Sie sind hier: Startseite - Background - Rezensionen - Alan Demore - Die Geister-Reiter


Alan Demore Romanrezension Band 1

 

Zwei Rezensionen verfügbar, bitte auswählen oder abwärts scrollen ...

Captain Elch | Wolfgang Lenz

Die Geister-Reiter

Alan Demore Band 1
von Benjamin Cook

ehemals
70 Seiten/kostenlos

Schon während der Lektüre der Geschichte war ich irgendwie entschlossen, dazu eine Rezension zu schreiben. Und ich muss gestehen, dass ich Hexen-Hermanns (HHVA) Rezi gelesen habe, bevor ich diesen Text hier verfasste. Und eines vorweg: Ganz so kritisch wie HHVA sehe ich diesen „Erstling“ nicht. Allerdings fühlte auch ich mich des Öfteren fatal an John Sinclair erinnert. Wenn ich die Geschichte unter den Gesichtspunkten der Heftroman-Logik beurteile, ist sie gar nicht mal sooo schlecht. Einige Rechtschreibfehler, die sich von der Häufung in Grenzen halten, einige davon aber von peinlichem Charakter (Terretorium, quatratisch). Auch die Formulierung: „Die Bäume traten zur Seite“ sorgte bei mir für Heiterkeit, was beim Autoren aber wohl so nicht beabsichtigt war.

Die Heftroman-Logikfehler:
- Warum fühlt sich ein schottischer Polizist berufen, in England zu ermitteln? Wenn er in seiner Freizeit seinem Freund Alan irgendwie beistehen will, mag das ja angehen. Über die Beweggründe von Jim wird aber nichts verraten.
- Dann der reiche Onkel, der seinen Neffen unterstützt, damit dieser tun und lassen kann, was er will. Keine originelle Idee. Für einen Autoren ist das Vorhandensein solch einer Figur natürlich äußerst bequem, aber eben auch äußerst unglaubwürdig (Ja, ich weiß, Zombies sind das auch).
- Alan ruft Jim an und kennt sogar dessen Nummer auswendig. Mensch Alan, benutze doch einfach die Telefonbuch-Funktion.
- Alan lungert erst eine Weile vor Bruder Tuck´s – Tschuldigung: Kerbys – offener (!) Tür herum, sucht erst dann nach einer Klingel und entscheidet sich dann zu klopfen und einzutreten. Das hätte er auch gleich haben können. Nachdem er dann in Bruder Tuck´s (Kerby) Zimmer ankommt, entdeckt er schließlich zuletzt die zerschlagene Fensterscheibe und findet an den Scherben, die am Rahmen zurückblieben auch keinerlei Blutspuren, obwohl sich Bruder Tuck tiefe Wunden zugezogen hat. Man merkt schon: Dauernd Bruder Tuck. Aber bei der Lektüre der Geschichte erschien vom ersten Moment an Bruder Tuck vor meinem geistigen Auge, als Kerby erwähnt wurde, der Sherwood Forrest hat da offenbar Auswirkungen gezeigt.
- Kerby stößt einen „markerschütternden“ Schrei aus, bevor er vom Grabstein zermalmt wird. Nun liegt der Friedhof, auf dem sich das alles abspielt direkt neben Kerbys Haus. Das Dorf ist klein, die Straßen menschenleer, es ist „sackdunkel“ (der Sack kommt öfter vor!) und das Geschehen läuft mehr oder weniger zeitgleich ab. Warum hat eigentlich NIEMAND diesen Schrei gehört, wenn er schon so markerschütternd war?
- Gandalf (Tschuldigung: Marzalin, ich assoziiere schon wieder) erscheint wie der Deus ex machina. Es reicht nicht, diesen kurz vorher vom Kelten mal erwähnen zu lassen. Geschickter wäre es gewesen, einen Abschnitt vorher einzufügen, in dem ein bisschen näher auf den Druiden und dessen Beweggründe eingegangen wird. So verhält sich Zoran wie jeder Killer, Verbrecher etc. in jedem Krimi: Sein Opfer vor Augen redet er sich um Kopf und Kragen, um letztlich dann doch besiegt zu werden, und dem Helden  praktischerweise so gleich alle Informationen an die Hand zu geben, die er noch so braucht.
 
Was mir aber überhaupt nicht einleuchtet, ist der Zombie. Wozu ist der da? Er wird vom Kelten zum Untoten gemacht und keiner weiß warum. Er tut nichts, was den Geisterreitern irgendwie zu einem Vorteil verhelfen würde. Er dient lediglich dazu, das erste Opfer von Alan zu werden und einer Figur eine Daseinsberechtigung zu geben: Kerby. Und genau dieser Kerby ist die am besten charakterisierte Person der Geschichte (Meine persönliche Meinung: Der Kerl ist klasse!). Irgendwie war das der Abschnitt der Geschichte, der mich am meisten fesseln konnte. Schafft er es oder nicht, obwohl mir mein Heftroman-geeichter Verstand sagen müsste: Der schafft das nie.
Auch bleiben im Vergleich zu Kerby die Figuren Jim und Alan völlig blass. Konnte ich doch bei den Figuren Kerby und Marzalin so etwas wie eine Assoziation zu Bruder Tuck und Gandalf herstellen (als ich von Marzalins weißen Sandalen lesen musste, erschien kurzzeitig Miraculix vor meinem geistigen Auge), verschwammen die beiden vermeintlichen Hauptfiguren vor meinem geistigen Auge in einem Nebel.
Fazit: Positiv aufgefallen ist mir ohne Zweifel Kerby, negativ der unmotivierte Auftritt des Zombie, sowie die fast fehlende Ausarbeitung der Charaktere Jim und Alan. Alles in allem fand ich die Geschichte aber nicht so schlecht, wie das hier jetzt vielleicht rüberkommt. Und im Gegensatz zu Horst von Allwörden hat sie mich auch unterhalten. Und irgendwie möchte ich auch wissen, wie es weitergeht. Schließlich sollten Jim und Alan auch noch ein Gesicht bekommen.
 
© Captain Elch (Jochen)

Die Geister-Reiter

Alan Demore Band 1
von Benjamin Cook

ehemals
70 Seiten/kostenlos

Meine Meinung zur Storie ‚Die Geisterreiter’:
Klar,  man merkt, dass sich  Frank bei seiner Geschichte stark von Jason Dark hat beeinflussen lassen.
Aber das tut eigentlich nichts zur Sache.
 
Für ein Erstlingswerk ist es sehr gut gelungen. Ich habe es begeistert gelesen.
Bis auf einige Kleinigkeiten, die mir als altem Madenhacker nun mal auffallen, fand ich den ganzen Erzählablauf auch stimmig.
Kleines Beispiel. Der Zombie geht stur seinen Weg, nur bei der Jagd auf den alten Säufer entwickelt er plötzlich soviel ‚Grips’, um am Friedhofstor auf die Lauer zu gehen.
Aber das lasse ich unter dichterische Freiheit fallen.
 
Natürlich muss Frank seinen Protagonisten erst mal einführen und im Kontakt zum Kampf zwischen Gut und Böse bringen.
Fazit: Gute Geschichte, die mir Appetit auf die weiteren Erzählungen macht.

© Wolfgang Lenz (Torquill Grimmfaust)

 

© by 2006
nach oben Zurück Optimiert für 1024x768 Pixel
im IE & Mozilla Firefox