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Geisterfänger Rezensionen - Band 12

Das unheimliche Schloss

Geisterfänger Band 12
Von Gordon Walby

Kelter-Verlag
65 Seiten/ 1,50 €

Auf Manor Crawl ist der Teufel los. Seit der Zeit als Urahn Hunter McCrawl das Anwesen baute, seine Untergebenen ausnutze und durch unmögliche Abgabenforderungen verhungern und darben ließ, liegt ein Fluch auf der Familie und der nahen Todesschlucht. Jüngster Spross des schottischen Adelsgeschlechts ist Terry McCrawl, der von Dämonen getrieben nach einem Autounfall verletzt in der unheimlichen Schlucht landet und sich dort mit allerlei Wesenheiten aus der Hölle konfrontiert sieht. In einer Höhle trifft er seinen Stammvater Hunter, der alle verflucht, die nach dem angeblichen Familienschatz in Crawl Manor und den zahlreichen Gemeingängen und Verbindungen zu Höhle und Schlucht suchen. Mittendrin versucht Sergeant Zack Creston herauszufinden, was eigentlich passiert. Welche Rolle spielen der Bruder des Schlossherrn und sein skelettartiger Diener Fugger? Alsbald sind alle Bedrohungen aus der Unterwelt geschlagen, der Familienschatz gefunden und die Tochter des Hauses mit dem Held verlobt. Jetzt wird auch klar, warum Ahn Hunter in die Schlucht stürzte: Nicht aufgebrachte Untergebene trieben ihn in den Tod, nein, er hatte Reichtum verprasst und beging aus Verzweiflung Selbstmord. Diese Entdeckung bannte letztendlich den Geist.

Gordon Walby ist ein Phänomen. Ich habe es noch nie erlebt, dass sich ein Autor erdreistet, dreimal (und möglicherweise noch öfter) die selbe Geschichte zu erzählen. Seine beiden bereits im „Geisterfänger“ erschienenen Romane beinhalten fast genau dieselbe Storyline, lediglich Namen und Orte wurden variiert, und nur minimale Veränderungen an der Handlung selbst gemacht. Wieder gibt es einen seltsam anmutenden Helden. Wieder darf der zum Schluss mit der Tochter des Hauses anbandeln, während ein Teil der Romanlösung auf ein übernatürliches Phänomen, ein anderer Teil aber auf die in allen drei Romanen vorkommende zerstrittene Adelsfamilie zurückgeht, die dreimal in verfluchten Gemäuern zuhause sind. Soviel Frechheit besitzen im Heftromansektor nur wenige, bei sich selbst zu klauen, sich zu wiederholen und die einzige Kreativleistung darauf zu verwenden, möglichst abstruse Wortkonstrukte zu Sätzen zu basteln. Walbys sprachlicher Witz ist wieder einmal zum auf die Stirn schlagen, entbehrt aber einmal mehr nicht einer gewissen amüsanten Note. Auch stimmungsmäßig funktionieren vor allem die Szenen in der düster-klaustrophobischen Todesschlucht überraschend gut. Wäre da nicht, wie gesagt, die von sinnlosen Actioneinlagen in die Läge gestreckte Handlung, die bereits beim zweiten Mal nicht mehr originell und spannend war. So muss man sich als Leser ein ums andere Mal durch Passagen quälen, die man bis zum Abwinken schon von Gordon Walby gelesen hat. Noch so ein Roman von diesem Autoren und ich werde diesen mit Sicherheit in Zukunft meiden. Wieder einmal ein großes ironisches Kompliment an die Verantwortlichen bei Kelter, was die Auswahl des Romans angeht. Beim ersten Mal war es vielleicht noch lustig. So langsam reicht es. Auch wenn sich diesmal die Fehlerquote was Wortfehler usw. angeht erheblich verbessert hat.

© Sascha „Andro“ Vennemann

 

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