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Macabros Romanrezension - Zaubermond Verlag - Band 3

Dennis Ehrhardt, Christian Montillon
Dan Shocker’s Macabros - Band 3
Prozession der Verlorenen
Titelillustration /Titelgestaltung von R.S. Lonati
Innenillustrationen von Sandra Giel


Horror, Hardcover
Zaubermond-Verlag, Hamburg, November 2008
252 Seiten/14,95 €

www.zaubermond.de

Björn Hellmark muss tatenlos mit ansehen, wie Anna in den Krater des Vergessens stürzt. Kurz darauf verlässt eine unheimliche Prozession den Krater, bestehend aus den Geistern jener, die nach Itaron kamen, um die magische Kuppel zu stärken, welche die fremde Dimension im Augenblick gefangen hält. Während Björn der Prozession der Verlorenen folgt, schickt er seinen bioplasmatischen Doppelkörper Macabros in das unterirdische Labyrinth unterhalb des Kraters. Doch dann geschieht etwas Merkwürdiges: Der Kontakt zwischen Björn und seinem Ätherkörper reißt ab, und Macabros beginnt unabhängig vom Körper Hellmarks zu agieren …

Auf der Erde geht derweil Richard Patrick einem Hinweis auf dämonische Aktivitäten nach. Ein berühmter Hollywood-Star gibt eine seiner berüchtigten Partys und kündigt für Mitternacht eine echte Geisterbeschwörung an, die in Wirklichkeit den Zweck erfüllen soll, einen echten Dämon auf die Erde zu holen. Glücklicherweise ist Patrick nicht ohne Rückendeckung zu der Party gegangen und die Dämonendiener müssen erkennen, dass auch kleine Dinge eine große Wirkung haben können …

Aus Zeitmangel holte sich Christian Montillon, Autor der neuen MACABROS-Abenteuer, Dario Vandis, alias Dennis Ehrhardt, ins Boot. Vandis, selbst bekennender MACABROS-Fan, hat bereits einen neuen Roman zu der Serie LARRY BRENT beigesteuert. »Alraunenfluch« erschien im BLITZ-Verlag und gehört zu den besten Beiträgen der Serie, die nicht von Dan Shocker selbst stammen. Auch im vorliegenden MACABROS-Buch erweist sich Dario Vandis als versierter und handfester Unterhaltungsschriftsteller.
Wie es mit Rani Mahay und Danielle de Barteauliee weitergeht, darauf muss sich der Leser noch gedulden, denn im vorliegenden Roman gibt es zunächst ein Wiederlesen mit Richard Patrick und Whiss, dem Wesen aus der Mikrowelt. Patrick war seit den letzten MACABROS-Bänden aus der Feder Dan Shockers nicht mehr mit von der Partie, umso interessanter ist seine Rolle in diesem Fall, denn immerhin gehört er zu Björns engsten Freunden und zu seinen wichtigsten Mitstreitern im Kampf gegen die Mächte der Finsternis. In diesem Roman darf der Theoretiker zeigen, dass er auch an vorderster Front einen kühlen Kopf bewahrt. Selbst Whiss hat in diesem Band einen sehr bemerkenswerten Auftritt und darf dieses Mal eine echte Hilfe sein und nicht nur den Pausenclown spielen. Zugute kommt dem Roman außerdem, dass sich auf zwei, respektive drei Handlungsstränge konzentriert wird und sich die Zahl der mitwirkenden Charaktere begrenzt. Bei der Fülle an Figuren müssen die Autoren sichtlich auf der Hut sein, dass sie einerseits den Fans gerecht werden, sich aber andererseits auch nicht in dem Wust an Figuren verheddern, welchen Dan Shocker hinterlassen hat. Dabei kann es natürlich schon zu dem einen oder anderen Fehler kommen, wie bei der Behauptung, dass Hellmark einst Whiss aus der Mikrowelt mitbrachte. Das kleine, vogelähnliche Wesen wurde aber eigentlich von Rani Mahay gefunden und mit auf die Erde transportiert. Für den bildhaften Stil der Autoren spricht vor allem die Darstellung der besessenen Menschen, die stark an die Untoten aus den Filmen »28 days later« und »Dawn of the Dead« erinnern. Hier wurde mehr Wert auf die Horror-Komponente gelegt, die in diesem Buch deutlich zum Tragen kommt. Stilistisch bewegt sich die Geschichte auf einem soliden, unterhaltsamen Niveau. Man kann den Text trotz einiger Druckfehler flüssig lesen. Lediglich die Odyssee von Björn und Macabros ist ein wenig langatmig und vorausschaubar, endet aber mit einer interessanten Konstellation, die im nächsten Band für einiges Aufsehen sorgen wird.

Das Cover zeigt wieder einmal eine gelungene und überaus zutreffende Illustration von R.S. Lonati, von dem noch einige Werke verwendbar sind und dank moderner Computertechnik auch zu neuen Motiven umgewandelt werden können. Eine angemessene Aufmachung für die faszinierende Horror-Fantasy-Serie von Dan Shocker. Die Innenillustrationen von Sandra Giel sind eine zusätzliche Bereicherung des Buches.

Fazit:
Rasante Fortsetzung der Ereignisse in und um Itaron. Dario Vandis als neuer Autor findet sich in dem komplexen Universum von MACABROS scheinbar mühelos zurecht. Sein Stil ergänzt sich in vollkommener Art und Weise mit dem des Autors Christian Montillon.

© Florian Hilleberg

 

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