| Sie sind hier: Startseite - Background - Rezensionen - Larry Brent - Paperback-Rezension Band 4 | ||||
|
||||
Dan Shocker Band 4 Dieser Band enthält die Heftromane „Der Satan schickt die Höllenbrut“ und „Das Totenhaus der Lady Florence“. Beide Romane erschienen in der Serie „Larry Brent“ als Band 23 und 26.
Der Roman beginnt vielversprechend mit einem grauenhaft Mord an einer amerikanischen Undercover-Agentin. Dass aber weder der Polizeiarzt, noch einer der besten Spezialagenten der Welt, die Wunden, welche von einer Großkatze verursacht werden von den Verletzungen durch Insekten unterscheiden können ist unglaubhaft und hanebüchen. Dabei ist die Story selber gar nicht schlecht, denn ein Wissenschaftler hat einen Lockstoff für Stubenfliegen entwickelt, der die Tiere aber dummerweise ziemlich aggressiv macht. Natürlich interessieren sich diverse Gangster für dieses Präparat und ziehen ein Komplott auf, dass selbst die PSA vor ein Rätsel stellt. Leider übersieht der Autor dabei völlig, dass Stubenfliegen, allein aufgrund ihrer Anatomie dem Menschen gar nicht gefährlich werden können. Die Haut des Menschen ist für die kleinen Insekten eine undurchdringliche Barriere. Das Totenhaus der Lady Florence In diesem Roman erwartet den Leser ein alter Menschheitstraum und gleichzeitig ein klassisches Gruselthema: Die Unsichtbarkeit. Sich von anderen unbemerkt bewegen zu können, hat sich wohl jeder schon einmal gewünscht und im Umkehrschluss ist ein Gegner den man nicht sieht immer eine ungeheure Bedrohung. Typischerweise verwendet der Autor wieder mal keine übernatürliche Erklärung, sondern legt dieser überaus spannenden Geschichte ein wissenschaftliches Experiment zu Grunde. Die Rahmenhandlung verläuft dabei wieder in einigen Windungen und der Leser muss mit einigen Überraschungen rechnen. Ein echter Leckerbissen für alle Fans bildet vor allem der Auftritt von Larrys jüngerer Schwester Miriam, auch wenn für deren Involvierung in die Handlung der Zufall herhalten musste. So ist es wirklich mehr als unglaubwürdig, dass die zufällig in England weilende Miriam die Tochter des Schriftstellers Burling kennen lernt, der zufällig das Haus der Dodgenkeems gemietet hat, wo sich zufällig das Labor des Unsichtbaren befindet. Darüber hinaus trifft Iwan in Plymouth zufällig in einem Nachtclub, wo er sich vor der Polizei versteckt, die Freundin Yorksheres, die zufällig an dem Abend tanzt. Dennoch verpackt Dan Shocker diese Glücksfälle auf eine geschickte Art und Weise, so dass der Lesespaß nicht beeinträchtigt wird und der rasante, lebensnahe Erzählstil tut ein übriges, damit keine Langeweile aufkommt. Insbesondere die düstere Stimmung innerhalb des verlassenen Hauses, als Richard Burling die Schritte hört, obwohl sich niemand in dem Haus befindet, nimmt den Leser sofort gefangen. Das und die Umgebung des nebelverhangenen Moores bilden die perfekte Kulisse für eine klassische Gruselatmosphäre. Die Illustrationen zu den Geschichten stammen wie immer von Pat Hachfeld, der für den ersten Roman eine seiner schwächeren Arbeiten ablieferte, aber in anbetracht der Vorlage ist das durchaus vertretbar. Umso gelungener wirkt die Gruft der Dodgenkeems, welches der Künstler für den zweiten Roman zu Papier brachte. Alles in allem ein sehr durchwachsenes Buch, dessen erste Story zu den schwächeren Beiträgen zur Serie gehört. Die folgende Geschichte hingegen bietet Spannung pur und hat alles, was einen spannenden Larry-Brent-Roman ausmacht. © Ripper |