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Geisterfänger Rezensionen - Band 22

Klinik der Toten
Geisterfänger Band 22

von Earl Warren

Kelter-Verlag
65 Seiten/ 1,50 €

Konservenfabrikant Frederic Printon hat sich aufgrund unheilbaren Kehlkopfkrebses schockgefrieren und sich somit selbst konservieren lassen. Was ja für einen Konservenfabrikanten schon mal an sich ganz ulkig ist. Leider hat der gute Mann ein bisschen Pech vor, während und nach seinem Ableben gehabt: Seine junge Ehefrau Norah, die in ihrer Kindheit aus Armut regelmäßig die Hundefutter- und Katzennahrungskonserven ihres da noch zukünftigen Ehemanns konsumieren musste, hatte sich zusammen mit einer befreundeten Ärztin, einem zwielichtigen Anwaltfreund und dem Gangsterboss von Reno zusammengetan, um Printon aus dieser unserer Welt zu schaffen. Die Ärztin fälschte die Krebsdiagnose, der Anwaltfreund änderte das Testament zugunsten der Ehefrau und der Gangsterboss half mit seinen Mannen und Elektroschocks, den guten Mann zu dieser Änderung zu überreden. Soweit, so dumm gelaufen für den Fabrikanten. Doch damit nicht genug: Im Kälteschlaf macht sich ein überambitionierter Mitarbeiter der Klinik daran, mit okkulter Akupunktur und silbernen Nadeln im Gehirn des Gefrorenen, dessen Geist zurückzuholen. Was auch prompt gelingt: Als Schatten wandelt Frederic Printon von nun an in Reno umher und killt die Leute, die an dem Mordkomplott gegen ihn beteiligt waren. Im „Zehn kleine Jägermeister“-Prinzip (ich weigere mich hier – wie der Kelter-Verlag argumentieren würde -, trotz der Tatsache, das es ein historisch authentischer Begriff ist, auf das Wort „Negerlein“ zurückzugreifen) tötet das Schattenwesen seine einstigen Widersacher.
Jasper Croft, eigentlich Hotel-Detektiv, wird von der Tochter des Verstorbenen beauftragt, den etwas plötzlichen und seltsam anmutenden Tod ihres Vaters zu untersuchen. Dabei begegnet ihm ein ums andere Mal der Geister-Schatten. Unter der Mithilfe eines Freundes bei der Polizei und eines Okkultisten wird der Geist schließlich mittels eines Hohlspiegels und konzentrierter Lichtbestrahlung gebannt.

„Klinik der Toten“ gehört zu den besten und unterhaltsamsten Grusellektüren des „Geisterfängers“. Das liegt vor allem daran, dass der etwas flapsige Stil von Earl Warren hervorragend zu der an sich völlig bekloppten Handlung passt. Wer sich so einen inhaltlich lustigen Plot einfallen lässt, trotzdem die Handlung komplex aufbauen kann und weder den Roman inhaltlich, noch seine agierenden Personen charakteristisch, auf irgendeine Art Ernst nimmt, dem merkt man die Freude am Niederschreiben dieses Heftes, und sei es auch schon lange Jahre her, auf alle Fälle an. Sprachlicher Witz, Situationskomik und die unverbrauchte Thematik der Cryotechnologie mischen sich hier gut zu einer unterhaltsamen Melange. Man braucht nicht verschweigen, dass es sich bei „Klinik der Toten“ um übelsten Trash handelt, wie man ihn auch sonst, von Earl Warren verfasst, kennt. Aber wenn man auf so etwas steht, und das tun bekanntlich einige Leser, kann man von einem Highlight in der nun bald zuende gehenden Nachdruckreihe aus dem Hause Kelter sprechen. Ein Glücksgriff, sehr zu empfehlen!

© Sascha „Andro“ Vennemann

 

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