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Dieser Band enthält die Heftromane „Nachts, wenn die Toten kommen“ und „Die Treppe ins Jenseits“. Beide Romane erschienen in der Serie „Larry Brent“ als Band 05 und 25. Nachts, wenn die Toten kommen Die erste Story vermittelt zunächst den Eindruck ein gewöhnlicher Roman über eine obskure Sekte zu sein. Doch schon bald stellt der Leser fest, dass die Hintergründe weitaus komplizierter sind, als es sich im ersten Moment darstellt. Auf relativ wenig Seiten werden unheimlich viele Namen und Charaktere eingebaut, so dass der Leser schnell durcheinander kommt. So wie der Autor, denn kurz vor dem Ende erscheint abermals der Geist Mike Boddinghams, hießt dort aber plötzlich Mike Hoggan. Hoggan, lautet allerdings der Name eines Anwalts in dem Buch. Nichtsdestotrotz bietet der Roman eine schaurige Gruselatmosphäre, wie es Larry-Brent-Fans gewohnt sind. Darüber hinaus gehört die Geschichte zu den Highlights innerhalb der Serie, denn zum aller ersten Mal spielt Monra Ulbrandson alias X-Girl-C mit. Sie ist die erste und beste Agentin der PSA und eine von Larrys engsten Freunden. Dass Dan Shocker starke Frauen mit in die Geschichten eingebunden hat, macht seine Roman ebenfalls zu einem Novum, denn in den meisten Geschichten dieser Sparte spielten Frauen ein Schattendasein, in dem sie eigentlich nur als schreiende, wehrlose Opfer herhalten musste, die vom strahlenden Helden gerettet wurde. Die Treppe ins Jenseits Mit diesem Roman beweist Dan Shocker einmal mehr, dass er ein Meister des subtilen Schreckens ist. Die Gefahr, die der jungen, an den Rollstuhl gefesselten Frau droht, wird einfühlsam beschrieben, wohl nicht zuletzt, deswegen, weil der Autor selber diese Erfahrung machte. Der perfide Plan der Erbschleicher könnte dämonischer nicht sein und das einsame Haus an den Klippen bietet eine nahezu klassische Kulisse für diesen Gruselroman. Dabei geht die eigentliche Gefahr wieder einmal von den Menschen aus, obwohl der Autor in diesem Fall auch übersinnliche Kräfte mitwirken lässt. Eindrucksvoll gelingt es dem Schriftsteller die Gefühle seiner Protagonisten auf den Leser zu übertragen. Die unheimliche Treppe ist dabei nur Staffage und eigentlich muss man sich wundern, wieso die Leute immer wieder dorthin gehen, obwohl sie genau wissen, was sich dort abgespielt hat. Aber genau das ist vermutlich der Reiz, dem viele Menschen auch in Wirklichkeit erliegen würden. Wenig nachvollziehbar ist zunächst die Motivation des liebenden Vaters lebensechte Puppen von seinen Töchtern anfertigen zu lassen, damit er beim Betrachten der Abbilder eventuell Anzeichen des Schwachsinns bei Eve erkennen würde, dem bereits seine ältere Tochter Janett erlegen ist. Nichtsdestotrotz strömen gerade die Szenen mit den lebensechten Puppen eine sehr gruselige Atmosphäre aus. Zwei typische Larry-Brent-Romane mit einem unheimlichen Flair, viel Handlung, vielen Charakteren und viel, viel Atmosphäre, die durch das moderne Lektorat noch besser zur Geltung kommt. Beide Storys wurden wieder von Pat Hachfeld illustriert, der besonders für den zweiten Roman ein hervorragendes, metaphorisches Bild zeichnete. © Ripper |