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Sherlock Holmes Rezension Band 3

Michael und Mollie Hardwick

HOLMES UND DIE SPIONIN
Band 3, Thriller

BLITZ-Verlag
144 Seiten/ 9,95 €

Der Enkel von Dr. Watson erhält fünfzig Jahre nach dem Tod seines Großvaters den Inhalt eines Bankschließfaches ausgehändigt. Unter persönlichen Gegenständen von Watson und Holmes befindet sich auch ein Manuskript zu einem hochbrisanten Fall, der nie veröffentlicht wurde:
Eine schöne, unbekannte Frau mit Gedächtnisverlust wird aus der Themse gefischt. In der Hand nur einen Zettel mit der verwaschenen Anschrift des Meisterdetektivs. Offenbar wurde ihr Mann unter mysteriösen Umständen entführt. Die Spur des Verbrechens führt die Ermittler über ein seltsames Deckunternehmen namens JONAS zu einem Tal in Schottland unweit des Loch Ness, wo erst vor kurzem neue Sichtungen des Ungeheuers gemeldet wurden. Zu allem Überfluss erhält Holmes von seinem Bruder Mycroft, der dem geheimnisumwitterten Diogenes Club angehört, den ausdrücklichen Befehl sich aus den Ermittlungen heraus zu halten ...

Der Roman wurde von dem inzwischen bereits verstorbenen Ehepaar Hardwick vor gut 35 Jahren geschrieben, hat aber bislang nichts von seinem Reiz eingebüßt. Flüssig und dem Schreibstil Doyles angemessen, spult sich die Handlung vor dem geistigen Auge des Lesers ab. In zwölf Kapitel unterteilt sich das Buch, dessen Geschichte von zwei Illustrationen von Andreas Gerdes aufgelockert wurde.
Der Roman wird wie gehabt von Dr. Watson in der Ich-Form erzählt und gestaltet sich als verzwicktes und sehr kurzweiliges Lesevergnügen, in denen auch wieder Sherlocks älterer Bruder Mycroft zum tragen kommt. Die Pointe der Story ist äußerst gut gelungen und enthält neben einem Auftritt der Queen selbst, auch eine ordentliche Portion Humor.
Besagte Spionin entpuppt sich als ebenbürtige Gegnerin Holmes', wie einst Irene Adler, die in Doyles Kurzgeschichte "Ein Skandal in Böhmen", als "die Frau" in die Annalen des berühmten Meisterdetektivs einging.
Einzig das zweite Kapitel "Eine rasende Dampfmaschine" wirkt in diesem Kontext ein wenig deplaziert und bildet im Prinzip eine in sich abgeschlossene, und darüber hinaus höchst amüsante, Kurzgeschichte.
Die Aufmachung wirkt sehr edel und macht das recht dünne Büchlein zu einem wahren Blickfang.

Fazit: Eindrucksvoller Beweis der deduktiven Fähigkeiten des Meisterdetektivs und zugleich ein spannender, historischer Spionagethriller aus der Zeit des viktorianischen Englands.

© Florian Hilleberg

 

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