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Kunst und Handwerk

Tunika

Dieses Kleidungsstück wurde nicht nur von den Römern in der Antike getragen, sondern auch in der Zeit des Frühmittelalters bis zum Spätmittelalter. Die Tunika wurde im Römischen Reich als Untergewand und im Mittelalter als Obergewand getragen. Bauern trugen einfache, kürzere Tuniken, welche bei der Feldarbeit nicht behinderten. Die Tuniken der Edelmänner waren reichhaltig verziert und oft mit aufwendigen breiten Borten an den Säumen geschmückt. Sie hatten am Halsausschnitt (vorne in der Mitte) häufig einen Schlitz, der das Hineinschlüpfen erleichterte. Dieser konnte durch eine Fibel geschlossen werden. Auch wurde im Mittelalter die Tunika mit einem Gürtel getragen. Die meisten Tuniken wurden aus Leinen oder Wolle hergestellt. Die wohlhabenden Leute hatten Tuniken aus Seide. Während für Bauern schwarze, graublaue oder graue Gewänder vorgeschrieben waren, hatten die Adligen und die Geistlichen häufig sehr farbenfrohe Gewänder.

Das Schnittmuster

Die Tunika kann sowohl kurz als einfaches Hemd, als auch lang geschnitten werden (z.B. für ein einfaches Kleid oder eine Robe). Als Stoff eignet sich gut Leinen oder feste Baumwolle.

Um das Schnittmuster auf sich anzupassen, sollte man folgende Maße nehmen:

Schulterbreite (S)
Armlänge (A)
Oberarmumfang (O)
Umfang Handgelenk (H)
Länge von Schulter bis z.B. Mitte Oberschenkel oder Boden (je nach gewünschter Länge)
Der Wert W steht für die gewünschte Weite des Hemdes.

Nähanleitung:

Den Stoff doppelt legen, die Schnittmuster darauf verteilen und ausschneiden (immer mit ca. 3 cm Nahtzugabe). Dabei beachten, dass der Ärmel auf dem Schnittmuster nur halb dargestellt ist. Die einzelnen Teile säumen, bzw. mit Zickzackstich gegen Ausfransen sichern.
In das Vorderteil den Kopfdurchschlupf schneiden und versäubern. Dann Vorder- und Rückenteil an den Schultern zusammennähen und die Ärmel einsetzen. Schließlich alle seitlichen Nähte zusammen nähen. Das Hemd auf die gewünschte Länge schneiden (Nahtzugabe nicht vergessen) und säumen. Wer möchte, kann das Hemd noch mit Borte verzieren.

von Manuela Reutlinger

 

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