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Chicago Rezension Band 25

Ein nasses Grab
Chicago Band 25

von Pat Connor

64 Seiten/1,50€
Bastei Verlag (Verlagsgruppe Lübbe)

Pat kippt sich grade bei Dunky einen hinter die Binde (was er auch dringend nötig hat, weil er in seiner Bodyguard-Funktion in Notwehr einen Gangster erschossen hat) als ich die junge Frau Jessica Randall anspricht. Er soll für sie eine Überfahrt nach Kanada organisieren. Pat braucht das Geld und verspricht, sich umzuhören. Bald darauf schwimmt seine Auftraggeberin als Wasserleiche im See, erschossen. Connor denkt sich erst einmal nichts weiter dabei. Ein neuer Auftrag flattert ins Haus: Mistress McCormick vermisst nach einem Einbruch in ihrer Villa wertvollen Schmuck und ihren Mann. Brendon erklärt Pat, dass Mister McCormick Ärger am Hals hat, da er öffentliche Gelder für den Kanalbau veruntreut und dieses privat in ein Bauprojekt für Arbeiterwohnungen investiert hat. Das öffentliche Auge schaut jetzt auf das Projekt, und neben McCormick haben auch noch andere Leute, teilweise nicht ganz legal erworbenes, Geld in die Wohnungsanlage gesteckt. Pat ermittelt bei einem Clubbesitzer, der als Strohmann für ein hohes Tier aus „The Jar“ O’Malleys Truppe die Nachtbar leitet. Auch dieser hat Geld in den Bau investiert, und bald darauf ist er tot. Pat findet bei seinem Leibwächter ein paar Stücke vom vermissten Schmuck. Bald daraus findet man McCormick ebenfalls erschossen zwischen den Rinderhälften im Schlachterviertel. Als dann auch noch ein Schläger-Trio von „The Jar“’s Stellvertreter auftaucht, kristallisieren sich die Hintergründe heraus. Der Stellvertreter, dessen Strohmann durch Mitinvestition in den Bau und dadurch, dass McCormick aufgeflogen war, in Gefahr geriet, ebenfalls das öffentliche Interesse zu erregen, ließ von seinen Schlägern die beiden Mitwisser und potentiellen Gefahrenträger ausschalten. McCormick konnte sich nicht rechtzeitig nach Kanada absetzten, und seine Frau, Pats Auftraggeberin, hat ebenfalls keine reine Weste: Sie erschoss Jessica Randall, die Geliebte ihres Mannes, und versenkte sie im See.

Der letzte CHICAGO-Band schließt mit einem versöhnlichen Ende die Serie ab. Band 25 ist zwar nicht die Krone der Spannung, aber hat einen durchaus schön verworrenen Plot, der sich allmählich bei der Lektüre entwirrt. Auch wenn sich die Zusammenfassung möglicherweise etwas wirr liest, und auf unzählige Personen schließen lässt, so hat doch jede dieser Figuren eine klare Struktur und eine Funktion im Plot, bringt diesen voran und wirkt daher weder deplaziert noch unnötig. Dass sich wieder zwei Fälle, die anscheinend nichts miteinander zu tun haben, am Ende doch wieder irgendwie treffen, hatten wir ja schon des öfteren in Chicago-Romanen. Diesmal allerdings wirkt das alles sehr viel homogener als noch in den Romanen zwischen Band 10 und 20. Hier hat, wenn es sich um den selben handelt, der Autor solcher Romane eindeutig etwas dazugelernt. So lassen wir das Chicago der Prohibition hinter uns – nicht, ohne uns vorher über die Ankündigung von Band 26 im Heft zu wundern. Da der Roman wahrscheinlich bei dem Entschluss, die Serie einzustellen, bereits im Druck war, ließ sich dieses Malheur wohl nicht vermeiden. So bleibt sogar noch ein Rest Hoffnung, dass eventuell bereits fertig gestellte und vom Verlag bereits bezahlte Chicago-Romane (in erster Linie Band 26, evtl. auch noch 27, je nach dem, was vorliegt), dem Fan der Serie noch als elektronische Version über die Bastei-Seiten zugänglich gemacht werden. Das würde mich zumindest sehr freuen und der zuständige Redakteur hat mir gegenüber persönlich bereits signalisiert, er werde mal sehen, was sich machen ließe. Bleiben wir also noch ein wenig gespannt, was uns da erwartet..

Bis dahin möchte ich mich bei dem zuständigen Redakteur sowie Lektor und den Autoren von CHICAGO für ihre Arbeit und für 25 Bände, mal mehr, mal weniger gute, unterhaltende Lesestunden bedanken. Ich habe die Krimi-Serie gerne verfolgt und gelesen, und bin ihr, trotz der Qualitätsschwankungen, immer treu geblieben. Das haben leider nicht genug andere Leser auch getan. Darauf einen extra starken Kaffee in Henrys Diner...

© Sascha „Andro“ Vennemann

 

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