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Das Sonneninferno Moewig Verlag Ich gestehe, dass ich mit diesem Roman gar nichts anfangen konnte. Zum einen ist da der vor militärischem Pathos strotzende Schreibstil von K.H. Scheer, der auf jeder Seite schulterklopfende Kameradschaft verheißt, die irgendwann anfängt, lästig zu werden. Und wenn Atlan sich zum wiederholten Male gedanklich damit auseinandersetzt, was für prächtige Kerle diese Terraner doch sind, wenn er sich zutiefst bewegt und emotional erschüttert für einige Seiten in seine Kabine zurückzieht, weil er einen Blumenstrauß bekommen hat (!) und wenn sich führende Admiräle zum wer weiß wievielten Mal für ihre vulgäre Ausdrucksweise entschuldigen, weil sie sagen, sie hätten jemanden „übers Ohr gehauen“ - tja, dann verliere ich langsam das Interesse an der Geschichte, weil mich die Art ihrer Präsentation zu Dreck nervt (bitte entschuldigen Sie meine vulgäre Ausdrucksweise). Dennoch könnte mich eine fesselnde Geschichte von dem Schwulst, in den sie gepackt ist, ablenken. Das misslingt hier aber völlig. Noch bevor ich das Heft aufgeschlagen habe, konnte ich auf dem Cover lesen: „Sie erschaffen die Anti-Sonne - und zerstören die Straße zwischen den Sternen“. Na ja, und damit ist der Inhalt und der Ausgang der Geschichte in voller Pracht enthüllt. Die Frage, ob Perry Rhodan tatsächlich so konsequent ist, den Verbindungsweg zu einer anderen Galaxis zu zerstören, oder ob ihm im letzten Augenblick eine andere Lösung einfällt, stellt sich gar nicht erst. Dem Untertitel auf dem Cover sei Dank. Im Vorgängerband wurde die Zerstörung des Sonnentransmitters beschlossen. Als geneigter Leser dachte man sich: „Sechs Sonnen zerstören? Wow! Wie werden sie das nur schaffen?“ Genau diese Gedanken machen sich die Protagonisten am Anfang dieses Romans auch. Doch nur wenige Seiten später hat der Tausendsassa Arno Kalup eine feine neue Waffe entwickelt, mit der das alles gar kein Problem mehr ist. Also mal ehrlich, unter so etwas leidet selbst die Glaubwürdigkeit einer SF-Geschichte. Hätte man da nicht schon ein paar Hefte vorher mal erwähnen können, dass der olle Kalup gerade dabei ist, etwas wirklich Tolles zu basteln? Geschadet hätte es sicher nicht. Fazit: Ein für die Zyklus-Entwicklung wichtiger Roman, der allerdings von der Ausführung nicht zu überzeugen weiß. © Olsen |