Der Lord verlor im teuflischen Spiel
Geisterfänger Band 11
Von Phyllis Cocker
Kelter-Verlag
65 Seiten/ 1,50 €
Der geschäftlich erfolgreiche Amerikaner Edgar Mullingbrook kehrt nach Jahren in der Neuen Welt nach Schottland zurück. Er will von der lebenslustigen Hazel Osborne das Schloss Culver Castle kaufen – ein Anwesen, dass einst ein Ahn seiner Familie bewohnte. Mullingbrook quartiert sich als Gast unter falschem Namen im Castle ein, um das Haus zu inspizieren. In der Nacht kommt der junge Liebhaber der Hazelwood auf mysteriöse Weise ums Leben – sehr zum Verdruss von Inspektor McDonald, der bereits zum vierten Mal ausrücken muss, weil ein Lover der Lady das Zeitliche segnete. Mullingbrooks wahre Identität wird bekannt, die Lady in Untersuchungshaft genommen und das Personal verhört. Doch auch dieses mal findet sich kein Mörder. Mullingbrook hat sich unterdessen entschlossen, Culver Castle zu kaufen. Bei einem nächtlichen Gelage erscheint ihm sein Vorfahr Henry, der einen Schergen des Teufels beim Würfelspiel um seine Seele betrog und so vom Geist das Castle erschwindelte. Der rastlose Geist würfelt mit seinem Nachkommen um dessen Seele, dieser verliert und ist fortan antriebs- und lustlos. Der Verlust seiner Seele macht dem jungen Mullingbrook schwer zu schaffen. Selbst der Tod eines Mädchens, dass mit ihrem Freund in der Nähe campierte, bringt ihn nicht aus der Fassung. Der Schäfer McRycer hilft dem neuen Besitzer des Castles, seine Seele wiederzuerlangen, in dem er den Zaitanus gegen Henry antreten lässt. McDonald hat unterdessen Hilfe beim Vikar Greenock gesucht, der wiederum Geisterjäger Piper anruft und alle zusammen im Culver Castle eine Seance abhalten. Dabei erzählt Geister-Henry, dass er in einer Gefängnis-Höhle seit Jahrhunderten keinen Frieden findet und die Morde beging, um die Hazelwood zu vertreiben. Die Versammelten graben sich in die Höhle vor, erlösen den Geist und Mullingbrook erhält seine Seele zurück.
„Der Lord verlor im teuflischen Spiel“ entpuppt sich als Roman mit zwei Seiten. Die gute Seite beinhaltet einen eigentlich schön breit gefächerten Plot, der auch noch zum Schluss mit einer neuen Wendung aufwarten kann. Die schlechte Seite bildet, wie bei Phyllis Cocker nicht zum ersten mal, der antiquierte Sprachstil, und nicht nur daraus resultierend eine stellenweise unfreiwillige Komik, die leider kaum Platz für irgendeine Art von Spannung bietet. Auch die Vielzahl an Charakteren wirkt an einigen Stellen für den Plot etwas überflüssig, verfehlt aber die Wirkung nicht, den Roman reichhaltiger wirken zu lassen. Das wäre in Anbetracht der vielschichtigen Geschichte nicht nötig gewesen. Auch wenn der Roman keinesfalls originell ist, so ist „Der Lord verlor im teuflischen Spiel“ doch einer der unterhaltsameren Romane der bisher im „Geisterfänger“ erschienenen.
Erwähnenswert sind ebenfalls die Unmengen an Schreibfehlern, die wohl einmal mehr aus Fehlern beim Einscannen des ursprünglichen Textes resultieren. Es ist schon fast eine Frechheit, wie wenig Mühe man sich im Martin-Kelter-Verlag beim Aufbereiten der Romane gegeben hat. Es sollte nur allzu verständlich sein, wenn grundsätzlich kaufwillige Leser aufgrund dieser mangelnden Bearbeitung der Reihe demnächst fernbleiben!
© Sascha „Andro“ Vennemann
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