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Chicago Rezension Band 9

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Andro | Koopa

Doppelt gestorben
Chicago Band 9

von Pat Connor

64 Seiten/1,50 €
Bastei-Verlag (Verlagsgruppe Lübbe)

Pat Connor bekommt den Auftrag, den Bruder seiner neuen hübschen Klientin ausfindig zu machen. Dieser hat sich beim Mann seiner Schwester, ein reicher Immobilienhai, Geld geliehen, um seine immensen Spielschulden zu bezahlen. Connor soll den Bruder finden und dem Glücklichen die Nachricht überbringen, dass sein Schwager ein letztes Mal bereit sei, ihm finanziell aus der Patsche zu helfen. Während Pat sich durch einige Spielerlokale trinkt, des Bruders Kubisten-Maler-Künstlerfreunde besucht und versucht, sich ein wenig in der Szene umzuhören, bandelt er mit seiner Klientin an. Schließlich findet Connor den Bruder, dieser wird aber von New Yorker Gangstern vor seinen Augen umgelegt. Den Fall mental schon zu den Akten gelegt, trifft der Privatdetektiv bald darauf auf den Toten. Quicklebendig hält sich dieser in einem Tanzlokal auf und streitet auf Anfrage Connors ab, der Gesuchte zu sein. Nach einem Schäferstündchen mit seiner Klientin klärt sich alles auf: Der Bruder ist schon lange tot, ermordet vom Immobilienhai, dessen nachweisliche Verbindungen zu Mafia-Boss "Il Cardinale" dem Spieler als Erpressungsgrund diente. Um den Bruder auch auf dem Papier tot zu sehen, wurde ein Schauspieler engagiert und mit Hilfe des Mafiosi eine Scheinhinrichtung für Pat Connor arrangiert. So konnte der Tote später wieder auferstehen und Pat erneut begegnen, was nicht geplant war.

"Doppelt gestorben" ist für mich der erste Chicago-Band mit einer richtig originellen Auflösung. Diese hebt den schon erzählerisch sehr gelungenen Band noch auf ein höheres Niveau. Die humoristische Ader der Chicago-Romane wird hier zwar nicht wirklich hervorgehoben, blitzt aber an den richtigen Stellen mit bissigen Kommentaren oder Umschreibungen erfrischend auf, integriert sich und wird nicht zum Selbstzweck. Connor macht nicht den Eindruck, ziellos von einer Szene in die nächste zu geraten, sondern die Geschichte entwickelt sich stringent. Auch wenn man bis zum Ende des Roman kaum ahnt, was Sache ist, befriedigt die Auflösung voll und ganz.
Fazit: Ein sehr guter Chicago-Roman, definitiv unter den Top 3 der ersten 10!

© Sascha „Andro“ Vennemann

Doppelt gestorben
Chicago Band 9

von Pat Connor

64 Seiten/1,50 €
Bastei-Verlag (Verlagsgruppe Lübbe)

Nachdem ich nun für einige Wochen mit dem Lesen von "Chicago" Pause gemacht habe, bin ich dieses Wochenende dazu gekommen, mal wieder einen Roman zu lesen. Band 8 gehörte ja bereits zu meinen Lieblingsromanen der Chicago-Serie. Band 9 schließt sich diesem nahtlos an.
So entwickelte sich die eigentliche Story bei so manchem Chicago-Roman zu einem wirren Knäuel aus Verwicklungen. Dieses Mal war eine Story an der Reihe, deren schlüssige Lösung mich doch schon überraschte.
Auch bei den Nebensächlichkeiten gibt es dieses Mal kaum etwas zu meckern. Auf Seite 22 z. B. nimmt Pat Connor endlich einmal seinen Revolver mit und trägt dazu meines Erachtens sehr zur Realitätsnähe der Serie bei. Denn bisher hieß es für meinen Geschmack zu häufig, er würde seinen Revolver ungern spazieren tragen.

Was mir etwas merkwürdig erscheint: Auf Seite 26 ruft Pat den Reporter Brendon Smith an und fragt ihn, ob er Lust auf ein Steak habe. Smith antwortet, dass "heute alle verrückt spielen und die Mittagspause erst nächste Woche stattfindet" - und fragt Connor, ob es "heute Abend ab sieben" ginge. Daraufhin meint Connor, dass es da nicht gehe, weil er auf Achse sei. Durch Brendons Rückfrage "Probleme?" hin entwickelt sich nun ein Gespräch, das über eine Seite anhält. Hm, also wenn in der Redaktion von Smith so viel los ist, wird er wohl kaum Zeit haben, sich so lange Connors Problemen zuzuwenden? Wenn er so viel Zeit hat, hätte er sich mit ihm auch treffen können.

In diesem Roman kamen zwar auch – darunter einige lustige – Sprüche vor, aber es ist doch im Vergleich zu Band 8 ein gewisser Abfall. Dafür hat der Roman aber einige geniale Kommentare, etwa der von Pat über das Bleistiftspitzen von Betty. Ansonsten war das ein sehr angenehmer Roman. Und vor allem die Lösung war schlüssig und überraschend. Allerdings ist ein Teil für mich Premiere mit diesem Roman. Die eigentliche Handlung bzw. der Auslöser des Falles kommt von der Mafia (in diesem Falle von dem Boss "Il Cardinale"). Und trotzdem hat mir dieser Roman gefallen. Neben Band 4 und 8 ein echtes Glanzstück der Chicago-Serie.

© Koopa

 

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