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Geisterfänger Rezensionen - Band 9

Inspektor Trenck haßt böse Späße
Geisterfänger Band 9

von Gordon Walby
Martin Kelter Verlag
66 Seiten/ 1,50 €

GeisterfängerSeltsame Dinge geschehen auf Finchley Castle. Das auf einer Insel gelegene Schloss beherbergt schon seit Generationen das Geschlecht der O’Finchleys und ihr derzeitiges Familienoberhaupt Sir Louis hat anlässlich des 30. Todestages seiner durch Selbstmord verstorbenen Frau Alva den Rest der Familie eingeladen. Makaber: Die Einladungen sind im Stile gehalten, als hätte die Tote selbst geladen. Die Gelegenheit, sich an der unliebsamen Verwandtschaft, die sie zu dem Selbstmord trieb, da als Schmarotzer und unwürdig der adeligen Familie bezeichnet, zu rächen, scheint dem Geist Alvas gut zupass zu kommen. Nachdem die Brücke zum Festland zusammengebrochen ist ereignen sich drei Morde auf Finchley Castle. Den Spuk aufzuklären wird Inspektor Trenck gesandt, der zunächst mit einem Boot auf das Eiland paddeln muss, um dort alsbald auf die hübsche junge Norma zu treffen, die ihn mit in das Schloss nimmt. Nach allerlei Herumschleichen in Geheimgängen und einigen Knobeleien kommt die Wahrheit ans Tageslicht. Sir Louis und sein Enkel Donald haben viele Bereiche des Schlosses als „bösen Spaß“ mit Tricks versehen, um der Verwandtschaft als Rache für die familiären Abneigungen der verstorbenen Lady Alva betreffend, einen gehörigen Schrecken einzujagen. Das passt ja, denn nicht nur, dass die O’Finchleys einst Piraten waren, die auf brutalste Art und Weise vorgingen und so ihren Reichtum anhäuften, nein, sie hielten auch Gefangene in den Katakomben des Schlosses und folterten sie. Böse Späße liegen also in der Familie! Das erklärt aber noch nicht die Morde. Alsbald ist aber auch der böse Schwager Arthur Callison entlarvt, der durch die Morde Finchley Castle in seinen Besitz zu bringen gedachte. Trenck erschießt den Mörder aus Notwehr und darf durch Vermählung mit Norma in das Adelsgeschlecht einheiraten.

Gordon Walby macht mir Spass! Nach dem völlig durchgeknallten „Geister leben gefährlich“ (Geisterfänger Band 7) nun ein weiterer Roman des Autors – mit einem noch abstruseren Titel. „Inspektor Trenck haßt böse Späße“ klingt nicht nur albern, an sich ist es auch lustig, dass Gordon Walby das Grundgerüst und die Struktur des Romans bei sich selbst geklaut hat. Man ersetze einige Namen, Orte und Begebenheiten und schon hätte man exakt den selben Romanaufbau, wie wir ihn von „Geister leben gefährlich“ her kennen. Trotzdem ist dieser Roman sehr viel besser zu lesen als das Machwerk um den herumballernden Indianer, welches wir zuvor im „Geisterfänger Band 7“ lesen durften. Die zahllosen Action-Szenen wurden zugunsten einiger atmosphärisch dichter Passagen gekürzt und in den Geheimgängen des Schlosses und der Familiengruft kommt schon ein leichtes Gruselgefühl auf, wenn Trenck z.B. eingemauerte Skelette freilegt und leere Särge entdeckt. Die Hauptfigur wirkt ebenfalls viel schlüssiger, ist aber auch weniger spektakulär als „Black Lobo“ aus Band 7. Spannung will auch hier nicht so recht aufkommen. Es passiert zwar allerhand Mysteriöses auf dem Schloss, allerdings wirken die Szenen ein bisschen willkürlich aneinander gereiht und bauen inhaltlich kaum aufeinander auf. Da man von Anfang an ahnt, dass ähnlich wie in dem anderen Gordon Walby Roman das übernatürliche Moment letztendlich auf menschlichen Tricks beruht (wie man ja auch schon beinahe aus dem Titel des Bandes ableiten kann) und sich der Roman eh in exakt die selbe Richtung entwickelt wie Band 7, bleibt bis zur späten Auflösung nunmehr nur die Frage, welches Familienmitglied hier wem eins auswischen will. Dafür ist „Inspektor Trenck haßt böse Späße“ allerdings ein erfreulich erträglicher Roman, der doch seine unterhaltsamen Momente hat und lesbarer ist, als manch anderes Gruselheft.

© Sascha „Andro“ Vennemann

 

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