Das System der blauen Riesen
Perry Rhodan Nr. 289
von Clark Darlton
Moewig Verlag
65 Seiten / 0,80 DM
Nach der Zerstörung des Sechseck-Transmitters im Zentrum Andromedas fliehen die Terraner vor der Schockwelle, die sie dadurch unbeabsichtigt ausgelöst haben. Doch sie sind nicht die einzigen, die fliehen. Auch ein Schiff der Sonneningenieure (jener Wesen, die den Transmitter konstruiert haben) versucht zu entkommen. Als Gucky und die Parasprinter Rakal und Tronar Woolver auf dieses Schiff aufmerksam werden, springen sie mittels ihrer Fähigkeiten kurz entschlossen hinein. Nach kurzer Zeit fassen die Sonneningenieure Vertrauen zu den Eindringlingen. Gemeinsam mit einigen Terranern reisen sie zur Heimatwelt der eigenartigen Wesen. Diese Welt wird jedoch beherrscht von den Tefrodern und somit indirekt von den Meistern der Insel, die die Sonneningenieure für ihre Zwecke ausnutzen. Bei einem Angriff der Tefroder sterben die meisten Terraner. Neben Gucky und den Woolver-Zwillingen überleben nur Don Redhorse und sechs seiner Männer. Letztere geraten in Gefangenschaft der Tefroder.
Diesen Band kann man mit einem einzigen Wort umschreiben: Gähn!
So wenig Handlung auf 64 Seiten musste ich selten ertragen. Clark Darlton ist es mit diesem Band leider gelungen, mich so trefflich zu langweilen, dass mir am Ende sogar das Schicksal der Gefangenen schnurzpiepegal ist. Auch die Vorfreude auf den Abschluss dieses Doppelbandes hat darunter gelitten.
Clark Darltons Hang zu skurrilen Gestalten bringt zuweilen Unterhaltsames hervor, hier jedoch greift er daneben. Aber ein Schiffscaptain, der früher Laienschauspieler war und nun ständig hochgestochen wie auf der Bühne daherschwafelt, weiß mich leider nicht zu faszinieren.
Ein Highlight möchte ich aber nicht unerwähnt lassen:
Dieser Roman ist Anfang des Jahres 1967 erschienen. Etwa ein halbes Jahr ist vergangen, seit die Beatles ihr Album „Revolver“ auf den Mark brachten. Und noch etwa vier Monate sollten vergehen, bis sie ihren musikalischen Meilenstein „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ veröffentlichen würden.
An einer Stelle des Romans philosophiert Gucky (wenn ich mich richtig erinnere) über die alten Klassiker der Erde: Bach und die Beatles. Als er gefragt wird, warum er die Beatles zu den Klassikern zählt, antwortet er sinngemäß: „Ihre Musik hat man erst verstanden, als sie schon tot waren.“
Nun, ich glaube, es würde die beiden noch lebenden Beatles hart treffen, wenn sie erführen, dass man ihre Musik auch über dreißig Jahre nach Auflösung der Beatles noch nicht versteht ...
© Olsen |