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Mythen und Wirklichkeiten

SHC / Spontane menschliche Selbstentzündung

15. März 2007

von Tommy Tohang

Ein wirklich mysteriöses Phänomen ist das der „spontanen, menschlichen Selbstentzündung“, im Englischen „Spontaneuos Human Cobustion (SHC)“. Viele mögen bisher nicht einmal davon gehört haben, aber es sind um die 200 Fälle aus den letzten 300 Jahren verzeichnet.
Es handelt sich bei diesem Phänomen um eine Entzündung des menschlichen Körpers von innen heraus, ohne äußere Einflüsse. Bewiesen ist bisher nicht, ob es in der Tat solch eine Art der Verbrennung gibt.

Was passiert bei SHC?

Die menschliche Selbstentzündung soll hauptsächlich bei alten und gebrechlichen Menschen, bei Alkoholikern und bei übergewichtigen Personen vorkommen (siehe Tabelle). Meist fängt die betroffene Person im Schlaf Feuer, in einem Sessel sitzend oder im Bett liegend. Das Feuer entsteht im Innern des Körpers und brennt nach außen. Die Flammen sind sehr heiß, denn es bleiben meist nur wenige Überreste des Menschen übrig, wobei diese dann meist unversehrt sind. Es handelt sich dabei häufig um die Beine oder nur die Füße, aber auch innere Organe. Manchmal bleibt der Kopf erhalten, der aber nicht unversehrt ist, sondern in auffälligem Maße geschrumpft ist.
Die Umgebung, sprich das Zimmer, in dem sich die Person aufhielt, ist kaum verbrannt. Nur die unmittelbare Umgebung, wie der Stuhl oder Sessel oder Teile des Bettes verbrennen. Bei einem normalen Brand ist jedoch der komplette Raum verwüstet.

Typische Merkmale der Spontanen Selbstentzündung
  • 80% der Opfer waren weiblichen Geschlechts
  • Die Opfer waren übergewichtig und stark alkoholisiert
  • Die Körper waren fast komplett verbrannt, wobei die Umgebung kaum beschädigt wurde
  • Die Opfer waren von faulig riechendem, gelben Öl umgeben
  • Obwohl die Körper fast vollständing verbrannt waren, wies die Kleidung nur wenige Brandspuren auf
  • Die betroffenen Personen waren immer alleine und bekannt für starken Alkoholkonsum

Alte Legende

Bereits im 17. Jahrhundert wurde über die spontane menschliche Selbstentzündung gesprochen. Das Phänomen sei angeblich bereits zu der Zeit aufgetreten.

Der angeblich erste, bekannt gewordene Fall (aus dem 17. Jahrhundert)

[...]Erste Berichte über SHC stammen, laut Larry Arnold, aus dem Jahr 1671. Die Acta Medica & Philosophica Hafniensia berichtet von einem Trinker aus Paris, der bis auf Kopf und Fingerkuppen vollständig verbrannte, ohne dabei sei Lager aus Stroh entzündet zu haben. Eingedenk dieses Falles und einiger ähnlicher Vorkommnisse erklärte man das Phänomen der "Spontanen Selbstentzündung" im 19.Jahrhundert durch die entzündbaren Gase, die sich bei Alkoholikern bildeten.[...]

Quelle: http://www.freenet.de/freenet/wissenschaft/paranormal/mystery/shc/index.html

 

Text von Mark Benecke, einem Kriminalbiologen, der sich eingehend mit dem Phänomen der menschlichen, spontanen Selbstentzündung auseinandergesetzt hat und dessen Namen man immer wieder im Zusammenhang mit diesem Thema hört:

„Offensichtlich stammt die SHC-Legende aus Europa, denn sie wurde dort schon sehr früh, auch in naturwissenschaftlichen und medizinischen Werken, diskutiert. Einige weisen darauf hin, dass die Idee in England aufkam, was auch erklären würde, warum der SHC-Glaube sich noch Jahrhunderte später im amerikanischen Sprachraum tummeln konnte. Das älteste vorliegende Dokument dazu stammt aus den Acta Medica et Philosophica von 1671/1672, die 1673 in den Transactions der Londoner Royal Society zitiert werden.
Darin wird in einer Art wissenschaftlicher Kuriositätensammlung der Fall einer Pariser Frau zitiert, die nach jahrelangem Alkoholkonsums eines Tages in einem Stuhl einschlief und dort verbrannte.
Als Joseph Priestley und Carl Wilhelm Scheele um 1774 unabhängig voneinander den Sauerstoff entdeckten, existierte zudem eine Theorie, die heute vergessen ist, aber vermutlich den Nährboden für den Glauben an allerlei Brennliches ermöglichte: das Phlogiston. Man vermutete, dass bei jeder Verbrennung eine von Johann Joachim Becher 1669 als „brennliche Erde“ und von Georg Ernst Stahl erstmals 1697 als „Phlogiston“ bezeichnete Substanz entweiche. Während Forscher wie Antoine Laurent Lavoisier aufgrund der Entdeckung des Sauerstoffes die unrichtige Phlogistontheorie ablehnten, blieben Priestley und Scheele von der falschen Hilfsannahme überzeugt. 1830 erschien erstmals eine kritische Diskussion der angeblichen SHC im Archiv für Medizinische Erfahrungen, in der sich die Autoren nicht endgültig für oder gegen die Theorie entscheiden können. […]“

Homepage von Mark Benecke: http://www.benecke.com/

Quelle: http://www.skeptiker.de/skeptiker/archiv/2000/4/magazin_shc_benecke.html

Ein paar Fälle aus dem 18. Jahrhundert

Frankreich, 1725
Jean Millet fand seine Frau fast vollständig verbrannt in seinem Haus wieder. Der Boden und die Decke waren verkohlt, jedoch waren die umstehenden Möbel so gut wie gar nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Die damalige Erklärung für dieses Phänomen: Die Frau war Trinkerin und durch den Alkohol im Körper, hätte sie sich entzündet. Man ging daher davon aus, dass nur Menschen die viel Alkohol trinken auf diese Weise verbrennen.

England, 1731
Die verkohlten Überreste einer Gräfin wurden direkt neben ihrem Bett gefunden. Außer den Beinen und Teilen des Kopfes war alles zu Asche verbrannt, umstehende Möbel, speziell das Bett, waren nur leicht angesengt. Dieser Gräfin konnte man natürlich keinen starken Alkoholkonsum nachsagen, daher wurde eine neue Erklärung gefunden: Sie rieb sich des Öfteren mit Kampferspiritus ein, der sehr leicht entzündlich war.

Italien, 1731
Die Überreste des Hausmädchen Comelia Bandi, ein Aschehaufen, in dem auch noch zwei Beine zu finden waren, wurde ca. 1 Meter entfernt vor ihrem Bett gefunden. Außer einem dünnen Russfilm auf den Möbeln und Wänden wurden keine Gegenstände durch das Feuer beschädigt.

England, 1744
Grace Pett wurde brennend in ihrem Wohnzimmer vorgefunden, allerdings zu spät. Übrig blieb nur ein wenig Asche. Da auch hier bekannt war, dass sie Raucherin und Trinkerin war, wurde eine Erklärung schnell gefunden. Bei diesem Fall wurden nicht nur umstehende Möbel und Papier-Lampenschirme verschont, nicht mal der Boden war angesengt.

Frankreich, 1782
Ein versengter Fuß und ein Aschehaufen war alles, was von Mrs. Thaus wiedergefunden wurde. Auch sie war eine Trinkerin und daher war die Erklärung schnell gefunden. Bis auf die Kleidung der Frau verbrannte nichts in dem Zimmer.

Italien, 1789
Von einem Schrei aufgeschreckt stürmten Hausbewohner in Priester Bertholis Zimmer und fanden ihn brennend auf dem Boden vor. Nachdem das Feuer gelöscht war, bot sich ein seltsames Bild: Der obere Teil seiner Kleidung war komplett verbrannt, der untere jedoch gar nicht.

Erklärungsversuche

Pro:
John Heymer ist weltweit als SHC-Experte anerkannt. Er bezweifelt die Aussagen von Mark Benecke. Er ist der Meinung, dass das Feuer im Inneren des Körpers des Betroffenen entsteht. Er ist überzeugt davon, dass SHC durch eine Wasserstoff-Sauerstoff-Reaktion auf Zellebene ausgelöst wird. Wenn Stoffe in einer bestimmten Mischung vorhanden sind, können sie bei einer Wasserstoff-Sauerstoff-Reaktion so viel Hitze erzeugen, dass Knochen zu schneeweißer Asche zerfallen.

Laut Heymer ist Folgendes möglich:

  1. Jede Zelle enthält Mitochondrien in denen chemische Reaktionen stattfinden, die den Körper mit Energie versorgen.
  2. Fehlerhafte Mitochondrien könnten zu viel Energie freisetzen und eine Wasserstoff-Sauerstoff-Explosion auslösen.
  3. Durch den Energieanstieg könnten die benachbarten Mitochondrien auch explodieren und eine Kettenreaktion auslösen.
  4. Durch die Explosion wird die gesamte Zelle zerrissen. Die freigesetzte Energie könnte dann eine weitere Kettenreaktion auslösen.
  5. Immer mehr Zellen würden zerstört und innerhalb weniger Minuten könnte der Körper zu Asche verbrennen.

In einem Artikel des New Scientist vom 4. Mai 1996 stand geschreiben: „[...]hat John Heymer die überzeugendsten Argumente zur Erklärung dieses rätselhaften und unfasslichen Phänomens[...]".

Contra:
Da, wie schon erwähnt, vor allem alte und gebrechliche Menschen betroffen sein sollen, versucht man „SHC“ vor allem mit folgenden Theorien zu erklären.
Setzt eine offene Flamme Haare oder Kleidung in Brand, beispielsweise bei gleichzeitigem Umgang mit Spirituosen oder brennenden Gegenständen (Zigaretten etc), könne diese unter Umständen nicht rasch genug gelöscht werden. Nach einer gewissen Zeit komme es dann zur Verflüssigung des Unterhautfettgewebes, welches austrete und mittels der Dochtwirkung der Kleidung ein Aufrechterhalten des Brandes zur Folge haben soll. Da die entstehende Flamme wie bei einer Fackel allein durch den Dochteffekt genährt werde, hielte sich der Schaden in der Umgebung in Grenzen.
Außerdem ist es nach physikalischen Gesetzen keinesfalls möglich, ohne äußere Einwirkungen in Flammen aufzugehen. Der menschliche Körper besteht zum größten Teil aus Wasser, was bekanntlich nicht brennbar ist.
Bisher ist bei keinem angeblichen Fall von Selbstentzündung jemals ein Zeuge vor Ort gewesen. Es passierte immer, wenn die betroffene Person alleine war, also ihr niemand zu Hilfe kommen konnte, wenn sie auf natürliche Weise in Brand geriet. Außerdem kann man ohne Beweise, die durch Zeugenaussagen geliefert werden könnten, nicht mit Sicherheit sagen, ob es tatsächlich ein Feuer ohne fremde Einwirkung war.
Fotos von bloßen Beinstümpfen können durch den rapiden Temperaturabfall von den oberen Körperregionen einer sitzenden Person zum Boden hin erklärt werden. Oft wurde der Oberkörper auch ganz einfach vor der Aufnahme entfernt.

Konnten tatsächlich bisher sämtliche Fälle von „SHC“ mit natürlichen Erklärungen, die nicht Übersinnliches an sich hatten, geklärt werden?

Dieser Fall wurde bisher nicht gelöst:

England 1985
Die Studentin Jaqueline Fitzsimon verließ gerade das Halton College in Widnes (Großbritannien) mit einer Gruppe von Freunden, als ihr Körper wie aus dem Nichts in Flammen aufging. Trotz sofortiger Löschmaßnahmen ihrer Freunde erlag Jaqueline wenig später im Krankenhaus ihren Verletzungen. Die Untersuchungen der Brandsachverständigen und Polizeiexperten konnten diesen Fall niemals erklären. Da Jaqueline zuvor einen Kochkurs besucht hatte, wurde vermutet, sie hätte sich an einer der Herdplatten entzündet. Dieser Erklärungsversuch scheint jedoch sehr unwahrscheinlich, da der Lehrer von Jaqueline bestätigte, dass die Herdplatten eine Stunde vor Jaquelines Verlassen des Gebäudes allesamt abgeschaltet wurden. Auch im Labor durchgeführte Versuche mit Jaquelines Jacke konnten keine vernünftige Erklärung über ihre Selbstentzündung liefern.

Auch dieser Fall wurde angeblich bisher nicht aufgeklärt. Es ist wahrscheinlich der berühmteste Fall von SHC:

USA 1966
Am 5. Dezember 1966 machte sich Don E. Gosnell aus Coudersport / Pennsylvania, ein Mitarbeiter eines amerikanischen Gaswerkes, auf den Weg zu dem bekannten und beliebten, sich im Ruhestand befindlichen Familienarzt Dr. John Irving Bentley, um dort den Gaszähler abzulesen. Als er bei dem 92jährigen eintraf und durch die nicht verschlossene Haustüre in den Keller ging, waren leichte bläuliche Rauchschwaden und ein unangenehmer, süßlicher Geruch wahrzunehmen. Außerdem war ein circa ein Meter großes Loch in der Kellerdecke zu erkennen, unter dem ein Haufen dunkler Asche angehäuft war. Als sich Gosnell in der über dem Keller gelegenen Wohnung nach dem Arzt umsah, fand er im Badezimmer in einer Ecke liegend den Stumpf eines Beines und die Gehhilfe des Doktors, die über dem Loch lag, vor (siehe Foto). Scheinbar gelang es dem stark gehbehinderten Bentley noch, seine brennende Kleidung auszuziehen, aber das half leider nicht mehr. Er war fast komplett von den Flammen verzehrt worden. Die sich unmittelbar neben den sterblichen Überresten befindliche Badewanne hatte keinen Schaden genommen. Noch nicht einmal die Gummifüße des Gehwagens waren geschmolzen. ..
Ursachen für äußere Einwirkungen wurden nie gefunden.

Ein etwas anderer Fall

Laut der Webseite www.thanhniennews.com wurde am 8. Januar 2007 in Hanoi / Vietnam eine 15jährige Schülerin das Opfer einer spontanen Selbstentzündung. Allerdings geriet nicht der Körper in Brand, sondern ihre Haare. Es passierte während des Unterrichts im Klassenraum, als die Lehrerin erschreckt rief: "Deine Haare brennen". Der Vorgang dauerte nur 10 Sekunden an. Die Haare der Schülerin waren leicht angesenkt und eine Rauchwolke hatte sich um sie herum ausgebreitet. Später, zu Hause trat das gleiche Phänomen noch einmal auf. Das Mädchen berichtete, daß sie während der gesamten Ereignisse keine Schmerzen verspürte und sich ganz normal fühlte. Erst später fühlte es sich so an, als ob ihr Kopf in Flammen stehen würde, obwohl in dem Moment nichts passierte. Sie schrie vor Schmerz und wurde daraufhin in das örtliche Krankenhaus gebracht.
Am nächsten Tag waren die Schmerzen weniger geworden, aber noch nicht komplett verschwunden. Nun wurde sie in das Zentralkrankenhaus von Hanoi gebracht, wo dann das Phänomen zum dritten Mal auftrat.
Die Ärzte haben keine Erklärung für die erstaunlichen Vorgänge. Sie spekulierten, es könne eine chemische Reaktion durch Shampoo ausgelöst worden sein oder es läge an Kleidung aus Wolle, die das Mädchen trug, können das aber nicht mit Sicherheit als Ursachen nennen...

Quellen:

© Tommy Tohang

 

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