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Geisterfänger Rezensionen - Band 5

Der singende Tod
Geisterfänger Band 5

von Alexander Ghost
64 Seiten/1,50 €
Kelter-Verlag

Geisterfänger Band 5Selkirk-Island ist eine kleine Insel in der rauen See und gehört zu den Orkney-Inseln. Sie gehört dem reichen und exzentrischen Robert Melford, der auf ihr eine riesige Villa errichten lässt und bis zum unnatürlichen Tod seiner selbst und seiner wenigen Bediensteten dort lebt. Die Erben der Insel und des Vermögens leben meist nicht lange genug, sich an ihrem neuen Reichtum zu erfreuen. Gordon Melford, einer der letzten Erben, lädt an seinem Lebensabend den einzigen lebenden Erben Harry Melford und einige spirituell begabte Subjekte in die Insel-Villa ein, um dort zu besprechen, was mit seinem Hab und Gut nach seinem Tod passieren soll. Die Hellseher, Medien und Zauberer veranstalten allerlei Hokuspokus und schon am ersten Abend verscheidet auf seltsame Art und Weise der Alte. Doch: Alles ist eigentlich nur inszeniert! Bald allerdings wird aus dem durchtriebenen Spiel des Alten und seiner Komplizen bitterer Ernst, als tatsächlich die ersten Gäste und auch der Gastgeber selbst den Tod finden. Vielleicht sind die Gäste doch mehr miteinander verbunden, als man zunächst annimmt?

„Der singende Tod“ ist ein gruseliger Krimi, aber keinesfalls ein Horror-Roman. Die Geschichte ist nicht besonders neu oder originell, aber stimmungsvoll inszeniert. Die Spukvilla bietet einige nette Szenerien und Geheimnisse, die Figuren wirken schrullig und exzentrisch, das Geschehen bleibt trotz teilweise komplizierten Verwicklungen größtenteils transparent und verfolgbar. Die Isolation auf der Insel macht sich in der Geschichte bemerkbar, spielt sogar eine entscheidende Rolle was Stimmung und Handlungsverlauf angeht. Die Auflösung ist lässt zwar wenig Raum für Phantastisches, passt aber zur Handlung allgemein, die sich teilweise eher wie ein ausgeschmücktes Theaterstück als ein Roman liest. Die altmodische Sprachgestaltung des Romans dämpft an einigen Stellen den Lesegenuss des jüngeren Lesers doch um einiges – einige Umschreibungen und Satzkonstruktionen sind mir so noch nicht untergekommen und wirken antiquiert. Eine leichte Modernisierung der Formulierungen hätte der an sich ganz guten Geschichte sicherlich gut getan. Aber was kann man von einer Nachdruckserie von Romanen, wie sie „Geisterfänger“ nun mal ist, schon groß erwarten? „Der singende Tod“ ist ein angenehm durchschnittlicher Grusel-Krimi, mehr nicht.

© Sascha „Andro“ Vennemann

 

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