Das Vampirmonster
Alan Demore Band 2
von Benjamin Cook
ehemals 
74 Seiten/ kostenlos
Der Protagonist dieser Serie ist Alan Demore, was natürlich unschwer am Titel zu erkennen ist. Wer aber ist dieser Alan Demore? Habe ich nach dem ersten Teil bemängelt, dass AD völlig blass geblieben ist, tue ich das nach dem zweiten Band wieder. Man erfährt absolut nichts über AD. Der Kerl kommt aalglatt rüber, keine Ecken, Kanten, Macken oder ähnliches. Warum tut er das, was er tut, was sind seine Beweggründe? Er ist Privatdetektiv, der sich um übernatürliche Fälle kümmert und von seinem Onkel finanziert wird. Kurzum: Noch ist AD eine Schablone, mehr nicht. Die Figur muss unbedingt mit Leben erfüllt werden.
Ich frage mich, ob dieser zweite Band tatsächlich ein zweiter Band ist, oder so eine Art Remake von Teil 1. Die Handlung ist nämlich gleich: Ein Dämon tötet einen Menschen, dieser Mensch wird zum Zombie und tötet einen weiteren Menschen. AD tötet erst den Zombie und dann den Dämon. Die Handlung ist also absehbar und nichts schadet einer Geschichte mehr, als eine Handlung, die ohne Drehungen und Wendungen ihrem absehbaren Ende zuläuft. Frappierend war in diesem zweiten Band die Häufung der Rechtschreibfehler im Vergleich zu Teil 1 (Dazu äußere ich mich noch im Forum).
Für die Essenz der Geschichte ist diese viel zu lang. Ein typischer Heftroman hat nun mal 64 Seiten, die mit guter Handlung zu füllen nicht einfach ist. Vor diesem Problem steht Jason Dark Woche für Woche und langweilt dann mit endlosen Beschreibungen, sinnfreien Dialogen und Füllwörtern. Weniger ist mehr, und man sollte seine Protagonisten auch nicht durch die Handlung hetzen, dass der Leser kaum nachkommt. Man kommt als Autor nun mal nicht an einer Überarbeitung vorbei, wenn das Ergebnis stimmen soll: Passagen, die nichts zur Handlung beitragen streichen, Füllwörter und vor allem die Adverben streichen! Und zwar rigoros. Ein weiterer Fehler, den der Autor begeht, ist seine Figuren zu beschreiben, statt handeln zu lassen. Eine Aktion ist immer einer Beschreibung vorzuziehen. Als allgemeines Beispiel: „Die Frau hatte blondes Haar“ wäre eine Beschreibung. Langweilig, gelle. Anders wäre: „Nervös fuhr sie sich durch ihre blonden Haare.“ Das ist zwar auch nicht Nobelpreis-verdächtig, aber es ist eine Aktion. Und durch Aktionen kann man eine Figur besser charakterisieren, als durch jede noch so detaillierte Beschreibung.
Nun ein paar „Fehler“, die ich nicht als Korinthenkackerei verstanden wissen möchte, sondern als Einzelbeispiele, die dem Autor zeigen wo´s denn hängt. Schließlich schreibe ich diese Rezension in dem Wissen, dass der Autor diese wahrscheinlich liest und mich dann wahlweise zum Feindbild deklariert, oder als Klugscheißer abtut. Diese nachfolgend genannten Beispiele machen den Roman natürlich nicht schlechter, aber sie sind mir nun mal aufgefallen:
Ben Wilson möchte von der Polizei nicht geschnappt werden, da er befürchtet dann wegen Mordes und nicht wegen Diebstahls verurteilt zu werden. Ein Banküberfall ist kein Diebstahl, sondern bewaffneter Raubüberfall, auch damit wäre er für lange, lange Zeit im Gefängnis verschwunden. Da man voraussetzen kann, dass ein Gewohnheitsverbrecher sowieso nicht geschnappt werden will, also unnötig diese ganze Passage zu erwähnen. Weniger ist mehr!
Roxanne fürchtet entführt zu werden und wartet auf den Leibwächter. Ihre Freundin, die um Roxannes Angst weiß, verabschiedet sich und lässt Roxanne alleine auf der Straße stehen. Tolle Freundin!
So etwas Ähnliches macht später AD mit den drei Haushälterinnen. Wissend, dass das Vampirmonster noch irgendwo rumlungert, schickt er die drei verängstigten Frauen alleine durch den riesigen dunklen Park Richtung Ausgang. Wäre doch nett gewesen, der Vampir hätte sich wenigstens eine gegriffen. Und AD – in dem Wissen, dass durch seinen Fehler ein Mensch zu Tode gekommen ist – muss diese Schuld nun mit sich rumtragen. Schon hätten wir einen herrlichen innerlichen Konflikt der Hauptperson, der hervorragend zur weiteren Charakterisierung geeignet ist.
AD flirtet im Aufzug mit einer blonden Krankenschwester. Während nun AD mit dem Arzt spricht färbt sich die Schwester während der Arbeitszeit die Haare. Als sie AD wieder sieht, ist sie schwarzhaarig!
Viele Formulierungen werden wieder und wieder benutzt. Das beweist nicht den vorhandenen Wortschatz des Autors, sondern das Fehlen einer Überarbeitung des Textes vor Veröffentlichung. Das Wort buchstäblich wird immer wieder benutzt. Und innerhalb von zwei Spalten wird dreimal etwas „aus der Dunkelheit gerissen“.
Und zum Schluss der dickste Fehler, der natürlich für die Handlung völlig nebensächlich ist, aber jeden Lektor dazu bringt, genau jetzt das Manuskript zuzuklappen.
Frei nach Heinz Erhardt kann man mit Fremdworten nicht imprägnieren. Für die gesprochene, wie die geschriebene Sprache gilt, dass man Fremdworte nur dann benutzt, wenn man weiß, was es bedeutet. Das Fremdwort wurde gemäß Bedeutung richtig verwendet. Aber die Schreibweise! Es versteht sich, dass Butler Mortimer die Contenance wahren muss, aber er wahrt die Kortenose! Ein einfacher Blick ins Fremdwörterlexikon (was jeder Autor, genau wie ein Rechtschreiblexikon und eine Grammatik besitzen sollte) hätte hier genügt. Ein paar Sekunden Aufwand, um dem Lektor einen roten Kopf und dem Leser einen Lacher zu ersparen.
Fazit: Die Handlung entspricht der aus Teil 1 und die Figur des AD ist noch völlig unzureichend charakterisiert. Das muss eindeutig besser werden.
© Captain Elch
|