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Kunst und Handwerk

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Die Wikinger

Wenn der Ruf „Die Wikinger kommen“ erklang, waren die Menschen in Mittel-/ Südeuropa und Russland voller Furcht. Die Wikinger zogen mordend und plündernd durch ganz Europa. Ihre Lieblingsziele waren dabei viele Kloster, (793 die Plünderung des Klosters Lindisfarne vor der Nordostküste Englands) da es in dort meistens mehr für sie zu holen gab, als bei der Dorfbevölkerung, wie z.B. Gold oder Silber. Die Nordmänner stammten aus folgenden Bevölkerungsschichten: Dänen, Schweden und Norweger.
Was das Wort "Wikinger" bedeute, ist bis heute noch nicht genau bekannt, man vermutet jedoch, dass das Wort von dem altnorwegischen vík (Bucht) oder von dem lateinischen vicus (befestigter Handelsplatz) stammt.

Die Wikinger waren nicht nur wilde Barbaren, wie die meisten Menschen noch heute glauben. So waren die Wikinger Bewandte in Kunst, Handwerk, Schiffbau und Schifffahrt sowie Entdeckungsreisen und Handel. Nicht alle von ihnen waren kriegerisch. Es gab auch Siedler und Kaufleute. Auch bauten sie ein umfangreiches, beinahe europaweites Fernhandelsnetz auf.

Der wohl bekannteste Wikinger war Leif Eriksson der Sohn von Erik dem Roten. Heute vermutet man, dass er die neue Welt 500 Jahre vor Kolumbus entdeckte.

Auch diesmal haben wir eine Bauanleitung für euch und zwar geht es um ein Rundschild, auch Wikingerschild genannt. Doch bevor es los geht, möchte ich mich bei Areus von Beltan (www.raeucherey.de) bedanken, der uns seine Bauanleitung zu Verfügung stellte. Schaut doch auch einmal unter www.zauberer-hexen.de rein. Dort werdet ihr noch andere interessante Sachen finden.

Bauanleitung: Rundschild / Wikingerschild

Aus dem Baumarkt habe ich eine Buchensperrholzplatte 1600 x 600 x 12 mm besorgt. Habe mich für Buche und für die Materialstärke entschieden, weil mit dem Schild auch gekämpft werden soll. Für einen Dekoschild reichen auch 10 mm und Pappel- oder Kiefersperrholz (ist leichter und billiger).
Mit einer Pinnwandnadel, einem Bleistift und einem Faden einen Zirkel basteln und so den Kreis auf das Brett zeichnen. (je 30cm von der Kante zur Mitte messen).
Alternativ dazu könnte man auch in ein dünnes Holzbrett 2 Löcher im Abstand von 30 cm bohren und als Zirkel benutzen.
Dann wird großes Gerät aufgefahren. Die Stichsäge!
Schild aussägen...
Ups, das war der Gartentisch!
Genau 7 cm Radius für das Griffloch (Schildbuckelinnendurchmesser beachten). Diesmal mit dem Brettchenzirkel (lecker Eis *Gg*).
Nr. 1 ist fertig gesägt.
So ein Bohrmaschinenschleifer erleichtert unheimlich die Arbeit.
Der Schildrand und das Handloch werden von beiden Seiten schräg angeschliffen, bis eine schöne Rundung entsteht. Besorgt Euch ne Schutzbrille, ich hab die ganze Zeit nur die Augen ausgewischt.
Die Rückseite wird mit Ebenholzlasur lasiert. Hinter dem Schild beginnt die Dunkelheit
Zwischendrin mal die ersten Farbtests.
Vorderseite wird nun doch gelb statt grün.
Die Vorlage für die Bemalung ist auch fertig ….. saugut :-).
Ganz so aufwendig werde ich sie allerdings nicht machen.
Die Latte für das Griffholz wird zurechtgeschnitten...

...und zurechtgeschnitten.

In die Unterseite des Griffs haben wir 2 Vertiefungen eingeschliffen. So entstehen zwischen Schild und Griff zwei schmale Schlitze, durch die man später Trageriemen ziehen kann.

Jetzt schau mal nicht so kritisch … das passt schon!
Beim Griff sollte man während dem Schleifen immer mal wieder prüfen, ob dieser gut in der Hand liegt.
Auch der Griff wird in Ebenholzoptik lasiert.
Während die Griffe trocknen, schneiden wir schon mal die Leinen für die Bespannung aus.

Alle A-Päpste wegschauen …. Wir schrauben den Griff fest *duck*
Ne mal im Ernst, wir wollen mit den Dingern kämpfen. Ich hab keinen Bock, dass mir der Schild um die Ohren fliegt.
Also 4 Löcher gebohrt und die Schrauben durchgedreht. Dann wird der Griff gegen die Schraubenköpfe gedrückt, um die Bohrlöcher zu markieren. Löcher am Griff vorbohren und dann verschrauben.

Ich habe Schrauben 4,5 x 30 verwendet.

Die versenkten Schraubenköpfe werden mit einer Mischung aus Holzleim und Sägespänen zugeschmiert.
Jetzt das ganze Schild dick mit Holzleim anstreichen. Hier bietet es sich an, die Abschnitthölzer unterzulegen, damit der Schild nicht wackelt.
Die Leinen obendrauf und mit einer Tapezierwalze von innen nach außen glattstreichen. Im Anschluss verdünnten Holzleim oben auftragen.
Danach müssen die Schilde mindestens 12 Stunden trocknen.
Trocknen, trocknen, trocknen...
Nachdem der Leim getrocknet ist, kommt die Grundfarbe dran.
Dann schon wieder trocknen lassen...
Mit der Schablone das Schwein mit Bleistift auf das Schild zeichnen und mit dem Pinsel ausmalen. Eine Schweinearbeit.
Und wieder trocknen lassen...
Mit dem Teppichmesser wird der Ausschnitt für das Griffloch gemacht.
Kann man auch zu einem anderen Zeitpunkt durchführen.
Jetzt die Konturen des Schweins mit einem feinen Pinsel zeichnen und das Auge gelb machen. Fertig ist der keltische Eber.

Nachdem das Ganze getrocknet ist, wird die Rohhaut eingeweicht.
Ich grins mir noch immer einen, wenn ich an das blöde Gesicht des Verkäufers bei Fressnapf denke, als ich die zwei Rohhautknochen Größe XXXL auf das Laufband legte.

ER: Sie müssen aber einen großen Hund haben
ICH: Nein gar keinen, ich baue einen Kampfschild
ER: He? *blödkuck*

Das war aber auch das einzige Erheiternde in Sachen Rohhaut. Die Verarbeitung ist echt widerlich. Das Zeug ist glitschig, schmierig, riecht irgendwie eklig und lässt sich richtig blöd schneiden.
Achtet beim Kauf unbedingt darauf, dass ihr die Knochen mit Knoten am Ende kauft.
Das sind wohl die Einzigen, die wirklich aus Rohhaut sind.
Für einen Schild braucht man ungefähr 2 Stück, hat aber danach jede Menge Abfall.

Die Knochen werden mehrere Stunden in einem Eimer mit Wasser eingeweicht, bis sich die Knoten lösen lassen und man die Knochen auseinander nehmen kann.

Danach versuchen, die Rohhaut in möglichst gleichmäßige Streifen zu schneiden (geht auch gut mit einer scharfen Schere).
Die Rohhaut auf beiden Seiten gleichmäßig um den Rand legen und mit Wäscheklammern festklammern. Wichtig hierbei, am Ende einer Rohhautbahn die beiden Enden überlappen lassen, da sich die Rohhaut beim Trocknen wohl noch zusammenzieht.

Und mal wieder …. Ihr habt es erraten …. Trocknen lassen...

 

Nachdem die Rohhaut getrocknet war, wurde sie beinahe durchsichtig und durch das Gelbe des Schildes wirkte das Ganze eher wie eine Wurstpelle.
Habe beschlossen keine Rohhaut zu verwenden. Entweder mache ich den Rand aus Kupferblech, oder ich besorg mir Leder zum Überziehen. Bei meinem Schild sah Rohhaut einfach schlecht aus.

(Bleibt aber jedem selbst überlassen)

Gestern hab ich mir einen schönen Lederrest aus Rindsleder gekauft. Die Verkäuferin wollte dafür 7 EUR und noch mal 8 EUR fürs in Streifen schneiden.
Da hab ich die Streifen dann doch lieber zu hause selber geschnitten. Hab für 3 Streifen ungefähr 5 Minuten gebraucht.
12 x 8 € = 96 € …Wow, solche Stundensätze haben wir nicht mal in der EDV.
Lederhändler sollte man werden.
Auf den Streifen habe ich, bevor ich angefangen habe das Leder um das Schild zu legen, alle 1,5 cm eine Markierung gezeichnet. Hier werden gleich die Nägel eingeschlagen.
Es ist verdammt schwer, das Leder gleichmäßig um das Schild zu legen. Idealerweise macht man sich auch hier Markierungspunkte auf das Schild. Ich habe das leider versäumt *grrr*
Eine Pinzette ist bei der Kürze der Nägel ein prima Nagelhalter. Es erspart blaue Nägel und plattgeklopfte Finger. (Auch die Idee kam mir leider erst später *aua*)
Am Übergang der einzelnen Lederstreifen kann man bündig oder überlappend arbeiten. Ich finde, überlappend sieht besser aus und hab es deshalb so gemacht. Außerdem muss man nicht ganz so exakt arbeiten, als wenn man bündig ansetzt.

Nach 254 geraden Nägeln,
157 Flüchen,
98 krummen Nägeln,
7 Versuchen das Hobby aufzugeben,
nun das Ergebnis...

Ich finde es kann sich sehen lassen, oder?

Okay an manchen Stellen vielleicht nicht ganz gleichmäßig ….egal *happybin*

Auch wenn unsere Vorfahren sicherlich einiges mehr an Armschmalz hatten, haben sie ihr Schild wohl nicht tagelang am langen Arm spazieren getragen, sondern hatten irgendeinen Gurt, um sich das Teil auf den Rücken zu hängen.
Wie schon beschrieben, haben wir am Griff 2 Schlitze gemacht für den Trageriemen.

Hier mache ich jetzt jeweils zwei Lederschlaufen durch die man später den Tragegurt ziehen kann.

Durch einen etwa 1 mm starken Lederstreifen habe ich ein paar Löcher gebohrt. Hierfür eignet sich eine Lederale, eine Ledernadel, oder weil es so schön einfach geht, ein Akkuschrauber mit einem ziemlichen dünnen Bohrer.

Die Lederschlaufe wird mit einem stabilen Leinenfaden doppelt vernäht.
Die Buckel sind da.
Großzügig die Löcher vorbohren. Sind diese zu klein, verschwinden die doch recht dicken Nägel nicht ganz im Holz und der Buckel wackelt.
Danach werden die jeweils gegenüberliegenden Nägel eingeschlagen.
Auf der Rückseite die Nägel etwa einen Zentimeter um 90° abwinkeln. Das geht mit einer Wasserpumpenzange recht gut.
Dann die Nägel so krumm schlagen, dass die umgebogene Spitze wieder ins Holz eindringt.
Ideal macht man das auf einem Aboss oder einem großen Stein, damit auf der Vorderseite der Nagel nicht wieder herausrutscht.
f e r t i g ! ! !
Bauanleitung Rundschild im Wikingerstil - http://www.raeucherey.de - Areus 2007 ©

Story von Achim und Manuela Reutlinger
Bauanleitung Schild von Areus von Beltan (www.raeucherey.de)

 

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