Buches eindeutig hervor.
Je mehr ich las, umso weniger wollte ich das Buch aus der Hand legen – wahrscheinlich hatte mich das Zombie-Fieber bereits gepackt – und alle Storys in einem Zug lesen. Aber ich zwang mich dazu, immer nur eine oder zwei kürzere pro Tag zu lesen. Und mit der Zeit hatte ich dann beinahe das Gefühl, als würden so komische Gestalten durchs Wohnzimmer schlurfen, als würde sich grauenhafter, pestilenzartiger Gestank darin verbreiten, und als hätten sie mich schon im herausfallenden Auge, um ihren unersättlichen Hunger zu stillen!
Es ist überaus interessant, wie viele unterschiedliche Varianten dieses Zombie-Thema in diesem Buch hergibt: Keine der Storys gleicht der anderen, jede bietet eine völlig neue Sicht auf ein Horrormotiv, das mir immer eher langweilig erschien. Mitnichten! Mit diesem Buch ist es den Herausgebern Thomas Fröhlich und Peter Hiess gelungen, den Zombies neues Leben einzuhauchen, und man kann ohne Übertreibung sagen, durch dieses Buch sind die Zombies wieder zu untotem Leben erwacht und anscheinend nicht mehr tot zu kriegen. Wer eher altbacken geschriebene Schauergeschichten lesen will, ist hier nicht gut bedient, wer aber trashige Storys mag, die zum großen Teil überaus brutal und grauslich sind – wie eben Zombies auch –, dieser Leser oder diese Leserin wird mit diesem Buch sicher gut unterhalten. Man muss nur die Wohnung immer wieder lüften, um den Verwesungsgeruch hinauszulassen. Aber Vorsicht, es könnte bereits der eine oder andere Zombie draußen lauern.
Fazit:
Durch das Lesen und Bewerten der Juroren von 249 Einsendungen (!) und deren schlussendlicher Auswahl der besten 21 Geschichten ist ein »Lesespaß« der doch kurzweiligen Art zustande gekommen, bei dem auch der Humor und vor allem die Ironie zu ihrem Recht kommen.
Copyright © 2011 by GoMar |

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Herausgeber Thomas Fröhlich und Peter Hiess
Das Buch der lebenden Toten
Titelbild: Jörg Vogeltanz
Zeichnungen: Timo Grubing
Anthologie, Taschenbuch
Evolver Books, Wien, November 2010
224 Seiten / 12,80 €
ISBN: 9783950255812
Der Zombie ist die älteste Schauergestalt der Menschheitsdichtung. Dies ist ein Fakt, denn schon im Gilgamesch-Epos ist von Toten die Rede, die auf die Erde zurückkehren und die Lebenden fressen. Auch wenn es sich dabei nur um eine Drohung der Göttin Ischtar handelt, um ihren Vater zu erpressen, damit er ihr den Himmelsstier gibt.
Seit jenen Tagen haben die Menschen mehr oder weniger klare Vorstellungen von Toten, die zu den Lebenden zurückkehren und ihnen mehr oder weniger schreckliches Leid zufügen.
Eine Renaissance erlebten die Zombies ab Ende der Sechziger, als entsprechende Filme wie Pilze aus dem Boden schossen. Mit Die Nacht der Lebenden Toten trat Romero eine Lawine los, die erst in den Achtzigern verebbte – um ab 1996 mit dem Spiel Resident Evil erneut ins Rollen zu kommen; nun mit einer moderneren Form des Zombies.
Auch im Buchbereich hat sich viel getan. Nicht nur Brian Keene nahm sich des Themas mehrfach an, auch andere Autoren griffen den Stoff auf; manche klassisch, andere hingegen versuchten, dem Thema etwas Neues abzugewinnen.
Mit Das Buch der lebenden Toten versucht auch Evolver Books, das Thema aus verschiedenen Perspektiven anzugehen.
21 Autoren und deren Geschichten wurden für das Buch ausgewählt, um das Thema Zombie durchaus vielschichtig zu behandeln.
Und tatsächlich kam eine gesunde Mischung höchst unterschiedlicher, aber niemals langweiliger Erzählungen dabei heraus, die den Leser an die Seiten zu fesseln wissen. Es macht Spaß, sich immer wieder auf neue Konstruktionen, neue Wesen, neue Hintergründe einzulassen. Neben den Autoren gebührt hier den Herausgebern ein Lob, denn sie hatten bei der Auswahl der Texte eine glückliche Hand.
Aufgelockert durch stimmige Illustrationen entpuppt sich das Buch als wertige Anthologie, die man gerne von Anfang bis Ende liest.
Eine weitere, 22. Geschichte kann sich der Leser zudem kostenfrei auf der Seite des Verlages herunterladen, ein entsprechender Hinweis findet sich am Ende. Diese ist inzwischen auch in dem bereits erschienen Pulp-Heft SUPER-PULP veröffentlicht worden, sodass man sie für wenig Geld hinzukaufen kann, möchte man sie lieber in gedruckter Form.
Eine Biographie der vertretenen Autoren rundet die Anthologie ab.
Fazit:
Zonbies sind untot, aber nicht tot. Das beweist Evolver Books mit dieser Anthologie anschaulich. Jeder Fan der nach Hirrrrrn gierenden Wesen sollte also zugreifen!
Copyright © 2011 by GunterArentzen |
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