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Perry Rhodan Rezension - Taschenheft 13 - Terra in Trance

Robert Feldhoff
Perry Rhodan - Planetenromane 13
Terra in Trance
Titelbild von Dirk Schulz/Horst Gotta
Originalausgabe: Erschienen 1993 als Perry Rhodan-Taschenbuch 368


Science Fiction, Taschenheft
Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt, 22.07.2011
161 Seiten / 3,90 €

Während der Dunklen Jahrhunderte, als die Milchstraße durch den Chronopuls-Wall abgeriegelt ist und unter der Herrschaft des Kosmokraten-Abkömmlings Monos und dessen Hilfsvolk, den Cantaro, steht, sind auf Terra die meisten Menschen gefangen im Simusense, einem syntronischen Netzwerk, das ihnen eine bessere, nach ihren Träumen geformte Welt vorgaukelt. Die Körper dem Verfall preisgegeben und nur durch künstliche Ernährung am Leben erhalten, vegetiert die Menschheit in Wohnsilos dahin und ergibt sich den Träumen eines Scheinlebens.

In dieser Welt wächst Oderik Stern heran, ein Junge, der in der Metropole Terrania täglich um`s nackte Überleben kämpft. Im Alter von 10 Jahren wird er von einem Robotkommando gefangen und an das Simusense-Netz angeschlossen. Doch Oderik verfügt über die Fähigkeit des Rastersehens und so gelingt es ihm, sich als Erwachsener aus der Scheinwelt zu lösen und dem Simusense zu entfliehen. Oderik schließt sich einer Gruppe Simusense-Freier an, trifft auf Dorian Waiken, einen der acht Herren der Straßen, lernt in fremde Träume einzudringen, verliebt sich und versucht die Träumer zu befreien. Am Ende steht ihm eine Konfrontation bevor, die für seine wie auch die Zukunft der anderen im Simusense Gefangenen, entscheidend wird.

Autor Robert Feldhoff greift sich mit vorliegendem Roman eine Episode aus der Zeit der Dunklen Jahrhunderte heraus, einer zeitlichen Periode, die im 5. Jahrhundert Neuer Galaktischer Zeitrechnung ihren Anfang nahm. Er schildert die Zustände im Zeitalter des Simusense, den Kampf von Jugendbanden in den Straßen Terranias, das Überleben simusensefreier Menschen, berichtet von Traumjägern, die süchtig sind nach dem Leben anderer und offenbart die Würdelosigkeit und das Dahinsiechen der Träumer.
Doch leider beginnt der wirklich interessante Handlungsteil, nämlich der, der mit dem Ausstieg Oderik Sterns aus dem Simusense und seinem Erkennen der Realität seinen Anfang nimmt, erst mit dem 5. Kapitel bzw. ab Seite 92 des Taschenheftes. Ab da wird es spannend, die Handlung interessant, die geschilderten Ereignisse bemerkenswert. Zuvor bleibt der Text inhaltlich mager, Seiten werden gefüllt u.a. mit Oderiks Träumen von Ausbildung und Freizeit sowie allein ca. 50 Seiten vergehen, bis Oderik in die Falle des Botkommandos gerät. Dies wäre vom Grunde her nicht allzu tragisch, wäre der Roman an sich länger. Interessanterweise hat Feldhoff aber anscheinend schon Schwierigkeiten gehabt, den vorgegeben Seitenumfang mit Leben zu füllen. Durch ein relativ großes Schriftbild wird der Text auf die notwendige Länge gestreckt. Dabei bin ich der Meinung, dass die Handlungsschwerpunkte nur einfach falsch gesetzt wurden. Wenn`s endlich interessant wird, man gerne mehr vom Leben der Simusense-Freien, ihrer Sucht nach Träumen, den Simusense-Opfern und vor allem den Beweggründen der Herren der Straßen erfahren möchte, ist der Roman sehr schnell zu Ende. Möglicherweise hat Feldhoff zum damaligen Zeitpunkt unter Zeitdruck gestanden, musste das Taschenbuch schnell abliefern, wer weiß, denn Ideenarmut konnte man dem späteren Exposé-Autor normalerweise nicht gerade vorwerfen.
Wie bereits angedeutet, die Hintergründe der Handlung und die Motivation der Herren der Straßen bleiben rätselhaft. Dem Autor ist dies wohl auch aufgefallen, stellt er die entscheidenden Fragen doch durch Oderik selbst: Wofür die ganze Mühe mit Simusense und Vernetzung, warum bringt man die Menschen nicht einfach um? Geht es nur um Rache, um Sadismus? Was treibt die Besatzer an?

Auch hätte ich erwartet, da es sich bei Terra in Trance um die Neuauflage eines älteren Planetenromans handelt, dass dieser Roman, vor Drucklegung, nochmals eine Bearbeitung, zumindest aber eine Durchsicht auf mögliche Fehler, erfährt. Dies ist offensichtlich leider nicht geschehen, denn bereits die erste Textseite weist grammatikalische Fehler auf, die den Einstieg nicht gerade angenehm gestalten und bei denen es auch im weiteren Verlauf nicht bleibt.
Rein stilistisch bedient sich Feldhoff einer knappen, einfachen Sprache, mit leider auch einigen penetranten Wortwiederholungen, am nervigsten die Bezeichnung Rostknochen.
Terra in Trance hat man schnell gelesen. Kennt man die Romanhefte des Cantaro-Zyklus, ergeben sich aus dem Büchlein wohl keine neuen Erkenntnisse zu dem Themenkomplex des Simusense. Nicht nur inhaltlich, sondern auch handwerklich sicherlich eines der schwächeren Werke Robert Feldhoffs.

Copyright © 2011 by Stefan Bellack

 

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