
Mythen und Wirklichkeiten

Übersinnliches Verschwinden
einer Fliegerstaffel im Bermuda-Dreieck?

Über das Bermuda-Dreieck…
Das Bermuda-Dreieck
Vor der Südostküste der Vereinigten Staaten von Amerika liegt das sogenannte und angeblich geheimnisvolle Bermuda-Dreieck. Es erstreckt sich im Norden von den Bermuda-Islands nach Südflorida (Fort Lauderdale) hinüber östlich zum 40. westlichen Längengrad nahe Puerto Rico. Im Bermuda-Dreieck sind schon sehr viele Schiffe auf mysteriöse Weise versunken und Flugzeuge einfach abgestürzt. Die meisten wurden nie wieder gefunden. Wissenschaftler versuchen, die Vorfälle zu erklären und übernatürliche Ursachen auszuschließen. Es gibt einige Thesen, wie zum Beispiel die von Gasblasen, die unter Wasser zerplatzen. Der Methan-Gehalt in diesem Gebiet ist sehr hoch. Das aufsteigende Gas sprudelt in großen Mengen an die Wasseroberfläche. Befinden sich nun Schiffe darüber, versinken sie einfach, weil das Wasser sie nicht mehr tragen kann. Da die Gasblasen nicht an der Wasseroberfläche Halt machen und das Methan weiter aufsteigt, kann es auch Flugzeuge abstürzen lassen. Die Tragfähigkeit der Luft ist nicht mehr gegeben… Auch wird dem sich im Bermuda-Dreieck schnell veränderndem Wetter oft die Schuld für die Unglücksfälle gegeben. So verhindert Nebel plötzlich die Orientierung oder heftige Stürme reißen Schiffe hinab in die Fluten.
Früher wurden viele Geschichten über Seeungeheuer und Monstren erzählt, die die Schiffe und Flugzeuge verschwinden ließen. Beweise für solche Vorfälle gab es natürlich nicht.
Das Verschwinden der fünf Avenger-Bomber
Bomber vom Typ Avenger
Dieser Beitrag erzählt die Geschichte des wohl spektakulärsten Verschwindens im Bereich des Bermuda-Dreiecks. Es geht um fünf Militärflugzeuge, die von einer Übung nicht mehr heim kehrten. Bis heute ist der Fall noch nicht genau aufgeklärt. Trotzdem sprechen einige Fakten dafür, dass es sich nicht um ein übernatürliches Verschwinden handelt.
Alles begann am 5. Dezember 1945 am frühen Nachmittag. Vom Navy-Stützpunkt in Fort Lauderdale starteten fünf Avenger-Bomber des 19. Geschwaders zu einer Übung, die ungefähr zweieinhalb Stunden dauern sollte. Es sollten Zielabwürfe über dem Meer trainiert werden. Eine Routine-Sache.
Die Flugzeuge waren insgesamt mit 14 Mann besetzt. 13 davon waren Auszubildende, die kurz vor ihrer Prüfung standen. Die geplante Übung gehörte mit zum Prüfungsprogramm. Der vierzehnte Mann war der Patrouillenführer Leutnant Charles Taylor. Leutnant Taylor war für den fraglichen Tag eigentlich für fluguntauglich erklärt worden, jedoch fand sich niemand, der seinen Job für diesen Flug übernehmen konnte. Taylor fühlte sich schlecht, flog aber trotzdem.
Im Jahr 1945 gab es noch kein Radar, wie wir es heute kennen. Deshalb musste man sich auf Sicht, den Kompass und den Funk verlassen. Die Kompasse der Avenger-Bomber waren nicht sehr genau. Es gab immer Abweichungen. So entschloss sich der Leutnant, nach Sicht und den Merkmalen in der Landschaft zu fliegen. Er kannte das von den Florida Keys, aus denen er stammte.
Originalbild aus der ZDF-Dokumentation „Das Bermuda Dreieck - Todesfalle im Atlantik“, bearbeitet von Tommy Tohang 2008
Der Flug ging über die Hen & Chicken Shoals, nördlich der Androsinsel Bimini vor der Küste von Florida und man begann mit den Übungen. Als diese abgeschlossen waren, wurde die Flugroute wie geplant fortgesetzt. Einige Zeit später fing der Tower in Fort Lauderdale einen Notruf des Geschwaders auf, man sei vom Kurs abgekommen. Es wäre kein Land zu sehen. Die Frage des Towers nach der momentanen Position der Flugzeuge konnte Taylor nicht beantworten. Er sagte, er sei sich nicht sicher und glaubt, man habe sich verirrt. Er bekam die Anweisung, in Richtung Westen abzudrehen, tat dies aber nicht. Er behauptete, man kann nicht feststellen, wo Westen wäre und alles sei falsch. Sogar das Meer würde anders aussehen.
Nach diesen Informationen brach für längere Zeit der Funkkontakt ab. Im Tower konnte man später aber einige Funksprüche auffangen, mit denen die Piloten untereinander kommunizierten. Ein Pilot erkundigte sich bei dem Flugschüler Powers nach seinen Kompass-Daten. Powers Antwort darauf war: "Ich weiß nicht, wo wir sind. Wir müssen uns nach der letzten Kurve verirrt haben."
Der Funker an Land in Fort Lauderdale schaffte es schließlich, wieder Kontakt zu Leutnant Taylor aufzunehmen. Taylors Meldung lautete: "Meine Kompasse sind beide ausgefallen. Ich versuche, Fort Lauderdale zu finden... Ich bin sicher, dass wir über den Keys sind, weiß aber nicht, wie weit südlich..." Ob die darauf folgende Anweisung, in Richtung Norden zu fliegen, eingehalten wurde, weiß man nicht. Es dauerte eine ganze Weile, bis Taylor wieder antwortete: "Wir sind gerade über eine kleine Insel geflogen... Sonst kein Land in Sicht..." Nach dieser Meldung war klar, dass sich das Geschwader nicht über den Florida Keys befinden konnte, denn man hätte sonst das Land sehen können. Also hatte sich das Geschwader mit der Flugnummer 19 tatsächlich verirrt und war stark von der geplanten Route abgekommen. Im Stützpunkt am Flughafen in Fort Lauderdale war man inzwischen sehr beunruhigt, weil die Flieger nur eine begrenzte Menge Sprit bei sich hatten und dieser nicht mehr allzu lange ausreichen würde. Außerdem bekam man mit, dass sich das Wetter stark verschlechtert habe. Der Wind war zum Sturm geworden.
Die Staffel über Funk zu erreichen wurde aufgrund von atmosphärischen Störungen immer schwieriger. Daraus war auch zu schließen, dass sich die Flugzeuge immer weiter vom Tower entfernen mussten. Bald kamen die Funksprüche gar nicht mehr oder nur noch in Bruchstücken an. Verstehen konnte man nur noch Sätze, die vom zu Ende gehen des Treibstoffs und vom Verrücktspielen der Kompasse handelten. Irgendwann hörte man, dass Leutnant Charles Taylor das Kommando über den Schwarm wahrscheinlich an einen anderen Piloten, Captain Stiver, abgegeben hatte. Eine nur sehr schwer verständliche Funkmeldung Stivers lautete: "Wir wissen nicht genau, wo wir sind... Möglicherweise befinden wir uns 255 Meilen nordöstlich vom Stützpunkt... Wir müssen über Florida hinausgeflogen sein und uns jetzt im Golf von Mexiko befinden..." Der Kommandant versuchte eine 180-Grad Kehrtwendung, doch die Funkverbindung wurde danach noch schwächer, was bedeutet, dass das Geschwader höchstwahrscheinlich auf das offene Meer hinaus, also in die falsche Richtung flog. Letzte Sprachfetzen wurden aufgefangen: "Es sieht aus, als wären wir..." -"... Wir kommen in weißes Wasser..." - "Wir haben uns völlig verirrt..."
Man wusste, dass die fünf Avenger sich in höchster Gefahr befanden und war immer mehr in Sorge um das Leben der 14 Flieger. Der Sprit ging zu Ende, die Piloten waren völlig orientierungslos und das Wetter war bedenklich schlecht geworden. Außerdem gelang es dem Funker nicht mehr, Kontakt zu den Maschinen aufzunehmen.
Originalbild aus der ZDF-Dokumentation „Das Bermuda Dreieck - Todesfalle im Atlantik“, bearbeitet von Tommy Tohang 2008
Leutnant Robert Cox, der leitende Fluglehrer in Fort Lauderdale, der mit seiner Maschine von einem Routineflug entlang der Nordküste Floridas zurückkehrte, war gerade im Begriff zu landen, als er einen Hilferuf Taylors hörte. Da er zu wissen glaubte, wo sich der Schwarm zu dieser Zeit befand, versuchte er, sofort Kontakt aufzunehmen. Schließlich gelang es ihm und er fragte: "Geschwader 19, wie ist ihre Höhe? Ich fliege nach Süden und treffe sie!" Aber Taylor antwortete nicht. Es dauerte sehr lange, bis endlich eine Antwort kam. "Kommen sie mir nicht nach ... Sie sehen aus, als ob...." In diesem Moment brach der Funkkontakt endgültig ab. Leutnant Cox war der Ansicht, Taylor benötige seine Hilfe nicht, drehte ab und landete. Erst danach erfuhr er, dass plötzlich absolute Funkstille herrschte und man somit nicht wusste, was mit Geschwader 19 geschehen war. Den Männern im Tower wurde langsam immer bewusster, dass es keine Rettung für die Flieger mehr gab.
Das letzte Lebenszeichen, was vermutlich von den fünf Bombern stammen müsste, fing der Tower eines Flughafens in Miami auf. Der Funkspruch war aber kaum zu verstehen. Man hörte lediglich die beiden Buchstaben „FT“ heraus. Die Avenger-Bomber hatten das Kennzeichen „FT“ mit einer anschließenden Zahl. „FT-29“ war die Nummer des Flugzeuges von Leutnant Taylor.
Martin Mariner
Ein schweres Wasserflugzeug wurde losgeschickt, um die Bomber zu suchen. Es befanden sich 16 Mann Besatzung an Bord. Es war ein zweimotoriges PBM-Martin-Mariner-Flugboot. Es startete vom Marineflugplatz Banana-River. Einige Zeit später brach auch zu diesem Flugzeug der Kontakt ab. Es wurde nun ebenfalls vermisst. Nach Meldungen eines Frachters mit dem Namen "Gaines Mills", der sich in dem Gebiet befand, wo das Wasserflugzeug vermutet wurde, hatte man am abendlichen Himmel einen gewaltigen Feuerball gesehen. Man vermutete, dass es der Martin-Mariner gewesen sein muss, der wohl unter mysteriösen Umständen explodierte.
Eine der größten Suchaktionen aller Zeiten wurde gestartet. 300 Flugzeuge und 21 Schiffe wurden eingesetzt, um die mittlerweile sechs vermissten Flugzeuge und ihre Besatzungen zu suchen. Man blieb vollkommen erfolglos. Keine Rettungsboote, von denen sich welche an Bord der Avenger befanden, wurden gesichtet, keine Wrackteile der Maschinen, keine Überlebenden und keine Leichen. Selbst Öl aus den Triebwerken der Flugzeuge, was auf der Wasseroberfläche hätte schwimmen müssen, wurde nicht gesichtet.
Bis heute weiß man nicht genau, was mit der Fliegerstaffel und dem Wasserflugzeug passierte. Charles Taylor war ein erfahrener Pilot, der auch gut mit den Wetterbedingungen vor Ort zurecht kam. Selbst wenn das Wetter so schlecht geworden war und das Meer sehr unruhig, wäre ihm solch eine gravierende Kursabweichung im Normalfall nicht passiert.
Folgendes wird vermutet:
Leutnant Taylors Gesundheitszustand war am Tage des Geschehens nicht der beste. Dazu kamen die schlechten Wetterbedingungen und der Ausfall einiger Instrumente im Cockpit seiner Maschine. Sein Stolz muss ihm außerdem verboten haben, auf seine Flugschüler zu hören, die ihn zum Teil darauf aufmerksam gemacht haben sollen, dass er sich in die falsche Richtung bewegte, denn sein Kompass würde nicht richtig funktionieren. Irgendwann ging den Flugzeugen der Reihe nach der Treibstoff aus und sie stürzten nacheinander ab. Der Funkkontakt zum Tower wurde schlechter, weil sich das Geschwader immer weiter davon weg bewegte.
Die Explosion des Wasserflugzeuges wurde damit erklärt, dass die Martin-Mariner, die große Mengen Treibstoff mit sich führen konnten, sehr empfindlich waren. Den Piloten wurde das Rauchen während des Aufenthalts im und um das Flugzeug herum strengstens untersagt. Es hatte einige Explosionen gegeben, die durch Zigaretten verursacht worden waren.
Also handelt es sich hier nicht wirklich um eine mysteriöse Begebenheit. Da dem Bermuda-Dreieck aber viel Mysteriöses nachgesagt wird, macht man aus diesem Unglück oft ein übersinnliches Phänomen. So wurde die zerstückelte Meldung, die Leutnant Cox in seinem Flugzeug empfing, als er der Staffel zu Hilfe kommen wollte, „…sie sehen so aus, als ob…“, in „…sie sehen so aus, als ob sie aus dem Weltraum kämen…“ umgewandelt. Genauso wird teilweise behauptet, sämtliche Kompasse der fünf Avenger-Bomber seien ausgefallen, was aber höchstwahrscheinlich nicht der Wahrheit entspricht. Taylor hatte einfach nur nicht auf die Warnungen seiner Flugschüler gehört, als sie ihm sagten, er fliege in die falsche Richtung. Man hatte die Gespräche der Piloten untereinander falsch ausgelegt und behauptet, alle Instrumente würden verrückt spielen…
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