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Perry Rhodan Rezension - Taschenheft 1 - Agent für Terra

Hubert Haensel
Perry Rhodan - Planetenromane 1
Agent für Terra
Titelbild von Dirk Schulz/Horst Gotta

Science Fiction, Taschenheft
Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt, 26.06.09
161 Seiten / 3,90 €

Wir befinden uns zu Beginn des 24. Jahrhunderts, im Jahre 2318, zur Zeit des Solaren Imperiums.
Der junge und unerfahrene Agent, Arthur Konstantin, wird vom Chef der Galaktischen Abwehr, Allan D. Mercant, auf die Kolonialwelt Charisma geschickt. Wayne Coover, ebenfalls Abwehragent, wurde dort ermordet. Anscheinend war er einer Verschwörung von Akonen und Aras auf der Spur.
Obwohl Konstantin erst wenige Stunden auf Charisma weilt, werden bereits zwei Anschläge auf ihn verübt, denen er jeweils nur knapp entkommen kann. Auch sein Informant vor Ort wird am nächsten Morgen getötet.
Arthur Konstantin selbst gerät bei seinen Nachforschungen in einen weiteren Hinterhalt, wird gefangen genommen und auf den Planeten Imhar - per Transmitter - abgestrahlt.
Dort gelingt ihm die Flucht aus einer Station der Aras, der galaktischen Mediziner. Als er sich zu Fuß durch die Wüste kämpfen muss, von der einheimischen Fauna angegriffen und verletzt wird, wird er von Nomaden gerettet, die ihn im Kampf gegen die Aras unterstützen. Wieder zu Kräften gelangt, kehrt Konstantin letztendlich allein zur Kuppelstation zurück und beobachtet die Landung eines Raumschiffs vom Planeten Charisma, der PHÖNIX. Nicht nur will er die Aktivitäten der Aras aufklären, sondern auch das Schicksal entführter Eingeborener.
Konstantin kommt einem Komplott von Aras, Springern und Akonen auf die Spur, deren Ziel nichts geringeres ist als die Eroberung Terras und die Zerschlagung des Solaren Imperiums.
Erreichen wollen sie dieses durch die Zucht und den Einsatz von Viren, die die Menschen zu willenlosen Befehlsempfängern machen.
Als Arthur Konstantin entdeckt wird, gelingt ihm die Flucht auf das fremde Raumschiff und damit ins All. Dort wird er allerdings erneut gefangen genommen und trifft zudem auf seinen alten Widersacher aus den Tagen der Ausbildung, Torrem Mibeck.
Der Kapitän des Raumschiffs, der Springer Lorman, bietet Arthur einen Handel an: Im Austausch gegen sein Leben, soll er Lormans Konkurrenten Marvis töten. Konstantin und Mibeck gelangen nunmehr zur Wasserwelt Evendyra und werden dort von Springern einem Psychoverhör unterzogen. Als Arthur den Patriarchen Marvis vor einem Attentat Mibecks retten kann, bietet der ihm ebenfalls die Freiheit an, im Austausch gegen den Aufenthaltsort Lormans.
Marvis steht zu seinem Wort, doch Mibeck gelingt die Flucht aus der Gefangenschaft der Springer und so kommt es zum Duell auf Leben und Tod zwischen den beiden Kontrahenten Konstantin und Mibeck.

Bei »Agent für Terra« handelt es sich um die Neuauflage des Perry Rhodan-Planetenromans
Nr. 350, dessen Originalausgabe im Mai 1992 erschien.
Mit der Publikation als Taschenheft versucht Pabel-Moewig neue Käuferschichten zu erreichen. Handliches Format, billiges Papier, günstiger Preis, ideal für den schnellen Konsum zwischendurch.
Warum man aber ausgerechnet diesen Roman, aus der Feder Hubert Haensels, für die Startausgabe ausgewählt hat, ist mir schleierhaft. Wenn auch Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, vermittelt »Agent für Terra« doch eher den Eindruck einer uninspirierten Auftragsarbeit, die möglichst schnell erledigt werden musste und möglicherweise unter Zeitdruck entstand.
Agent Arthur Konstantin stolpert von einer Situation in die nächste, ohne wirklich aktiv das Geschehen zu steuern. Glück und Zufall helfen ihm auch aus brenzligen Situationen immer wieder heraus.
Was hätte man aus diesem Thema machen können. Eine existenzielle Bedrohung für Terra und die Menschheit; eine Kooperation von Aras, Akonen und Springern; Stoff, der theoretisch für mehrere Bände reichen könnte und in den frühen Heftromanen gut für einen 50er-Zyklus gewesen wäre. So aber wird die Handlung durchgehechelt und gegen Ende verliert Haensel den eigentlichen Grund für den Einsatz Konstantins völlig aus dem Blickfeld. Vielmehr konzentriert er sich auf den letzten 40 Seiten auf die Fehde der Springer und die Auseinandersetzung zwischen Arthur und Torrem.
Zwar ist das Ganze relativ routiniert geschrieben, bleibt aber, trotz der Brisanz des Themas, letztendlich belanglos und kann als Marginale aus den Annalen des Solaren Imperiums abgehakt werden.

Gerade unter den Planetenromanen gibt es wirkliche Perlen wie z. B. »Die Festung der Raumfahrer« (Band 34), die Storys um die Hüter des Lichts mit Tengri Lethos, die Vlcek-Romane usw. Konnten hier doch die Autoren, abseits des Seriengeschehens, ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Wenn schon eine Neuauflage, hätte ich jedenfalls, besonders für die Nummer 1, einen Roman unter den ersten 100 Bänden gewählt. Ob sich so aber wirklich neue Leser gewinnen lassen, lassen wir mal dahingestellt. Die zukünftigen Verkaufszahlen werden es zeigen.

Der vorliegende Roman ist somit höchstens etwas für die Nostalgiker unter den Perry Rhodan - Fans, Komplettsammler und all diejenigen, die damals die Erstauflage verpasst haben bzw. sie sich noch nicht antiquarisch beschafft haben.

Als Taschenheft Nr. 2 erscheint am 21.08.09 »Die Show der Sterne« von Robert Feldhoff. Hierbei handelt es sich um die Neuauflage von Planetenroman Nr. 364, der 1993 unter dem Titel »Die größte Show im Universum« erschien.

© Stefan Bellack

 

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