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Geisterfänger Rezensionen - Band 18

Der Sensenmann
Geisterfänger Band 18

von W.A. Hary

Kelter-Verlag
65 Seiten/ 1,50 €

Rex Gardiner ist ein Ex-Yard-Bulle mit besonderen Fähigkeiten. Nicht nur, dass er von seinen ehemaligen Kollegen wegen seines „zweiten Gesichts“ und seiner teilweise hellseherischen Fähigkeiten öfter bei undurchsichtigen Fällen zur Hilfe gerufen wird, nein, er hat zusätzlich sogar noch schwach ausgeprägte telekinetische Fähigkeiten, die ihm während der Geschehnisse im Roman immer wieder die Haut retten. Doch beginnen wir am Anfang. Auf einem Maskenball erscheint der Tod persönlich. Soweit nichts ungewöhnliches, doch als alle Gäste bei einer Gasexplosion sterben, wird auch Scotland Yard misstrauisch. Auch der Neffe des nun toten Gastgebers wird vom Schnitter verfolgt. Gardiner plagen an ort und Stelle Visionen von einem Manipulator der Gasleitung und bald vermengt sich die Handlung zu einem undurchsichtigen Wirrwarr. Des Rätsels Lösung: Der Gastgeber des Maskenballs, der wegen eines Kapitalverbrechens mit übersinnlicher Mithilfe ins Kittchen kam, und ein just entlassener Häftling, haben den Tod persönlich beschworen und aus dem Zwischenreich geholt. Der Tod soll vor allem den Superintendent Watson ereilen, der den zweiten Häftling ins Gefängnis brachte. Doch die beiden Gangster haben die Rechnung ohne die Frau des Maskenballgastgebers gemacht, die sie hinterging und dem Tod anderweitige Opfer versprach – die sich vornehmlich aus dem gemeinsamen Bekanntenkreis von ihr und ihrem Mann rekrutierten.

W.A. Hary überzeugt mit „Der Sensenmann“ keinesfalls. Der undurchsichtige Roman, der mit wirrem Szenenaufbau und sprachlich unpointiert gestalteten Sätzen aufwartet, bringt die ein oder anderen Stolpersteine in den Lesefluss ein. Neben dem unnötig komplizierten Personenreigen ist es vor allem die albern anmutende Idee, verlorene Seelen im Zwischenreich als Fabeltiergestalten gegeneinander antreten zu lassen, die den Roman gänzlich unhomogen wirken lässt. Dieser Handlungsstrang passt ungefähr so gut in den Roman, wie ein Fisch zu einem Fahrrad. Die nebulösen Visionen Gardiners und dessen Kontakte zu der unbekannten Dimension sind undeutlich gezeichnet – der Leser kann dem Geschehen nicht folgen, ist zum Raten verdammt, was der Autor uns in dieser Szene mitteilen möchte. Oftmals blitzen kurz gute Ideen auf, die konsequent durchdacht und ausgeführt möglicherweise eine Bereicherung für die Story hätten sein können. So gestaltet sich „Der Sensenmann“ eher als der Versuch eines Mystery-Mosaiks, das weder klare Linien in der Erzählführung, noch das Muster einer sinnvollen Auflösung aufzeigt.

Formal sind einmal mehr die vielen Rechtschreibfehler aufgrund fehlerhaften Scannens anzumerken, die die Qualität des Romans noch einmal deutlich nach unten ziehen. Nach fast 20 Bänden hat die Reihe immer noch nicht inhaltlich und formal zu einer zufrieden stellenden Qualität gefunden. Man verstehe diese Rezension als ein weiteres Plädoyer für eine bessere Romansauswahl und Bearbeitung der Texte!

© Sascha „Andro“ Vennemann

 

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