Perry Rhodan TB Band 98
Wettfahrt der Entdecker
von Hans Kneifel
Titelbild von Johnny Bruck
Pabel-Moewig Verlag KG
Erschienen 1972
156 Seiten/ 2,80 DM
An dessen Ende würde die Heimfahrt auf ihn warten, wenn ihn ein flugtaugliches Schiff endlich zurück nach Arkon bringen würde. Falls er den Barbaren von Laarsafs Stern etwas unter die Arme greifen musste, um der Entwicklung etwas vorzugreifen, dann war ihm das nur Recht.
Zu seiner Enttäuschung stellte er jedoch fest, dass die Menschheit viel von dem Wissen, das er in früheren Missionen streute, bereits wieder verloren hatte. Schlimmer noch, dass es Flecken auf der Erde gab, die unterschiedlichen Entwicklungen nachgingen: Während in der Südsee Stämme einander bekämpften, und als Menschenfresser den anderen auffraßen, beschäftigte sich Nikolaus Kopernikus in Thorn damit – mittels Teleskopen – den äußeren Rand unseres Sonnensystems zu erkunden. Atlan beschloss der Menschheit einen Denkstoß zu vermitteln, dass sie alle auf einem Planeten leben würden. Mit Hilfe Magelans wollte er dies bewerkstelligen. Und ganz nebenbei bekämen wir Barbaren noch mit, dass dieser Planet eine Kugel sei...
Hans Kneifel liefert mit diesem Band sein elftes Atlan-Zeitabenteuer ab, von denen es davon über fünfzig gibt, die ich, bis auf einen, in meiner Sammlung habe. Ich mag seine Romane, obwohl ich eingestehen muss, dass ich Hans Kneifel nur in geringen Dosen vertrage. Sein Stil ist mir zu schwülstig, obwohl ich seine ausufernden Beschreibungen liebe. Weniger wäre in vielen Fällen doch mehr gewesen...
Es gelingt mir, seine Romane nur in gewissen Abständen zu lesen. Vor allem, mit anderen Autoren dazwischen! Wenn H. P. Lovecraft als der Vater des Adjektivs bezeichnet wird, dann darf sich Hans Kneifel gern sein Sohn nennen.
Dieser Roman, in meiner dritten Auflage auch schon wieder neunzehn Jahre alt, muss seine Erstveröffentlichung wohl in den ausgehenden Sechziger, anfangs Siebziger, erfahren haben, und ist wohl mit dem Schreibstil des heutigen Hanns Kneifel (kein Schreibfehler!) nicht mehr zu vergleichen. Der Roman ist allemal unterhaltsam, doch mit der Spannung tut er sich ein wenig schwer. Hans Kneifel vermittelt Wissen über die Natur und die Geschichte, vermag auch die Menschen gut zu beschreiben, aber dabei geht doch gelegentlich die Spannung etwas flöten. Und es macht sicher etwas aus, wenn der geneigte PR-Leser weiß, dass der Hauptfigur sowieso nichts wirklich Böses widerfahren wird, da er ja in der Serie mit Band fünfzig seinen ersten Auftritt hat: mit allen zehn Fingern und Zehen, aber doch mit einigen Narben versehen. Für mich als Leser tut dies jedoch keinen Abbruch, da ich die Figur als solches liebe, und alles, was mit ihr im Zusammenhang steht, mit Interesse verfolge, oder besser gesagt: Wieder verfolge. Und zu zurückzukehren, ich mich doch immer wieder freue. Manchmal beende ich den Roman mit einem besseren, dann wieder mit einem schlechteren Gefühl, aber unterhalten habe ich mich bis jetzt immer.
© Michel Wuethrich |