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Rezension - Sherlock Holmes Neue Fälle - Band 5

Klaus-Peter Walter
Sherlock Holmes Neue Fälle - Band 5
Sherlock Holmes und Old Shatterhand
Titelillustration und Titelgestaltung von Mark Freier
Innenillustrationen von Mark Freier

Phantastischer Kriminal-Erzählungen, Hardcover mit Schutzumschlag
Blitz Verlag, Windeck, September 2011
278 Seiten / 15,95 €
ISBN: 9783898403207

Sir Arthur Conan Doyle war ein Ausbund an Diskretion. Über prominente Zeitgenossen, die die Wege von Sherlock Holmes kreuzten, verlor er nie ein Wort. Nun endlich konnte wieder eine Handvoll lost cases aufgefunden und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Sie geben Gewissheit, wo bislang lediglich vage Vermutung war: Sherlock Holmes begegnete in seiner langen Laufbahn nicht nur dem sarkastischen Dramatiker George Bernard Shaw, William Frederic Cody alias Buffalo Bill oder einem gewissen Dr. Karl May aus Dresden in Deutschland, sondern auch Menschen, die wir eigentlich nur dem Bereich literarischer Phantasien zugeordnet hätten, wie etwa dem berühmten Sprachforscher Professor Henry Higgins und seine Herzensdame Eliza Doolittle, die das Musical My Fair Lady hat unsterblich werden lassen.

  • Sherlock Holmes und der stumme Klavierspieler
    Dr. Watsons ehemaliger Studienkollege Sir Hillary Bentingham bittet Watson um Hilfe. Er ist Nervenarzt und Holmes soll sich einen Patienten »ansehen«, der »Max« genannt wird, da seine Identität bislang ungeklärt ist. Das Einzige, auf das er positiv reagiert, ist Musik. Er selbst spielt meisterhaft Klavier – wie ein Konzertpianist ...
  • Sherlock Holmes und Old Shatterhand
    1903 – Sherlock Holmes und Watson treffen auf einer Zugfahrt durch Deutschland auf Dr. Karl May, der von einer Reise aus Amerika zurückkehrt, wo er die Apachen besuchte, die ihn Old Shatterhand nannten.
    Der Schaffner bittet Sherlock Holmes jedoch bald um Hilfe, weil ein Toter mit einem Messer in der Brust in einem Abteil aufgefunden wurde.
  • Sherlock Holmes und die weiße Frau
    Mrs. Ebenezer Thorndyke sucht Sherlock Holmes auf. Sie und ihr verstorbener Mann haben lange in China gelebt. Nun seit einem halben Jahr zurück in England hat Mrs. Thorndyke das Gefühl jemand bzw. »etwas« (ein Gespenst) trachte ihr nach dem Leben – eine weiße Frau.
    Sherlock Holmes soll diesem beunruhigenden Phänomen auf den Grund gehen.
  • Sherlock Holmes und die verschwundene Witwe
    Sherlock Holmes wird in Paris von der jungen Beth (Elizabeth Harmon-Billings) um Hilfe gebeten, denn ihre kranke Mutter verschwand unter mysteriösen Umständen aus dem Hotel, während Beth Medizin für sie beschaffen soll. Aber auch das gemeinsam bewohnte Zimmer ist nach ihrer Rückkehr völlig verändert und niemand will sich an Beth und ihre Mutter erinnern ...
  • Sherlock Holmes und Buffalo Bill
    Zum Thronjubiläum von Queen Victoria wird die Wild West Show »Buffalo Bill’s Wild West« erwartet. Holmes steht Buffalo Bill sehr skeptisch gegenüber, doch ausgerechnet der sucht den Meisterdetektiv auf – in Begleitung seines Freundes Major John Burks und Inspector Lestrade.
    Sie berichten aufgebracht, dass Holmes’ Bruder die Show verbieten will, weil er ein Attentat auf die Queen befürchtet, da es bereits einen tödlichen Zwischenfall gegeben hat, den Holmes nun unter die Lupe nehmen soll.
  • Sherlock Holmes und das indische Kraut
    Holmes sieht sich einem Fall gegenüber, in dem ein Professor und Kenner der indischen Kultur zu Tode kommt. Holmes vermutet sehr schnell, dass die Frau des Toten anhand eines indischen Krautes unliebsame Wahrheiten aus ihrem Mann entlockt hat – und mehr.
  • Sherlock Holmes und der Fall der Fair Lady
    Holmes und Watson begegnen Professor Henry Higgins (Phonetiker und Lexikograph). Einen Tag später werden sie von der Mutter des Professors aufgesucht, die sie mit einem merkwürdigen Fall konfrontiert: Ihr Sohn und sein Mitbewohner haben vor einiger Zeit ein junges Blumenmädchen auf der Straße aufgelesen – Eliza Doolittle.
    Als Eliza wieder verschwindet, sucht der Professor sie in London, da er wohl ein schlechtes Gewissen hat, weil er sie zuvor schlecht behandelt hat.
    Auch seine Mutter bittet Holmes, das Mädchen zu finden.
  • Sherlock Holmes und der diebische Weihnachtsmann
    Inspector Lestrade und der elegante Diamantenhändler Herschel Lobkowicz, der von einem als Weihnachtsmann verkleideten Dieb, der obendrein polnisch sprach, in seinem Laden beraubt wurde bitten Holmes um Hilfe. Der Meisterdetektiv ist dem X-Man schnell auf der Spur ...

Diese Sammlung bietet fünf kurze und drei längere Texte, von denen die längeren mehr atmosphärische Dichte aufbauen können und besonders »Sherlock Holmes und die weiße Frau« das Feeling, das der Leser beim Lesen von Holmes-Texten erwartet, bietet.
Ansonsten weist sich Klaus-Peter Walter einmal mehr als Kenner des Holmes-Universums aus. Die von ihm schon gewohnten Verquickungen bekannter Persönlichkeiten oder Mythologien, nette Wortwitze und Persiflagen wie »Silvio Berlusconi als Anarchist und Mörder« säumen wieder seine Texte.
Wer also Kurzgeschichten mag und Sherlock Holmes erst recht, ist hier gut beraten.

Die Aufmachung, der Satz und die Bindung des Bandes sind ohne Fehl und Tadel, nur das Lektorat ist leider nicht optimal.
Da die kleinen Hardcover des Verlages aber eine Augenweide sind, muss einfach wieder einmal erwähnt werden, dass das Covermotiv nicht nur auf dem Schutzumschlag, sondern auch auf dem Buchdeckel ist. Kritikern sei sofort gesagt: Das macht durchaus Sinn, denn der Schutzumschlag bleibt das, was er ist - ein Schutzumschlag. Aber wird dieser einmal versehrt, blickt man nicht auf einen schnöden Einband darunter und behält so oder so ein ansehnliches Buch. Besser kann man »das« wirklich nicht machen. Da der Autor seine Sache gut gemacht hat, ebenso Mark Freier als Setzer und Grafiker, kann man den Kurzgeschichtenband durchaus empfehlen.

Fazit:
Abwechslungsreiche Kurzgeschichtensammlung rund um Sherlock Holmes – bestens geeignet als kleiner »Lesegenuss« zwischendurch, dazu in tadeloser Aufmachung.

Copyright © 2012 by Alisha Bionda

 

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