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Larry Brent Paperback-Rezension Band 34

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Florian Hilleberg | Gunter Arentzen

Dan Shocker – Larry Brent Band 34
Der Unheimliche

Blitz-Verlag
Paperback
160 Seiten/9,95 Euro
ISBN 978-3-89840-734-2

Das Buch enthält die beiden Larry-Brent-Romane „Die Lady mit den Totenaugen“ und „Der Unheimliche aus dem Sarkophag“, die erstmals in der Reihe Silber-Grusel-Krimi als Band 67 und 68 erschienen sind.

Die Lady mit den Totenaugen

Eigentlich sind Larry Brent und Iwan Kunaritschew, ihres Zeichens PSA-Agenten im Dienste der Menschheit, auf dem Weg in den Urlaub, als ihnen eine Frau über den Weg stolpert, der man die Augen entnommen hat. Als die Frau am nächsten Tag aus der Klinik verschwindet, wittern die Agenten einen neuen Fall und setzen ihren Chef, David Gallun, von den Geschehnissen in Schottland in Kenntnis. Die Spur führt zunächst zu einem nahegelegene Sanatorium, welches Lord Billerbroke in seinem Schloss untergebracht hat. Larry gibt sich als Scotland-Yard-Beamter aus. Tatsächlich scheint der Lord ein grausiges Geheimnis zu hüten.
Was hat es beispielsweise mit dem seltsamen Meteor zu tun, der in der Nacht zuvor unweit des Schlosses nieder ging? Gibt es Parallelen zu dem Himmelskörper, der vor fünfzig Jahren fast an der derselben Stelle herabstürzte?
Und wer ist der Wahnsinnige, der unschuldigen Menschen die Augen herausschält?

Der erste Roman lebt von einer bedrückenden Atmosphäre, die zum großen Teil dadurch erzeugt wird, dass der Roman viel in der Nacht und dazu an sehr unheimlichen Orten spielt. Eine einsame Gegend mitten in Schottland und ein Schloss, welches zugleich als Sanatorium für psychisch Kranke gilt. Hier hat Dan Shocker einen dramaturgischen Geniestreich getan als er zwei typische Schauplätze des Genres verknüpft hat.
Die Tatsache, dass jungen Menschen, vorzugsweise Frauen, die Augen aus dem Kopf geschält werden ist mit verantwortlich für den Gruseleffekt, denn fast ebenso gravierend wie die Angst vor dem Tod ist die Angst vor dem Verlust des Augenlichts. Allerdings wird nicht schlüssig erklärt, weshalb die Täter ihre Opfer laufen bzw. überhaupt am Leben lassen und damit die Gefahr der Entdeckung in Kauf nehmen. Auch die beiden Meteoritenabstürze, welche sich in 50-jährigem Abstand ereigneten werden nur unzureichend erklärt.
Davon abgesehen zieht einen die Geschichte unweigerlich in seinen Bann und endet in einem dramatischen Finale, dass noch einmal alle Register des Grauens zieht.

Der Unheimliche aus dem Sarkophag

In Paris wird die Mumie des verstoßenen Hohepriesters Ak-Hom wiedererweckt. Ak-Hom diente zu Lebzeiten dem Dämonengott Orus und hatte mit seiner Hilfe den Tod überwunden. Nun ist er auf der Suche nach seiner Geliebten Nafri, dessen Mumie ebenfalls in Paris aufbewahrt wird. Auf dem Weg zu seiner einstigen Liebe hinterlässt Ak-Hom eine Spur aus Leichen, die er bestialisch umbringt. Mit jedem weiteren Opfer verwandelt sich der ehemalige Hohepriester mehr und mehr selbst in den Dämonengott.
Können Larry Brent und Morna Ulbrandson den Unheimlichen aufhalten?

Der zweite Roman beginnt mit einer stimmungsvollen Szene aus dem alten Ägypten, bevor sich die Handlung, für den Leser unerwartet, in das Paris der Gegenwart verlagert. Lebende, mordende Mumien sind ein beliebter Stoff für klassische Gruselgeschichten. Dan Shocker fügt diesem Topoi eine gehörige Portion Brutalität hinzu und kreiert einen Grusel-Krimi der auf magisch-dämonischen Ursachen basiert und keine pseudowissenschaftliche Erklärung heranzieht. Die Erschaffung eines Klons der Pharaonentocher Nafri ist eine Nebenhandlung, welche Leser und Ermittler in die Irre führen soll und daher den Faktor Zufall arg strapaziert.
Der Roman bietet dennoch sehr spannende und kurzweilige Unterhaltung, was vor allem an der lebendigen Sprache des Autors und der Überarbeitung durch das hervorragende Lektorat liegt, welches die bisweilen stark antiquierten Texte um so manche Stilblüte erleichtert.
Sehr gut herausgearbeitet wurde auch die geistige Abhängigkeit einer Kunststudentin, welche die Mumie in einem geerbten Haus entdeckt und zum Leben erweckt. Während alle Menschen in ihrer Umgebung die Mumie als das wahrnehmen was sie wirklich ist, nämlich ein ausgetrockneter Leichnam, so sieht sie nur einen attraktiven Mann. Das verleiht der Szenerie etwas Morbides und Nekrophiles, ohne dabei die Grenzen des guten Geschmacks zu überschreiten.
Abgerundet wird der Band durch die Illustrationen von Pat Hachfeld, der sein Können abermals eindrucksvoll unter Beweise stellt. Besonders die „Lady mit den Totenaugen“ stellt das Original-Cover von Lonati, auf welches der Verlag mit gutem Grund verzichtete, mühelos in den Schatten.

Fazit:
Klassische Grusel-Romane aus der Feder Dan Shockers, die, auch wenn es abgedroschen klingt, nichts für schwache Nerven sind.

Bewertung:




© Florian Hilleberg

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Dan Shocker
Larry Brent Band 34 – Der Unheimliche
Blitz-Verlag, 12/2006
Paperback, Mystery-Thriller, ISBN 978-3-89840-734-2, 160 Seiten, 9,95 Euro
Coverbild: Lonati. Innenillustrationen: Pat Hachfeld

Dieser Band enthält die Romane Die Lady mit den Totenaugen sowie Der Unheimliche aus dem Sarkophag, die erstmals als Silber-Grusel-Krimi Band 67 und Band 68 erschienen sind.

Im ersten Fall haben es Larry Brent und Iwan Kunaritschew mit unheimlichen Begebenheiten in Schottland zu tun. Unvermittelt treffe sie auf eine schwer verletzte Frau, der man die Augen ausgeschält hat. Als diese auch noch auf mysteriöse Weise aus dem Krankenhaus verschwindet, wittern die beiden PSA-Agenten, dass dies ein Fall für sie ist. Denn noch andere Dinge geschehen, die nicht nur die Agenten, sondern auch die Menschen vor Ort beunruhigen. So geht ein Meteor nieder und schlägt nahe einer Klinik ein. Ein Ereignis, das sich so schon einmal ereignete – nur 50 Jahre zuvor. Was hat es damit auf sich, wer hat der Frau das Augenlicht genommen und welche Rolle spielt der Leiter der Klinik, in deren Nähe sich all das abspielte? Oder handelt es sich nur um Zufälle? Die beiden Agenten müssen alle Register ziehen, um das Rätsel zu lösen.
Der zweite Roman ist von gänzlich anderer Thematik, denn hier geht es um das alte Ägypten, seine Sagen und Flüche. In Paris taucht nicht nur die Mumie des Hohepriesters Ak-Hom auf, sondern es ereignen sich auch in kurzer Zeit einige schauerliche Morde. Steht die Mumie hiermit in Zusammenhang? Oder gibt es eine andere Erklärung für die Taten? Larry Brent und seine schwedische Kollegin Morna Ulbrandson, beide auf dem Weg nach New York, werden von X-Ray 1 damit beauftragt, genau diese Frage zu klären.

Die beiden Bände unterscheiden sich deutlich in ihrer Thematik, nicht aber in ihrer Spannung und Atmosphäre. Die von Dan Shocker geschriebenen Romane zeigen eindrucksvoll, dass der Autor auf verschiedene Arten zu unterhalten verstand. Lebt der erste Band von der grauenvollen Tat und der Stimmung in dem kleinen schottischen Städtchen, so ist es im zweiten Fall zwar das mondäne Paris, doch wird hier die Spannung vor allem durch die direkte, übernatürliche Bedrohung erzeugt. Zudem beschränkt sich der Autor auf einzelne Ausschnitte der Stadt, die Paris fast provinziell erscheinen lassen. Dies tut der Atmosphäre aber keinen Abbruch, sondern verstärkt sie viel eher, da der Leser nicht durch den modernen Flair der französischen Hauptstadt abgelenkt wird, sondern sich auf die stimmigen, gruseligen Szenen konzentrieren kann. So erlebt er in einem Band zwei völlig unterschiedliche Themen, die ihn jedoch beide in ihren Bann ziehen.
Die Illustrationen, mit denen der Band angereichert wurde, können nicht vollends überzeugen. Zwar ist das erste Bild gelungen, das zweite hingegen wirkt auf den Betrachter eher, als habe er es mit SciFi zu tun. Das an ein Alien erinnerndes Wesen erscheint zwar grotesk, ohne aber den Hauch des Unheimlichen zu verströmen. Hier wäre ein anderes Bild sicherlich stimmiger gewesen.

Fazit: Ein Roman, der nicht nur die Fans der Serie begeistern dürfte. Wer gedruckten Grusel und Horror mag, kann hier bedenkenlos zugreife. Larry Brent Band 34 ist Shocker as it's best!

© ga

 

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