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Geisterfänger Rezensionen - Band 23

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von
Florian Hilleberg | Andro | Koopa

Das Teufelsherz
Geisterfänger Band 23

von A. F. Morland

Kelter-Verlag
65 Seiten/ 1,50 €

Der aus dem Grab zurückgekehrte Gewaltverbrecher Kevin O’Hara nimmt grausame Rache an seinen einstigen Häschern. Der Privatdetektiv Randy Gill erschoss den Mörder damals in Notwehr. Nun sollen er, sein Partner Noel, dessen Freundin Mae Copperfield, der Polizeibeamte Dan Simon und ein gewisser Abe Christie dafür sterben.
Der aus dem Grab Zurückgekehrte scheint unbesiegbar und Randy Gill kann nicht verhindern, dass einer nach dem anderen seiner Freunde von dem Untoten hingerichtet wird. Dann ist die Reihe auch an ihm. Doch Kevin O’Hara steht nicht allein. Ein schwarzer Magier hat den Gewaltverbrecher aus dem Grab zurückgeholt und zu diesem Zweck ein dämonisches Organ erschaffen: Das Teufelsherz...

Nun hat der Kelter-Verlag endgültig den Tiefpunkt erreicht und beweist einmal mehr sein Desinteresse und seine Geringschätzung gegenüber dem Leser. Wie anders ist es zu erklären, dass mit dem vorliegenden Band offensichtlich der zweite Band eines Zweiteilers erscheint?
Die Handlung setzt mitten im Geschehen ein, auch wenn es bei der einfachen, anspruchslosen Schreibe des Autors und der geradlinigen, vorhersehbaren Handlung nicht schwer ist, dem Geschehen zu folgen.
Im Prinzip ist es eine nette Idee gewesen die Romane namhafter Autoren nachzudrucken, auch aus anderen Reihen. Doch die Umsetzung und die Auswahl der Geschichten lässt sehr zu wünschen übrig. Selbst wenn der vorliegende Roman eine in sich abgeschlossene Geschichte wäre, gehörte sie zu den banalsten und schluderigsten Texten des Genres.
Abgesehen von völlig überzogenen, eindimensionalen Charakteren, erwarten den Leser unrealistische Dialoge und eine dünne Handlung ohne originelle Wendungen.
Ein weiteres unbedeutendes Fließbandprodukt des Vielschreibers A.F. Morland.

Besonderheiten:
Der Roman wurde von Fritz Tenkrat im Jahr 1981 geschrieben und erschien erstmals als Band 413 in der Reihe „Vampir Horror-Roman“.
Es ist der zweite Teil eines Zweiteilers. Der erste Teil erschien im Jahr 1981 als Band 412 unter dem Titel „Der Würger aus dem Totenreich“. Nicht zu verwechseln mit dem Kelter-Taschenbuch Nr. 16 und den Grusel- und Geister-Schocker-Nachdrucken desselben Titels.

Titelbild:
Das Titelbild hat so gar nichts mit dem Inhalt zu tun, wirkt auch nur bedingt unheimlich und gruselig. Es gibt aber auch weitaus schlechtere.

© Florian Hilleberg

Das Teufelsherz
Geisterfänger Band 23

von A. F. Morland

Kelter-Verlag
65 Seiten/ 1,50 €

Privatdetektiv Randy Gill hat eine Menge Probleme. Vor Jahren erschoss er in Notwehr den Gangster O’Hara, doch dieser ist nun als Untoter zurückgekehrt und rächt sich an den Freunden des Mannes, der ihn damals unter die Erde brachte. Noel Wynn und dessen Freundin Mae Copperfield sind die aktuellen Opfer des wieselflinken Zombies. Im Heeresgeschichtlichen Museum killt er die Frau in einer Eisernen Jungfrau und enthauptet ihren jungen Freund. Randy Gill kann nur tatenlos dabei zusehen und versucht, das unheimliche Wesen zu verfolgen, scheitert aber zunächst. Dann taucht auch noch Meggie George bei ihm auf, die gutaussehende Freundin des Gangsterbosses von New Jersey, Randolph Ritt. Diesen wollte sie schon einmal verlassen, wurde aber von dem brutalen Kriminellen wieder aufgegriffen. Diesmal soll Gill sie beschützen und er quartiert sie kurzerhand bei sich ein. Bald erreicht ihn ein Anruf von Orfeo Muerte, dem mysteriösen Mann, der das ehemalige Wohnhaus des erschossenen O’Haras gekauft hat. Der Zombie schleicht um seine ehemalige Behausung und Gill will dem Spuk nun ein für allemal ein Ende bereiten. Er begibt sich zu Muerte, wird aber dabei von Häschern Ritts verfolgt, die Meggie bei ihm vermuten. In dem Haus von Muerte/O’Hara erfährt Gill die Hintergründe der seltsamen Totenerweckung: Muerte hat das Blut von Dämonen gesammelt und daraus ein riesiges Organ gebastelt, ein pulsierendes Teufelsherz, das in einem Schrein im Keller vor sich hin schlägt. Dieses Herz erweckte O’Hara zu neuem Leben und machte ihn zu Muertes Sklaven, der mit seinem Haus-Zombie Seelen sammeln will, um sich einen Logenplatz in der Hölle zu sichern. Gill kämpft gegen die beiden Unholde und zerstört dabei das Teufelsherz. Allerdings wird er von Dämonenblut getroffen, das in ihn eindringt und ihn zu einer dämonischen Kreaturenmixtur werden lässt. Trifft sich gut, denn so kann er noch Meggie George vor ihrem Gangster-Macker retten, mit dem er sich selbstlos von einem Hochhaus stürzt: Drei Fliegen mit einer Klappe – er schafft den Kriminellen aus der Welt, rettet die hübsche Meggie und bewahrt durch seinen Selbstmord die Welt vor einem Terrordämon.

Auf den letzten Drücker haut der Kelter-Verlag im „Geisterfänger“ noch den übelsten Grusel-Trash aller Zeiten raus. Nicht nur, dass der Roman „Das Teufelsherz“ dreisterweise der zweite Teil eines Zweiteilers ist, deren vorangegangener Romaninhalt im Schnelldurchlauf am Anfang des Bandes nur unzureichend und unbefriedigend abgespult wird. Auch der Plot an sich ist so wenig gehaltvoll wie bescheuert. Spätestens mit der Verwandlung Gills in den Mischdämon dreht A. F. Morland vollkommen am Rad und zieht die Geschichte ins Absurd-Lächerliche. Inhaltlich aufgeblasen wird der Band, der ab und an mit inhaltlichen Wiederholungen und unnötigen, da sinnentlernten, Abschweifungen nervt, durch die völlig unsinnig anmutende Nebenhandlung um den New Jersey Gangster Ritt und dessen ausreißende Freundin. Glücklicherweise ist der Roman sprachlich äußerst simpel gestaltet und flüssig zu lesen, dazu nicht besonders lang, so dass man diesen Blödsinn, der nicht einer gewissen Komik entbehrt, auch als ungeübter Leser in nicht einmal zwei Stunden hinten sich bringen kann. Fazit: Im Grunde der größte Mist – allerdings auch unübertroffen komisch.

© Sascha „Andro“ Vennemann

Das Teufelsherz
Geisterfänger Band 23

von A. F. Morland

Kelter-Verlag
65 Seiten/ 1,50 €

Der Gewaltverbrecher Kevin O’Hara kehrt aus dem Grab zurück und versucht, sich an allen Leuten, die an seiner Verhaftung beteiligt waren, zu rächen. Und das schafft er in gewisser Weise auch.

Überraschenderweise wirft der Kelter-Verlag kurz vor Ende der Reihe mit Band 24 noch einen Roman von A. F. Morland ins Rennen, den ich mir, als Morland-Fan, selbstverständlich nicht entgehen lassen konnte. Nach der Lektüre dieses Romans bin ich allerdings eher enttäuscht.
Denn mehr als in der obigen spärlichen Vorschau gibt es an Inhaltlichem zu diesem Band nicht wirklich zu sagen (weswegen ich die Kurzzusammenfassung auch bewusst so knapp gehalten habe). Erst einmal: Den zweiten Teil eines Zweiteilers zu bringen ist doch sowieso schon mal bescheuert. Andererseits aber auch bezeichnend für die Veröffentlichungspolitik des Kelter-Verlags im Allgemeinen und die beim „Geisterfänger“ im Besonderen.
Allerdings ist das auch nicht wirklich schlimm. Vielmehr sollte man dem Romanheftverlag aus Hamburg dankbar sein, dass er uns den Inhalt des ersten Romans erspart und man als Leser obendrein auch noch Geld gespart hat.

Die Story ist so dünn, dass sie vermutlich selbst für einen Einzelroman nur grade so ausreichen würde. Im Ernst: Ich hatte überhaupt keine Schwierigkeiten, in die Handlung des Romans einzusteigen (und das ist nicht darauf zurückzuführen, dass man all die vielen Ereignisse so schön nacherzählt hat, sondern dass es schlicht und ergreifend kaum etwas nachzuerzählen gab); alle wesentlichen Dinge werden kurz auf den ersten Seiten abgehandelt – wenn ich nicht gewusst hätte, dass es sich hierbei um den 2. Teil eines Zweiteilers handelte, hätte ich es vermutlich auch nicht gemerkt (hätte mich allenfalls gewundert, warum auf der einen Seite die bisherigen Geschehnisse nur so kurz geschildert werden, auf der anderen Seite aber die Geschichte um Randolph Ritt so ausgewalzt wird).
Der restliche Roman ist so belanglos wie langweilig. Zu überdeutlich merkt man, dass z. B. die Story mit dem Gangsterboss Randolph Ritt nur unnützes Geschwafel ist bzw. als Lückenfüller dient – eine Nebenhandlung, die weder was zur Sache tut noch die Geschichte voranbringt.

Tempo? Fehlanzeige. Der grundsätzliche Plot ist ja ganz nett – wenn auch viel zu dünn, als dass man daraus einen vernünftigen, spannenden Zweiteiler (!) würde machen können (selbst bei einem Einzelroman sollte die Story etwas gehaltvoller sein) –, aber die Umsetzung wirkte einfach nur scheußlich. Auch das Ende ist ziemlich dümmlich. Genaues verrate ich darüber an dieser Stelle noch nicht, aber irgendwie passte das hinten und vorne nicht – wirkte auf mich insgesamt gesehen sehr konstruiert.
Trotz aller Kritik muss man dem Autor allerdings auf jeden Fall zugute halten, dass er in diesem Roman ebenfalls einen sauberen Stil benutzt, der sich flott lesen lässt. Dennoch: Belanglose, Fastfood-ähnliche Grusel-Kost für zwischendurch und auf gewisse Art und Wiese auch wieder amüsant. Da soll sich noch einer wundern, warum diese Reihe eingestellt wurde...

© Koopa

 

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