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Geisterfänger Rezensionen - Band 17

Club der Dämonen
Geisterfänger Band 17

von John Blood
Kelter-Verlag
65 Seiten/ 1,50 €

Unheimliches geht in London vor – schon über 40 Leute sind verschwunden und niemand hat eine Ahnung, wohin! Percy Collins, 35 Jahre jung und Inspektor beim Scotland Yard, soll herausfinden, was überhaupt los ist. Er findet heraus, dass sich alle Verschwundenen für Übersinnliches begeistern konnten. Bei einem Verschwundenen, Charles Tatcher, zuhause findet er eine Einladung zum Club der Dämonen, nebst Anfahrtsskizze zu einer Hausruine in den Wäldern außerhalb von London. Die Recherche vor Ort mit seinem Kollegen Jeff fördert zunächst nichts zutage, doch als sie sich trennen müssen und Jeff ebenfalls verschwindet, sieht Percy Collins keine andere Möglichkeit, als sich selbst als ein eingeladener Gast auszugeben und in die Höhle des Löwen vorzudringen. Dort, in den Höhlen unter der Ruine, erlebt und erfährt er Unglaubliches: Gigantus, der Riesendämon, wurde von diversen Höllenkreaturen aus seiner mehrere Jahrhunderte währenden Verbannung erlöst und soll nun als Rehabilitationsmaßnahme 100 menschliche Seelen den dunklen Mächten zuführen. Aus diesem Grund gründet er den Club der Dämonen. Dieser Club lockt ahnungslose, an übersinnlichen Kräften interessierte Menschen in ein zerfallenes Haus außerhalb von London. Dort müssen sie neben einer Eintrittsprämie von 1000 Pfund auch eine Unterschrift mit ihrem eigenen Blut leisten. Der Eintritt in den Club, versüßt mit hübschem Damenpersonal, ist gleichzeitig die Überschreibung der eigenen Seele an Gigantus. Dieser will die nun vollständigen ersten 50 Seelen an die dunklen Mächte übergeben. Die Menschen sind derweil, mit einem Fluch belegt, zu Statuen erstarrt. Gigantus hat allerdings nicht mit dem Äonen-Ring Percy Collins gerechnet: Eine mächtige Waffe gegen die finsteren Kräfte im Universum, übergeben von Professor Calwin Sherwood. Er und seine Vorfahren kämpften schon immer gegen das Böse, nun ist Percy an der Reihe. Der Ring erlöst die Menschen aus ihrer Starre, kann Gigantus vernichten, die Höhlen stürzen zusammen. Alle können sich retten und Percy Collins ist der strahlende Held.

Es mutet schon etwas seltsam an, JETZT mit der Nummer 17 im Geisterfänger einen PERCY COLLINS Roman zu bringen, der inhaltlich VOR Band Nummer 1 des Geisterfängers, ebenfalls ein PERCY COLLINS Band, angesiedelt ist. In „Das lautlose Grauen“ hat der Yard-Inspektor nämlich schon längst den Äonen-Ring, den er in diesem Band „Club der Dämonen“ von seinem väterlichen Freund bekommt. Hier hat man bei der Planung gepfuscht und nicht die richtige Reihenfolge erwischt. Klar, „Das lautlose Grauen“ ist der bessere Roman, ganz eindeutig, vor allem wegen des gelungenen Finales (siehe Rezi Geisterfänger Band 1). Denn der „Club der Dämonen“ krankt eindeutig an der lachhaften Eröffnungssequenz, die etwa so gruselig ist wie eine Folge der Schlümpfe. Die Dämonen sind comichaft und wenig bedrohlich. Auch bei Gigantus kommt es einmal mehr NICHT auf die Größe an. Doch sonst funktioniert der Roman, trotz wenig Spannung über den gesamten Verlauf, erstaunlich gut. Von Aufbau her geht es wieder darum, dass ein Dämon Seelen sammeln muss, um aus der Verbannung zu entkommen (ähnlicher Plot siehe „Das lautlose Grauen“), wieder macht der Ring als mächtiges Kleinod am Ende des Bandes die ganze Arbeit, während Percy Collins nun mehr zum Beobachter degradiert wird. Nicht gerade originell, und mit Band 16 und 17 gleich zwei John Blood Romane in Folge zu bringen ist auch nicht gerade ein Zeichen überlegter Voraus-Planung seitens des Kelter-Verlags. Nichts desto trotz ein lesbarer Roman ohne Höhen und Tiefen – wie so oft beim „Geisterfänger“. Der Reihe fehlt es ganz eindeutig an Highlights, auch wenn man sich zum Ziel gemacht hat, die „besten Romane“ des Geister-Krimis nachdrucken zu wollen. Wenn diese Romane schon die besten sind, dann möchte ich nicht wissen, was bei Kelter sonst noch so in den Schubladen vermodert... Vielleicht das wahre Grauen, nach dem der Leser bis jetzt verzweifelt suchte...?

© Sascha „Andro“ Vennemann

 

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