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Rezension - Dark Future - Die dunkle Zukunft der Menschheit

Herausgeber: Geisterspiegel.de
Dark Future
Die dunkle Zukunft der Menschheit

Titelbild: Michael Sagenhorn

Paperback
Romantruhe, Juni 2008
237 Seiten/ 9,95 €

Die dunkle Zukunft der Menschheit, so der Untertitel, ist es, dem sich diese Kurzgeschichtensammlung widmet. Dreiundzwanzig Autorinnen und Autoren nahmen sich dieses Themas an und schrieben ihre düsteren Vorahnungen auf, als Mahnung und Warnung, aber auch zur Unterhaltung. Die Vorstellungskraft der Dreiundzwanzig (wer denkt bei dieser Zahl an Verschwörungstheorien) ist enorm. Man werfe also nicht nur einen Blick in das Buch, sondern lese es, Geschichte für Geschichte, durch.

Andrea Mack: Die Erlebnisse eines modernen Menschen
Kleine Ursache, große Wirkung. Alles was der Erzählerin passiert, geschieht auch im globalen Maßstab. Und man sollte das Beste daraus machen. Fragen Sie ihren Nachbarn.

Markus K. Korb: Unter dem Stahlhimmel von New Venice
New York wird zu einer Lagunenstadt, als der Wasserspiegel bis zur zehnten Etage der Häuser steigt. Ein neues Venedig, aber nicht nur die Stadt ändert sich. Neues Leben scheint sich auszubreiten.

Torsten Scheib: Gesichter einer Stadt
Die Stadt schläft nie ... ist die Aussage, die hier gemacht wird. Das neue Berufsbild Menschenrecycling ist als Ausbildungsberuf noch nicht zugelassen.

Markus Suzuki: Aus
Haben Sie ein Glück, werter Leser, dass Sie die Generation Strom noch kennen. Andere haben weniger Glück und Erfindungen sind nicht immer gewollt.

Manfred Lafrentz: Emilyspace
Neue Technologie ist etwas zum Ausprobieren für Freaks. Echte Freaks. Wer damit nicht umgehen kann, endet als Freak, als echter Freak.

Christian Pirschalawa: Leon
Eine Kleinfamilie, bestehend aus Vater, Mutter und Tochter erhält plötzlich Nachwuchs. Ein Sohn. Kann die Zukunft nicht schöner sein?

Shayariel: Nanoismus
Die Zahl der Menschen geht drastisch zurück. Von ehemals neuen Milliarden Menschen auf nur noch zehn Millionen. Man könnte die komplette Menschheit in New York unterbringen und hätte immer noch Platz in der Stadt.

Helmut Marischka: Shon-Lar
Und wieder sucht eine Katastrophe die Menschheit heim. Ein Meteor knallte auf die Erde. Dadurch verändern sich die Menschen. Es gibt natürliche Mutanten und die Cybs, die alle etwas Künstliches in sich tragen, bis hin zur völligen Aufgabe des menschlichen Körpers. Klar, dass sich die beiden Gruppen nicht vertragen.

Melanie Brosowski: Der Hauch der Zukunft
Wenn das Arbeitsleben langsam zu Ende geht, verlässt man auch die Erde. Die Arbeitskraft des Einzelnen zählt als einziges Mittel, auf der Erde bleiben zu dürfen. Jeder andere Mensch, bis auf eine privilegierte Schicht, muss den Planeten verlassen.

Thomas Pielke: Flucht an die Oberfläche
Atlantis ist eine künstliche Welt tief im Ozean. Vor der Flucht eines Krieges mit einer Selbstzerstörung fanden Menschen eine Zuflucht. Aber auch eine Zuflucht kann beengend sein.

Peter Hohmann: Schatten der Vergangenheit
Das Leben ist hart, vor allem wenn man in wenigen Minuten zwanzig Jahre seiner Schaffens- und Lebenskraft abgesaugt bekommen kann.

Charlotte Engmann: Café Karaganda
Cafés sind Orte, an denen man sich trifft, neue Leute kennen lernt und eventuell sogar Familien gründet.

Ilkiran Korva: Die Nachfolger
Die Welt nach dem letzten, aber verheerendsten Krieg lebt kaum noch. Doch die Nachfolger der Krieg führenden Rasse stehen bereit.

Markus Niebios: Fischen
Der Titel der Erzählung beruft sich nicht auf die Tätigkeit, am Wasser zu sitzen und Würmer an langen Schnüren zu baden.

Jürgen Janeczek: Der letzte Ausweg
Eine neue Version, dafür glaubwürdig, des Problems, der letzte Mensch auf der Erde zu sein.

Anke Brandt: Ghetto
In Ankes Welt ist alles bestens geregelt. Es gibt Kneipen und Kinos für Allergiker, Alzheimerzentren, Frauenviertel und anderes mehr. Die Welt scheint gut geordnet zu sein.

Juliane Beer: Das 14. Kind
Das Leben als Austrägerin ist nicht immer so, wie man es sich vorstellt. Vor allem, wenn man selbst davon betroffen ist. Je tiefer man fällt, desto geringer die Lebensmittelrationen.

Erik Schreiber: Dämonen-Matrix
Sind Sie schon einmal in die Hölle eingebrochen? Möchten Sie an einem Bruch mal ganz unverbindlich teilnehmen? Ein wenig Totenenergie genannt Nekroflux klauen? Dann kommen Sie mit. Sie sind eingeladen.

Andreas Zwengel: Unplugged
Wenn man plötzlich in einer fremden Fabrikhalle aufwacht, mit ebenso fremden Menschen an seiner Seite, kann das schon zu Depressionen führen. Ist man dazu noch ein Gefangener, von wem auch immer, wird das Gefühl der Hilflosigkeit immer größer.

Robert Heinzel: Der Fluch der Alten
Für kurze Zeit ohne Geld, ohne Ausweis, ohne Verpflichtungen kann das Leben sich ziemlich schnell als unglücklich herausstellen.

Maximilian Weigel: Nexus
Zahlenspiele, unbekannte Bewohner, fesselnde Handlung

Mara Laue: Wir wollen nur ihr Bestes!
Die Regierung will nur ihr Bestes. Ehrlich, denn Menschen, die das System nicht stören, sind pflegeleicht.

Jennifer Lynn Erdelmeier: Gottes Diener
Gottes Diener sind Frauen. Aber das Leben einer Frau ist in dieser Welt nicht einfach.

Ohne eine Geschichte schlechter stellen zu wollen, muss ich der Erzählung Nexus von Maximilian Weigel mein Lob zollen. Es war die beste Geschichte, die ich in diesem Band gelesen habe. Einen Teil der Autorinnen und Autoren kenne ich persönlich, andere nur durch ihre literarischen Werke und das letzte Drittel gar nicht.
Der zum zweijährigen Jubiläum von Geisterspiegel.de herausgegebenen Kurzgeschichtensammlung gelang es, eine gute Mischung von Erzählungen zu präsentieren. Es gibt immer wieder die gleichen Ansätze bei dem Thema »Die dunkle Zukunft der Menschheit«, und lassen sich bis in die fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts zurück verfolgen. Aber ein Ansatz verspricht immer ein neues Ende. In vielen Geschichten scheint es auf bekannte Lösungen hinaus zu laufen. Das angestrebte Ende des Autors wirkt immer wieder überraschend.

Bewertung:

 



© Erik Schreiber

 

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