
Kunst und Handwerk

Weitere Möglichkeiten zur Salbenherstellung
Man kann Salben auch mit Tinkturen oder ätherischen Ölen herstellen. Für eine Salbe mit ätherischen Ölen, Lanolin und Bienenwachs benötigt man zwei Esslöffel Öl von jenem Kraut, aus welchem man eine Salbe herstellen will. Diese kann man käuflich erwerben oder selber herstellen.
Es wird noch 35g Lanolin und 2g Walrat (erhältlich in Apotheken), 2g Bienenwachs, 30 Tropfen des ätherischen Öles benötigt.
Das Lanolin wird im Wasserbad geschmolzen (Feuerfestes Gefäß verwenden). Dann das Kräuteröl hinzugeben. Das Walrat muss man gesondert schmelzen lassen und danach untermischen. Das Gleiche gilt auch für Bienenwachs. Stetig rumrühren, die Öle langsam dem 40 Grad abgekühlten Fett hinzufügen und weiter rühren bis die Salbe fast erkaltet ist. Danach in Töpfchen füllen und verschließen.
Es gibt noch weitere volksmedizinische Methoden:
Vier gehäufte Hände frische Kräuter klein schneiden. 550g Schweineschmalz so erhitzen, als würde man Fleisch anbraten. Die Kräuter in das heiße Fett geben, kurz aufheizen und umrühren. Dann nimmt man die Pfanne von der Flamme, deckt sie ab und stellt sie über Nacht kalt. Am nächsten Tag das Fett erneut leicht erwärmen und durch ein Leinentuch filtern. Die noch warme Salbe in Gläser füllen.
(Die Salbe ist bis zu 3 Monaten haltbar!!!!)
Hinweis:
Schweinefett ist dem der menschlichen Haut sehr ähnlich und dringt daher sehr weit in sie ein. Nachteilig ist, dass sich im Schweinefett Schadstoffe speichern. Die medikamentöse Behandlung der heutigen Tiere in Massentierhaltungen wirkt auch in der Salbenzubereitung nach. In diesem Fall verwendet man Schmalz von biologischen gehaltenen Tieren.
Man kann auch einen halben Anteil geklärter Butter (Butter erhitzen, Schaum abschöpfen), einen Viertel Anteil Sonnenblumenöl und einen Viertel Anteil Bienenwachs gemeinsam unter Rühren erwärmen. Kleingeschnittene Kräuter hinzufügen, ziehen lassen und über Nacht auskühlen lassen. Am nächsten Tag erwärmen und durchseihen.
Wenn man eine Salbe mit Bienenwachs und Kräuteröl herstellen will, nimmt man die frischen Kräuter , übergießt diese mit einem guten, schweren Öl (z.B. Olivenöl) bis alles gut bedeckt ist und lässt das Ganze drei Wochen an einem warmen Ort stehen. Danach filtert man sorgfältig ab. Entweder durch ein Leinentuch oder man nimmt als alternative einen Kaffeefilter. Das gefilterte Öl muss man dann auf etwa 40 Grad erwärmen und mit geschmolzen Bienenwachs mischen, so dass etwa auf 100ml Öl zirka 15g Bienenwachs genommen wird. (2g perlenartiges Bienenwachs entsprechen rund einem Messlöffel) Danach wird so weiter gemacht, wie bei den bereits genannten Zubereitungsarten.
Hier einige verschiedene Salben für diverse Behandlungen:
Die Kamillensalbe ist wie die Ringelblumensalbe eine Creme, welche für sehr raue, spröde und rissige Haut geeignet ist. Sie ist auch für eine schnelle Wundheilung hilfreich. Hergestellt wird sie wie die Ringelblumensalbe.
Und so sieht die Kamille aus:

Vorkommen:
Die Kamille wächst in fast ganz Europa und in vielen Teilen von Asien. In Europa ist sie nur im Süden und Osten heimisch, sonst eingebürgert. Als Standort werden Brachen, meist kalkarme lehmreiche Äcker bevorzugt.
Beschreibung der Kamille:
Die aromatisch duftende, krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von etwa 20 bis 30 Zentimetern. Die wechselständigen Blätter sind fiederteilig.
Die Blüten werden 10 bis 25 mm breit und sitzen in Blütenköpfen an den Enden der Sprossachsen und bilden einen Blütenstand. Sie bestehen aus Zungen- (weiß, außen) und Röhrenblüten (gelb, innen), was typisch für Korbblütengewächse ist. Die weißen Zungenblüten sind zurückgeschlagen.
Blütezeit ist von Mai bis September.
Die Frucht der Kamille ist eine einsamige Nussfrucht, die Achäne genannt wird. Diese scheinen im Boden mindestens 100 Jahre überdauern zu können.
Der Stängel ist weich und saftig.
Die Johanniskrautsalbe hat gegenüber dem Johanniskrautöl den Vorteil, dass sie leichter aufgetragen werden kann und auch besser in die Haut einzieht. Dies ist besonders im Bereich der Geschichtspflege von Vorteil.
Zur Herstellung benötigt man 40ml Johanniskrautöl, 4g Bienenwachs (entspricht ca. einem halben Teelöffel) und evt. Einige Tropfen Bergamottenöl. Die Mischung kommt in ein Becherglas und wird ca. 10 Minuten im Wasserbad bei 70 Grad erwärmt. Sobald das Bienenwachs geschmolzen ist, muss das Ganze abgekühlt werden. In der Abkühlphase kann man das Bergamottenöl dazugeben. Das verleiht der Creme einen angenehmen balsamisch-frischen Duft. Nach 10 Minuten Abkühlung in Cremetiegel oder Gläser füllen.
Die Beinwellsalbe hilft bei Geschwüren und Wunden, bei Schmerzen des Bewegungsapparates (Schmerzlindern) Die Salbe fördert die Wundheilung und die Regeneration des Gewebes.
Benötigt wird für die Salbe: 45ml Beinwell-Öl und 3g Bienenwachs. Zubereitet wird sie wie die Johanniskrautsalbe.
Die Pappelsalbe hilft gegen Probleme der Haut, z.B. Entzündungen und leichte Verbrennungen. Lindert Beschwerden des Bewegungsapparates, wie Gelenkschmerzen, Verrenkungen und Verzerrungen. Auch gegen Hämorrhoiden kann sie hilfreich sein.
Für die Pappelsalbe benötigt man die balsamisch duftenden Pappelknospen (die man im Frühjahr sammeln kann) bevor sich die Pappelblätter entfalten.
Traditionell wird die Pappelsalbe mit Schmalz hergestellt. Einfach 50-60g erhitzen, ziehen lassen und abfiltern.

Pappeln sind sommergrüne 30 bis 45 Meter hohe, flach wurzelnde Bäume oder Sträucher, die vielfach an Gewässern wachsen. Von Ausnahmen wie der Chinesischen Großblatt-Pappel (Populus lasiocarpa) abgesehen sind Pappeln stets zweihäusig, es gibt also männliche und weibliche Exemplare.
Die Leinkrautsalbe hilft bei Wunden aller Art und bei Schuppenflechte sowie Entzündungen. Zur Herstellung der Salbe auf der Basis von getrocknetem Leinkraut benötigt man 125g Vaseline und 15g getrocknetes Leinkraut. Beide Zutaten muss man 2 Stunden im Wasserbad bei 80 Grad erhitzen. Danach wird die heiße Masse in ein Seihtuch gegeben und ausgedrückt. Die warme, flüssige Mischung wird in kleine Glasbehälter gefüllt.
Die Leinkräuter (Linaria) sind eine Pflanzengattung, die zur Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae) gehört.
Der Name leitet sich von der Ähnlichkeit der Blätter des gelb blühenden Echten Leinkrauts (Linaria vulgaris) mit denen des Leins.
Die Gattung umfasst etwa 150 Arten, von denen die meisten im Mittelmeergebiet heimisch sind.
Die Odermennigsalbe wir besonders bei Gliederschmerzen, Prellungen und Blutergüsse als Umschlag benutzt.
Zur Salbenherstellung werden die frischen oder getrockneten Blätter verrieben und mit Schweineschmalz (leicht aufgeschmolzen) verrührt.
Odermennige sind eine Gattung aus der Unterfamilie der Rosoideae.
Zu diesen Gattungen zählen etwa 15 Arten, die in den gemäßigten Zonen der nördlichen Hemisphäre ihr natürliches Verbreitungsgebiet haben. Odermennige sind eng verwandt mit dem Fingerkraut (Potentilla). Im Gegensatz zu dieser Gattung haben Odermennige jedoch kleine, gelbe Blüten, die in langen ährenförmigen Trauben wachsen und die sich nacheinander von unten nach oben öffnen. Es handelt sich um einfache Scheibenblumen mit einem großen Angebot an Pollen.
Name:
Odermennig ist eine lautliche Entstellung des lateinischen agrimónia (englisch: agrimony), welches vom griechischen argemon "weißer Fleck im Auge" stammt. Ursprünglich dachte man, der Odermennig helfe gegen solche Flecken.
Den ersten Teil zur Salbenherstellung lest ihr HIER!
von Manuela Reutlinger
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