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Wim VandemaanDie Stunde der Auguren Perry Rhodan Nr. 2604 Das Solsystem befindet sich nicht mehr an seinem angestammten Platz in der Milchstraße, es wurde komplett von einer unbekannten Macht versetzt. Langsam kommen die Bewohner Terras wieder zu sich, erwachen aus tiefster Dunkelheit und anfänglicher Orientierungs-losigkeit. In der Solaren Residenz beruft Reginald Bull, der Terranische Resident, die erste Krisensitzung ein, der noch viele weitere folgen werden. Parallel zu diesen Ereignissen ist der Journalist Shamsur Routh auf der Suche nach seiner Tochter Anicee, deren Mutter übrigens die Erste Terranerin Henrike Ybarri ist, und deren Freundin Auris. Seine Suche führt Routh von Terrania nach Hamburg, wo er auf einer der Ebenen der Reeperbahn Anicee und Auris findet. Mit ihnen wird er Zeuge der Rede des Auguren Stradnaver. Routh verfolgt Stradnaver und erlangt Kenntnis von einem geheimnisvollen Projekt der Fremden. Routh fliegt zurück nach Terrania, wo der Augur Stradhaird zu den - überwiegend jungen - Terranern spricht. Auch bei ihm geht es um die Sonne. Die erneute Begegnung von Routh, Anicee und Auris endet in einer Katastrophe. Nimmt man PR # 2604 zur Hand, fällt als Erstes der andere, abweichende, neue Stil der Titelillustration ins Auge. Zwar ist das nicht das erste Titelbild, das der ehemalige Risszeichner, Oliver Scholl, zur Perry-Rhodan-Serie beisteuert (eine Vierer-Staffel gab es bereits beim TERRANOVA-Zyklus), aber stilistisch hebt er sich deutlich von den Stamm-Zeichnern Schulz, Papenbrock und Kelsner ab. Die verwaschenen Pastelltöne, die Retrooptik, das Motiv könnten glatt einem Modejournal entstammen und in einer Mall, wie sie auch heute bereits existieren, aufgenommen sein, wären da nicht die Explosionen im Hintergrund. So spielt das Cover auf die Kaufhaus-Szene gegen Ende des Romans an und kombiniert die dargestellte, vordergründige Szenerie mit der Stahlorchidee, dem terranischen Regierungssitz, in der sich Bull, Ybarri und weitere wichtige Würdenträger befinden. Dem Autor Wim Vandemaan gelingt es, die Phasen von Traum und Erwachen, das Empfinden der Menschen in der Solaren Residenz wie auch auf Terra, nach der Versetzung des Solsystems, wunderbar in Worte von surrealistischer Kraft zu kleiden und den Übergang von absoluter Finsternis zu Licht eindrucksvoll und bildhaft zu beschreiben. Ein Roman, bei dem einen schon die ersten Zeilen zu fesseln vermögen, man unbedingt mehr erfahren will und einfach weiterlesen muss. Das Solsystem steht zum wiederholten Male im Zentrum der Ereignisse. Räumliche und temporale Versetzungen gab es ebenfalls bereits in der Geschichte Perry Rhodans. So fanden sich Erde und Mond einst im Mahlstrom der Sterne wieder und das Antitemporale Gezeitenfeld versetzte, während des Falls Laurin, das Solsystem 5 Minuten in die Zukunft und während des Konzilszyklus lässt es das Solsystem quasi in der Zeit pendeln. Die im Titel genannten Auguren waren, laut Wikipedia, römische Beamte, die zu ergründen hatten, »ob ein vom Staat oder von einem Familienoberhaupt geplantes Unternehmen den Göttern genehm sei.« Die Auguren verkündeten den Willen der Götter, den sie »beim augurium aus dem Flug und dem Geschrei der Vögel und anderer Tiere« lasen. Bei Perry Rhodan steht der Augur für eine »in die Zukunft eingeweihte Person«. Vandemaan verleiht den Auguren etwas Geheimnisvolles, Prophetisches und gibt ihnen Züge von Verführern. Sie sind seltsam gesichtslos, unangreifbar, ihr Gebaren gleicht denen von Sektierern. Doch diese beiden minimalen Kritikpunkte können nicht den mehr als positiven Gesamteindruck des vorliegenden Romans schmälern. Ein Roman, der mich begeistert hat und der ganz sicher zu den Höhepunkten dieses Zyklus zählen wird. Quellen: Copyright © 2011 by Stefan Bellack |