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Chicago Rezension Band 2

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von
Sascha Vennemann | Koopa

Der Unbekannte und die Schöne
Chicago Band 2

von Pat Connor

64 Seiten/1,50 €

Bastei-Verlag (Verlagsgruppe Lübbe)

 

Aloah!

In Band 2 von Chicago verschlägt es Detektiv Pat Connor dieses Mal nicht in die Unterwelt der Verbrechersyndikate, sondern in die Gefilde der Großindustriellen. Ein zwielichtiger Mann ohne Namen beauftragt den Schnüffler einen Mord aufzuklären. Die Leiche hat der Klient zwar gefunden, will aber mit dem Ableben des Inhabers einer großen Autofabrik nichts am Hut haben. Bei seinen Ermittlungen helfen Pat Connor seine bereits in Band 1 eingeführten Helfer Sekretärin Betty, sein väterlicher Freund bei der Zeitung, der Barkeeper seiner bevorzugten Flüsterkneipe und die Vertreter der Polizei. Bald kommt zu dem Unbekannten auch noch eine schöne Witwe ins Spiel und der Fall führt Connor zu den Gewerkschaften und in die Welt des Mädchenhandels und der Prostitution.

Band 2 verlässt sich beim Plot erfreulicherweise wieder ganz auf die Gegebenheiten der Stadt Chicago in den 20er Jahren. Die Macht der Gewerkschaften zu dieser Zeit wird deutlich, aber auch das Ausmaß illegaler Aktivitäten und Kleingaunereien zur Prohibitionszeit. Pat Conner schleicht von einer Szene in die nächste, macht aber den Eindruck nicht wirklich zu wissen, wie er den Fall anpacken soll. Für den Leser bedeutet das eine recht ziellos wirkende Aneinanderreihung von Ermittlungen, die sich nicht zusammenführen lassen. So bekommt man als Mitrater bei der Lektüre wenig Material geboten, das einen selbst über den Fall spekulieren lassen könnte. Vom Anfang des Romans und des aufgeworfenen Falls bis hin zur in sich schlüssigen Auflösung kann also von großartiger Spannung nicht die Rede sein – so viel hat dann die Ermittlungsarbeit des Detektivs mit dem Schlussresultat dann doch nicht zu tun. Leider trifft der Schreibstil des Romans auch nicht ganz den zynisch-ironischen Ton der Figur Pat Conner aus Band 1 und verliert somit gegenüber der Erstausgabe einiges an Reiz. So verschenkt „Der Unbekannte und die Schöne“ (wobei beide Figuren jeweils etwa ein Hälfte des Romans als Rätselfaktor einnehmen) in den mittleren Passagen etwas kriminologisches Erzählpotential. Nichts desto trotz, vor allem wegen der immer noch gut transportierten „hard boiled“ Atmosphäre, ist auch Band 2 von Chicago eine nette und unterhaltende Lektüre für zwischendurch. Insgesamt allerdings eine Spur schwächer als Band 1.

© Sascha „Andro“ Vennemann

Der Unbekannte und die Schöne
Chicago Band 2


von Pat Conner
64 Seiten/1,50€
Bastei Verlag (Verlagsgruppe Lübbe)

So, nun habe ich auch den zweiten Band von „Chicago“ gelesen. Insgesamt gesehen fand ich diese Story okay, ich würde weder sagen, dass sie besser noch dass sie schlechter war als die erste, wobei es mir doch vorkam, als wenn Pat Connor in diesem Roman etwas weniger als im Letzten getrunken hat – was nicht unbedingt bedeuten muss, dass es wenig war, aber angesichts der Tatsache, dass in Band 1 fast jede Szene damit endete, dass Connor seinen Denkapparat mit Hilfe eines Glases Alkohol oder einer Zigarette auf Vordermann brachte.

Wobei mir nicht klar ist, wieso sich Pat zu Beginn des Romans so abweisend gegenüber dem Unbekannten später als Mr. X titulierten Mann verhält – besonders wenn man bedenkt, dass er eigentlich für jeden Auftrag dankbar sein sollte.

Aber nun gut. Was mir aber etwas sehr absurd vorkam, war eine Anmerkung auf Seite 19: „So automatisch wie vergeblich tastete ich die Stelle ab, wo sich mein Revolver hätte befinden müssen. Nur tat er das [b]wieder mal[/b] nicht, ich ging einfach nicht gern aus mit dem Ding.“

Hm. In einer Zeit, in der die Kanonen scheinbar noch lockerer saßen als Geld oder Whisky, frage ich mich doch ernsthaft, wieso sich ein Privatdetektiv auf Spurensuche begibt (und sowieso immer damit rechnen sollte, sich verteidigen zu müssen) ohne Revolver. Wenn das mal geschieht – das kann passieren (wobei ihn auch das theoretisch das Leben kosten könnte), aber „mal wieder“ klingt irgendwie so, als wäre Pat Connor den Waffen ziemlich abgeneigt, was mir doch etwas merkwürdig erscheint.

Wie er es auf Seite 41 einfach so geschafft hatte, in das „Maillard’s“ hereinzukommen – kinderleicht eben, finde ich auch etwas an den Haaren herbeigezogen – da hatte es sich der Autor ein bisschen zu einfach gemacht.

Mir kam es allerdings so vor, als hätte Connor in diesem Roman nicht so richtig ermittelt bzw. vielmehr nicht so richtig gewusst, wo er ansetzen sollte, sondern sich mehr von einer Sache zur Nächsten hangelte, in der Hoffnung, den Täter zu finden (was dann natürlich wie immer klappt).
Leider kam mir die Ironie in diesem Roman gänzlich zu kurz, ich hoffe, dass sich das ab dem nächsten Band ändert.
Der Redaktionsalltag wird, finde ich, in dem Roman schön beschrieben; der Reporter Brendon Smith ist mir sehr sympathisch. Was mir außerdem positiv auffiel war, dass die Sekretärin nicht ewig damit beschäftigt war, sich die Fingernägel zu lackieren, das nervte mich in Band 1 schon etwas.
Und ich bin froh, dass die Lösung diesmal mit etwas anderem als Verbrechersyndikaten tun hatte.
Davon abgesehen, dass in diesem Roman wesentlich mehr Rechtschreib- und Grammatikfehler vorkamen, war das ein solider Krimi; wie schon bei Band 1 war die Lösung weder neu, noch sonderlich überraschend, dafür der Roman an sich aber ganz gut gestaltet.
Das Cover hat mir hier, wie bei Band 1 wieder sehr gut gefallen; im Gegensatz zu den Fotografien auf den Jerry Cotton Heften und Taschenbüchern mag ich die gemalten Titelbilder doch mehr.

© Koopa

 

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