Die Bancroffs im Dilemma
Geisterfänger Band 16
von John Blood
Kelter-Verlag
65 Seiten/ 1,50 €
Die Geschwister Bancroff befinden sich wahrhaftig im Dilemma – ein uralter Familienfluch in Person eines untoten Teufelsmönchs versetzt einen Bancroff nach dem anderen in einen komatösen Zustand. John war das erste Opfer, und es ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit bis Susan, Morgan und George ebenfalls von der mysteriösen Krankheit befallen werden. Nachdem George das Grab des Untoten im fernen Schottland gefunden hat und von diesem hypnotisiert wurde, um die Familienaufzeichnungen den Fall und die Lage des Grabes betreffend zu verbrennen, fällt er und auch seine Schwester Susan ins Koma. Nur Morgan bleibt verschont, da bei ihm wegen einer Stahlplatte im Schädel die Fernhypnose des Taufelsmönchs nicht wirkt. Ein Vorfahr der heutigen Bancroffs ließ damals einen Teufelsmönchorden zerschlagen und die Satansjünger verbrennen – alle bis auf einen. Der macht jetzt seit Generationen der Familie zu schaffen. Dabei wandelt Hooros, der untote Mönch, schon seit einer Ewigkeit im Zwischenschattenreich und schafft es nicht, in seiner Grufthöhle den Spiegel ins Reich der Finsternis zu durchschreiten. Um den Bann aufzulösen müssen Morgan und Gehirnspezialist Professor Mertens den Kelch des heiligen Feuers finden. Im Reich der Finsternis müssen die beiden eine Reihe von Prüfungen über sich ergehen lassen, damit sie das kostbare Artefakt an sich nehmen und den Mönch vernichten können... Doch die Geschwister bleiben komatös. So endet der Band mit einem offenen Ende. Während Morgan lebt und altert, bleiben seine bewusstlosen Geschwister wie von Geisterhand immer so, wie am Tag ihres Bewusstseinsverlustes. Ihr Geist aber, so erfährt man, verweilt im Universum und geht dahin, wo nie ein Mensch zuvor gewesen ist...
„Die Bancroffs im Dilemma“ ist trotz des behämmerten Romantitels eine interessante Geschichte. Bis sie in Gang kommt, sind leider schon über die Hälfte der 65 Seiten vorbei. Das anfängliche Geplänkel um die mysteriöse Krankheit und die Familiengeschichte zieht sich dermaßen hin, dass es zum Verzweifeln ist. Belohnt wird der Leser im letzten Drittel mit einem psychedelischen Trip ins Reich der Finsternis, wo Morgan und Mertens in Asterix-Film-Manier Standard-Versuchungen als Prüfungen wiederstehen müssen (schöne Frauen und Reichtum beispielsweise). Überraschend das Ende: Die Geschwister können der Versuchung, als Geisteswesen das Universum zu erforschen, nicht widerstehen und entfleuchen mental in die Weite des Alls, während ihre Körper weiterhin unverändert auf der Erde ruhen, umsorgt von den nachfolgenden Bancroff-Generationen. Ein Roman mit schleppendem Anfang und interessantem Ausgang, sprachlich in Ordnung. Lässt sich lesen.
© Sascha „Andro“ Vennemann
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