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Geisterfänger Rezensionen - Band 3

Geister ohne Kopf und Adel
Geisterfänger Band 3
von Phyllis Cocker

64 Seiten/1,50 €
Kelter-Verlag

Geisterfänger Band 3Nelly Douglas, eine hellseherisch begabte junge Frau und Desmond McFeddian, ein schottischer Polizist, haben aufgrund einer Vorsehung Nellys das schottische Hochland aufgesucht, um den Mord an einem jungen Adeligen zu verhindern. Dort geschehen allerhand unheimliche Dinge und sie decken eine weit zurückreichende Geschichte auf, die Nellys ebenfalls seherisch begabten Vorfahren eng mit der Geschichte der adeligen Familie Quelch verbindet. Es mischt ebenfalls eine Gruppe kopfloser Geister mit, die „Green Cloaks“. Der Mord kann nicht verhindert werden und das Unglück nimmt seinen Lauf. Mit Hilfe eines erfahrenen Geisterfängers kann dem Spuk ein Ende bereitet werden.

„Geister ohne Kopf und Adel“ setzt den Abwärtstrend der Nachdrucke fort. Nachdem Band 2 „Höllenbrut“ schon nicht wirklich überzeugen konnte, ist Band 3 nun noch eine Stufe weniger ansprechend. Das liegt zum einen daran, dass sich der Roman niemals richtig entscheiden kann, was er nun eigentlich erzählen möchte, zum anderen an dem Schreibstil Phyllis Cockers. Doch dazu später. Zunächst zum Inhalt. Die Grundidee des Romans findet auf knapp einer Seite des Heftes Platz und ist auch fast auf diese Länge komprimiert im Text zu finden. Etwa nach der Hälfte des Romans ist der Hintergrund des mysteriösen Treibens auf dem Anwesen der Quelchs in ein paar kurzen Passagen aufgedeckt, bleibt nur noch, die Geschichte zu einem ordentlichen Abschluss zu bringen. Den ganzen Roman über wird die Geschichte vollkommen ausgewalzt und niemals richtig spannend. Hinzu kommen ein paar wilde Sprünge in der Handlung, die nicht richtig deutlich machen, was gerade geschieht. Ist der Bösewicht nun grade von einer Meute Hunde verfolgt worden oder nicht? Woher kommen die beiden Reiter im Morgengrauen, die plötzlich mitten im Geschehen auftauchen ohne angekündigt worden zu sein? Hier fühlt man sich als Leser übervorteilt.

Das alles wäre noch einigermaßen zu ertragen, wenn der Schreibstil einigermaßen flüssig und ansprechend wäre. Dazu kommen noch viele Schreib- und Satzzeichenfehler, die die Vermutung nahe legen, das Heft sei weder redigiert noch redaktionell betreut worden. Zunächst zu den formalen Fehlern. Der Text wirkt in Ansätzen so, als sei ein altes Geister-Krimi-Heft mit einem Scanner und entsprechender Software digital erfasst worden. Die Schreibfehler im Text lassen auf unzureichende Erkennung der gescannten Buchstaben und Satzzeichen schließen. Diese Fehler hemmen den Lesefluss ungemein und wären mit einer vernünftigen Betreuung des Romans zu vermeiden gewesen.

Dazu kommt der völlig unmögliche Stil von Phyllis Cocker. Sie benutzt eine Sprache, die dem heutigen Hochdeutsch kaum noch ähnlich sieht, bereits in den 70ern veraltet, in den 80ern antiquiert gewirkt haben muss und heutzutage mumifiziert daherkommt. Die Dialoge und Nebenhandlungen wirken erzwungen und hölzern, die benutzten Worte und Phrasen ebenfalls. Ein Beispiel - Seite 25, rechte Spalte, Mitte: „Desmonds Kleinwagen ging in den Schlaglöchern in die Knie wie ein schwachbeiniger übergewichtiger Dackel, schwänzelte durch die Pfützen wie eine Ente, die sich zum Eierlegen aufs Nest setzen wollte, und hüpfte über Bodenwellen wie ein Albatros.“ Derartige unnötig lächerliche Passagen findet man immer wieder über den Text verteilt. Auch hier wäre eine sprachliche Nachbearbeitung dringend notwendig gewesen.

Fazit: Ein eigentlich ganz netter Plot wurde erzähltechnisch nicht wirklich ansprechend umgesetzt, die Geschichte ist weder unheimlich noch spannend, dazu formale und sprachliche Schwächen. „Geister ohne Kopf und Adel“ ist ein Grusel-Roman, wie ihn heutzutage wohl niemand mehr wirklich lesen möchte. Falls der Kelter-Verlag seine Auswahl der Nachdrucke nicht sorgfältiger aufbereitet und ansprechendere Romane heraussucht, sehe ich für die Zukunft von „Geisterfänger“ schwarz.

© Sascha „Andro“ Vennemann

 

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