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Dan Shocker – Larry Brent Band 38 Die Hexengruft Paperback Blitz-Verlag 160 Seiten/9,95 Euro ISBN 9783898407380
Auf Mallorca geht Larry der Spur eines mysteriösen Ereignisses nach. Ein merkwürdiger Mann, namens Hopeman verspricht zwei älteren Frauen des gehobenen Standes, ihnen den Mann ihrer Träume zu verschaffen. Doch der Euphorie folgt alsbald die Ernüchterung, denn die Traummänner entpuppen sich als mordende Roboter ... Die erste Story ist die bislang vierte Konfrontation des Dr. Satanas mit der PSA. Leider fehlten diesmal Satanas’ Verwandlungskünste und das damit einhergehende Rätselraten, hinter welcher Maske sich der wahnsinnige Verbrecher nun verbirgt. Zudem beinhaltete die Story mit den Robotern und den genetischen Veränderungen etwas zu viele Science-Fiction-Elemente, obwohl die Thematik natürlich hochaktuell ist. Gerade genetische Versuche am Menschen geraten ja immer wieder ins Kreuzfeuer der Kritik und Shockers Anspielung auf den zunehmenden Perfektionismus der Gesellschaft (die beiden reichen Damen, welche sich den perfekten Mann quasi bestellen) passt ideal in diesen Kontext. Der Stützpunkt in der Arktis und der Angriff der Soldaten erinnert stark an James Bond, was allerdings nicht weiter schlimm ist. Nicht so ganz nachvollziehen ist die Erklärung, wie über Nacht durch Genetik die menschliche Körperstruktur derart verändert werden kann, dass man am nächsten Tag mit einem Pferdekopf aufwacht. Von der Dramaturgie her perfekt inszeniert wurde der Kampf zwischen Iwan Kunaritschew mit dem falschen Satanas, was zu diesem Zeitpunkt natürlich keiner wusste. Ein weiterer Pluspunkt des Romans ist die Internationalität der Schauplätze. Beginnend auf der Ferieninsel Mallorca, über die Vereinigten Staaten bis hin zu den eisigen Regionen der Arktis reichen die Lokalitäten. Satanas selbst präsentiert sich perfide und hinterlistig wie eh und je, und selbst wenn die Story an einigen Stellen schwächelt, bietet der Roman rasante und unheimliche Unterhaltung von der ersten bis zur letzten Seite. Handlung und Schauplatz der zweiten Geschichte sind dagegen nicht gerade neu, aber dennoch ist auch dieser Roman spannend geschrieben worden. Insbesondere die Szene, in der die jungen Menschen ihre Schwarze Messe feiern und von der Hexe ermordet werden wurde sehr eindringlich erzählt, da es für die Jugendlichen keine Fluchtweg aus der Kapelle gibt. Die Pointe, in welcher der Helfer des Hexengeistes entlarvt wird ist ein weiterer Pluspunkt dieser Geschichte. Bemerkenswert ist auch, dass Cynthia Maniot nicht nur eine böse Hexe ist, sondern nur aufgrund ihrer wochenlangen Folter sich dem Satan verschrieben hat, nachdem sich ihr Geist verwirrte. Das macht sie eher zu einem bedauernswerten Opfer, mit dem man irgendwie mitfühlt, obwohl man ihren Rachefeldzug deshalb natürlich nicht billigen kann, da die Bewohner von Brimsley ja nichts für die Verbrechen ihrer Vorfahren können. Dieser Roman verbindet auf unnachahmliche Art und Weise subtilen Horror mit Action und Splatter-Elementen. Die unbekannte Krankheit, welche zuerst die Apothekerin und dann Peggy Langdon befallen hat, sorgt für die nötige Portion Mystery, während die Szenen innerhalb der Kapelle nichts für schwache Nerven sind. Darüber hinaus macht es einfach Spaß Larry Brent dabei über die Schulter zu schauen, wie er den Fall Stück für Stück aufrollt und ein Puzzleteil zum anderen hinzufügt. Die Aufmachung ist wieder einmal grandios. Gerade die Illustrationen von Pat Hachfeld machen dieses Buch zu einem Sammlerstück, zumal beide Werke rundum gelungen sind. Die morbiden, bizarren Motive, die Hachfeld für die Shocker-Serien LARRY BRENT und MACABROS fabriziert, liegen genau auf der Wellenlänge des Künstlers und sollten den Serien nicht verloren gehen. Fazit:
© Florian Hilleberg |