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Larry Brent Romanrezension Band 88

Larry Brent (LB 088)
Die Alpträume des Mr. Clint
Von Dan Shocker

Zauberkreis-Verlag
ca. 66 Seiten/ 1,70 DM

Kurzbeschreibung:
Wie Gott sein – die eigenen Wesen erschaffen und ihnen das Leben einhauchen ... Mit diesen wirren Gedanken beschäftigt sich der Künstler Lachlan Moodor-Clint schon sehr lange und er arbeitet wie besessen an kleinen braunen Figuren, die er hauptsächlich nach lebenden Vorbildern gestaltet. Da er der Überzeugung ist, dass der Körper den Geist an seiner Entfaltung hindert, amputiert er sich in seinem Wahn die Beine mit einer Guillotine, die über seinem Bett angebracht ist. Und tatsächlich schafft es Lachlan schließlich, den von ihm geschaffenen Skulpturen ein unheimliches Eigenleben einzuhauchen. Während er schläft und träumt wandern die kleinen Wesen durch die Nacht, gehen den verschiedensten Tätigkeiten nach, die leider meistens damit enden, dass jemand auf schreckliche Weise ums Leben kommt. Häufig tritt auch der Fall ein, dass einige Personen dadurch schwer verletzt werden oder das Zeitliche segnen, weil deren kleine Kopien auf irgendeine Weise zerstört oder in Mitleidenschaft gezogen wurden. Larry Brent gerät in diese eigenartige Geschichte, indem er sich als Arzt getarnt in einem schottischen Sanatorium für psychisch kranke Menschen anstellen lässt. In der Klinik ist es seit kurzem zu mehreren unerklärlichen Todesfällen gekommen, denen auch der
leitende Beamte vor Ort Inspektor Artur Dixon nicht gewachsen ist. Und tatsächlich tritt wieder ein tragisches Ereignis ein – Dr.Floyd Merredith wird tot in seinem Büro gefunden. Die Anzeichen sprechen dafür, dass ihm eine Stricknadel in die Schläfe gerammt wurde. Larry und Inspektor Dixon finden nebst der Nadel auch noch ein paar seltsame tönerne Figuren am Tatort. Dixon nimmt diese Indizien mit in seine Herberge – ein schwerer Fehler, denn die kleinen Männchen erwachen in der folgenden Nacht zum Leben und bringen dem Inspektor einen grausamen Tod. Larry führt seine Nachforschungen im Sanatorium fort. Hierbei trifft er auf den Bruder von Dr.Merredith, der leider auch nicht sehr lange unter den Lebenden weilt. Dieser gibt ihm aber ein paar entscheidende Hinweise auf die eigenartigen Figuren und deren magisches Eigenleben.
Die PSA stößt auch auf einen Namen: Lachlan Moodor-Clint. Morna Ulbrandson geht den Spuren dieses durchtriebenen Künstlers nach. Über einen seiner ehemaligen Freunde macht die Schwedin die Bekanntschaft mit Lachlans Schwester Lucille sowie seiner Frau Constance Moodor-Clint. Der bedingungslosen Loyalität der beiden Frauen zu Moodor-Clint fällt Morna beinahe zum Opfer. Bei ihren Nachforschungen wird sie von den Wahnsinnigen überwältigt und auf Clints Bett gefesselt – ihr soll dasselbe Schicksal widerfahren wie dem Künstler, nur eben unfreiwillig. Was die beiden PSA-Agenten nicht wissen ist, dass Larry der Wahrheit in der Nervenklinik bereits sehr nahe gekommen ist, was dem praktizierenden Chefarzt Dr.Frelly gar nicht in den Kram passt. Moodor-Clint ist sein Forschungsobjekt, er hat ihm einen Unterschlupf in einem nahe gelegenen Herrschaftsgebäude eingerichtet, um ihn dort zu studieren. Zu seiner Sicherheit hat sich Dr.Frelly mittlerweile eine Miniaturausgabe von Larry Brent anfertigen lassen...

Kommentar:
Mit der Geschichte um den Künstler Lachlan Moodor-Clint und seinen magischen Fähigkeiten hat Dan Shocker wieder mal eine feine Brise Innovation spielen lassen. Fast schon metaphorisch mutet diese Geschichte an, wie z.B. der Klassiker „Doctor Jeckyll and Mister Hyde“ - das eigene Unvermögen und der Gram auf die Welt werden in den eigenen Träumen verarbeitet. Auch bei Lachlan werden sie zur schrecklichen Realität. Die Figur Moodor-Clint selbst bleibt im Dunkeln, sie geniest nur einen sehr kurzen Auftritt beim Finale. Man hört oder besser liest sehr viel über diesen eigenartigen Menschen, wird aber nie richtig mit ihm persönlich konfrontiert. Seine Befürworter, Angehörige und natürlich seine Geschöpfe agieren an der Front, er selbst verbirgt sich im Schatten. Für eine gehörige Portion Grusel sorgen eben diese kleinen fiesen Männchen - kalte ausdruckslose Tonfiguren, die gnadenlos ihrem meist blutigen Auftrag nachkommen, um dann wieder zu kalter Materie zu erstarren. Speziell die Szenerie um Inspektor Dixon, als er in seiner Unterkunft von den erwachten Figuren angegriffen und schließlich qualvoll ermordet wird, sorgt für ein paar nette Schauer. Insgesamt haben wir hier wieder eine solide Story mit einigen interessanten Einfällen und diversen Handlungssträngen, die in die unterschiedlichsten Richtungen laufen, sich aber am Ende zu einem angemessenen Finale vereinen...

Kommentare zum Cover:
Hier sehen wir Harold Glancy, von dem ich in der Zusammenfassung nichts berichtet habe. Er ist ein Nebencharakter, der die kleinen Wesen zufällig bei ihren nächtlichen Wanderungen beobachtet hat. Seitdem ist sein Leben bedroht. Das Bild zeigt die Anfangsszene, als die kleinen Burschen versuchen, ihm im Schlaf den Kopf abzusägen. Schön gemacht – die Mondnacht vor dem Fenster sorgt für die richtige Stimmung. Das Traumbild ist clever umgesetzt.

© Björn Kühlen

 

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