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Geisterfänger Rezensionen - Band 8

Der Unheimliche von Kilmoore
Geisterfänger Band 8

Von William Perry
Martin Kelter Verlag
66 Seiten/ 1,50 €

Geisterfänger Band 8Die Amerikanerin Brenda Weston zieht mit ihrem Mann, einem Vertreter für Elektroartikel, und ihrer sechzehnjährigen Tochter Karin ins Kilmoore Haus ein, welches sich abgelegen am Rande der schottischen Highlands an der Küste befindet. Auf der Zugfahrt von London zu ihrem neuen Heim begegnet Brenda einem seltsamen alten Mann, der sie vor den im Kilmoore Haus spukenden Geistern warnt. Von der Erscheinung, die nur sie sehen konnte, erschreckt, gestalten sich für Brenda Weston die ersten Tage im Haus auch gleich schwierig. Seltsame Lichter, Geräusche und Phänomene treten auf und beunruhigen die Amerikanerin. Nach und nach werden viele verschiedene Geschichten über das Haus erzählt. Von einem Piraten ist die Rede, der in der Gegend des Hauses einen Schatz versteckt hat, von einem Mädchen wird berichtet, das einen unsichtbaren Freund hatte, der Sachen verschwinden ließ, von einem Gangstergeschwisterpaar, das in der Nähe verunglückte, und von zwei Frauen, die aus dem Haus ein Hotel machen wollten, doch ihr Architekt bei Malerarbeiten spurlos verschwand. Die Westons entdecken in der Nähe des Hauses eine verwitterte Kapellenruine, bekommen Besuch von dem seit vier Jahren toten Betrügerpaar und sehen sich bald von einer seltsamen Kleiderpuppe auf dem Dachboden aufs Tödlichste bedroht. Nichts, selbst die Berichte eines Geisterforschers über das Haus, lassen die unheimlichen Erscheinungen von Kilmoore verschwinden.

Mit „Der Unheimliche von Kilmoore“ erscheint bereits der dritte Roman in Übersetzung von William Perrys Original als Nachdruck im „Geisterfänger“. In Anbetracht dessen, dass die Reihe erst acht Bände zählt, ein wenig seltsam. Der zuletzt erschienene Roman „Der Schrecken von Tynwood“ langweilte mit ellenlangen pseudo-philosophischen Dialogen. Und auch diesmal ergeht sich William Perry an zwei Stellen in völlig esoterischem Geschwafel, das keinen interessiert. Davon abgesehen ist der Band das perfekte Beispiel für einen Klischee-Spukhaus-Roman. Eingebettet in ziemlich stimmungsvolle Landschafts- und Umweltbeschreibungen macht sich eine sanfte Gruselatmosphäre breit, in die man gerne bereit ist, sich fallen zu lassen; man kennt solche Geschichten ja bereits. Von der absoluten Standard-Szenerie einmal abgesehen, würzt William Perry den Roman vor allem mit netten Anekdoten über die Vergangenheit des Hauses und über die Personen, die einst dort wohnten, sowie selbst zu Geistern oder von ihnen belästigt wurden. Hier beweist der Autor einiges an Kreativität und auch der Rest des Romans ist durch seine absolut stilgetreuen Beschreibungen leichte und angenehme Kost. Dass am Ende jedwede Pointe fehlt und die Geschichte nicht einmal zu Ende erzählt wird, sondern wie es schein, in der Mitte abbricht, ist dabei fast zu verzeihen. Unterhalten fühlt man sich irgendwie trotzdem. Nach der Nullrunde vom letzten Perry-Roman wieder durchaus lesbar, solange man weder eine Auflösung noch eine originelle Story erwartet. Das eigentlich Erschreckende an der Reihe „Geisterfänger“ ist nicht die Qualität der Romane oder ihrer Inhalte, sondern wie sehr man seine Ansprüche doch herunterschrauben kann.

© Sascha „Andro“ Vennemann

 

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