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Geisterfänger Rezensionen - Band 19

Das teuflische Vermächtnis
Geisterfänger Band 19

von Mike Burger
Kelter-Verlag
65 Seiten/ 1,50 €

Die alte Mrs. Amanda Willock stirbt an einem Herzinfarkt, so glaubt man. Der Leser weiß bereit mehr: Die egoistische reiche alte Dame wurde von einem überirdischen Wesen namens Ghulgor gemeuchelt. Erbe des Vermögens ist der ungeliebte junge Neffe Neal Hamilton. Dieser muss, um das millionenschwere Erbe antreten zu können, einen Monat auf dem Anwesen der alten Willock verbringen: Es handelt sich dabei um eine große Villa, isoliert gelegen auf einer kleinen Insel namens Revenge Island (nomen est omen). Damit es nicht langweilig wird nimmt Neal nicht nur seine Freundin Jean mit (Promiskuität in persona), sondern auch ein paar befreundete Paare. Der parapsychologisch interessierte Joseph verstirbt leider kurz vor dem Trip – ebenfalls Herzversagen. Inspektor Ben Murray untersucht die Fälle, und schaut auch auf der Insel einmal vorbei. Dort ereignen sich seltsame Dinge. Ein paar Schläger tauchen auf und wollen die Truppe vertreiben, im Auftrag eines Zweiterbens, der das Vermögen erhalten würde, wenn Neal die Bedingungen nicht erfüllt. Doch die beiden bösen Buben kommen nicht wieder. Auch das Hausmeisterehepaar Gray, welches das Anwesen in Schuss hält, wirkt einerseits verdächtig, aber auch ängstlich. Ein Rechtsanwalt verwaltet die Erbschaft und prüft, ob alles seinen richtigen Gang geht. Bald darauf weilen sowohl Hausmeister Grey (von einer Klippe gestürzt worden), als auch eine junge Dame aus Neals Gruppe (erhängt in der Haupthalle) nicht mehr unter den Lebenden. Immer in der Nähe: Das Geisterwesen namens Ghulgor, dass mit seinen roten Augen alles in den Wahnsinn oder Tod treibt. Das Rätsels Lösung: Der Rechtsanwalt erstellte ein falsches Testament, ließ sich mit bösen Kräften ein, tötete die alte Dame und den übersinnlich Interessierten, hetzte Ghulgor auf die Hinterbliebenen. Die Grays waren die Komplizen, Mr. Gray musste nach einem Rückzieher sterben. Neal bannt den Dämon, indem er das dämonenkräftespendende Buch, die „Bibel der Mönche vom Orden der Schwarzen Rose“ in der Bibliothek verbrennt. Den Tipp, dies zu tun, bekam er von seinem verstorbenen Freund Joseph. Ben Murray kommt derweil dem Anwalt auf die Schliche, überrascht diesen bei Beschwörungen in seinem Keller, verbrennt dort das literarische Gegenstück zur „Bibel“, ebenfalls von Josephs Geist darauf hingewiesen. Ghulgor ist gebannt, die Bösewichte eingesperrt und Neal Hamilton ist der rechtmäßige Erbe. Er will das Geld spenden.

Mike Burger inszeniert mit diesem Roman ein Gruselkammerspiel, dass vor allem mit einem guten Schauplatz der Handlung überzeugt. Die einsame Insel und die geheimnisvolle Villa erfüllen ihren Zweck, für eine schaurige Atmosphäre zu sorgen. Ansonsten bietet der Roman inhaltlich wenig Neues oder Spannendes. Die Querverbindungen zwischen den einzelnen Verdächtigen kommen in diesem „Geister-Krimi“, der seine Bezeichnung verdient, gut heraus. Allerdings ist dem geübten Leser sofort klar, dass der Anwalt hinter allem stecken muss – da geht viel von der intendierten Spannung flöten. Das Finale an sich enttäuscht vollkommen. Das Artefakt der Dunklen Bibel wird weder vorher erwähnt, noch dessen Funktion oder Herkunft erläutert, integriert sich nicht in die Handlung, und die von Ghulgor ausgehende Gefahr ist viel zu schnell und leicht gebannt.

Interessant: Ben Murray, eine Figur, die Mike Burger auch in seinen „Mike Logan“-Romanen (Geisterfänger Band 10 – Die Mordgeister greifen an, und Geisterfänger Band 15 - Sklavin der bösen Geister) auftreten lässt, ist diesmal eine Randfigur, die im Doppelfinale den Drahtzieher entlarvt und den Dämon entgültig bannen darf. Schön, dieser personelle Querverweis, so was liest man im Heftroman, zudem noch in einer Heft-Reihe mit Romanen, die untereinander eigentlich keinen Bezug haben, äußerst selten. Fazit: Einer der besseren Nachdrucke im „Geisterfänger“.

© Sascha „Andro“ Vennemann

 

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