
Kunst und Handwerk

Die Tageskarte beim Tarot
Das Tarot hat sich längst aus den schummrigen Hinterzimmern und kleinen Jahrmarktzelten dubioser Wahrsager gelöst. Grund genug also, in diesem Artikel auf eine der grundlegendsten Legemuster einzugehen – die Tageskarte
Die Gründe, warum Menschen die Tarot-Karten befragen, sind vielschichtig. Manche möchten einen Blick in ihre Zukunft werfen, anderen wiederum helfen die Karten, ihre eigene Befindlichkeit wahrzunehmen. Eine dritte Gruppe sieht darin eine Möglichkeit, bei Gewissensfragen in die eine oder die andere Richtung zu tendieren.
Eine sehr gute Möglichkeit, all diese Gründe mit einem einzigen Legesystem zu bedienen, ist die so genannte Tageskarte, die darüber hinaus weitere Vorteile bietet.
Für Anfänger ist das System ideal, da es sanft an die verschiedenen Karten des gewählten Tarot-Decks heranführt. Fortgeschrittene Nutzer wiederum entdecken in der täglichen Arbeit mit den Karten einen gewissen Trend, der nicht nur von dem jeweiligen Bild bestimmt wird, sondern auch von der Sichtweise des Legenden.
Ein weiterer Vorteil ist, dass man sich täglich nicht nur mit den Karten befasst, sondern vor allem auch mit sich selbst oder mit jenem, für den man das Tarot legt.
Es gibt verschiedene Methoden, mittels derer Sie die Tageskarte legen können. Wichtig ist dabei, dass Sie sich mit der von ihnen gewählten Methode wohl fühlen und identifizieren könne. Gerade Anfänger im Bereich des Tarots folgen oftmals strikt den Regeln, die sie in den Büchern zu ihrem Deck (Art der Tarot-Karten, bezeichnet nach ihren „Erfindern“ wie Aleister Crowley oder Rider-Waite.) finden. Da es aber um den Legenden geht, und nicht um die Regeln in diesen Büchern, sollte jeder Nutzer seine Methode finden, die Karten zu befragen. Anders als bei den Karten selbst, die je nach System eine fixe Bedeutung haben, können Sie also selbst bestimmen, welche Vorstellungen Sie mit welchen Positionen des Legesystems verbinden und ob überhaupt eine feste Frage dahinter steckt, oder Sie sich von dem Ergebnis treiben lassen wollen.
Zudem ist der Begriff der Tageskarte insofern missverständlich, als dass er impliziert, es handele sich dabei um nur eine Karte. In Wahrheit können es aber bis zu drei Karten sein, die bei diesem Legesystem zum Einsatz kommen – ja nach Vorgehensweise.
Die folgenden drei Methoden können als die bekanntesten Methoden gelten, die Tageskarte zu ziehen. Sie sind unabhängig vom gewählten Deck und ermöglichen es auch Anfängern, einen leichten Einstieg in die Welt des Tarot zu finden.
Die Ein-Karten-Methode
Diese Form eignet sich sowohl für spezielle Fragen als auch dafür, einfach die Stimmung, die Laune des Tages auszuloten.
Mischen Sie die Karten und fächern Sie diese mit der Bildseite nach unten auf. Ob dabei ein Kreis entsteht oder eine einfache Reihe, spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass alle Karten frei erreichbar sind und keine von ihren Nachbarn verdeckt sind.
Liegt das Deck vor Ihnen, wählen Sie eine der Karten aus. Ob Sie dies mit geschlossenen Augen tun oder einfach zugreifen, ist nicht wichtig – sofern Sie sich mit der Methode wohl fühlen und spüren, dass dies Ihr Weg ist.
Interpretieren Sie nun die gezogene Karte vor dem Hintergrund, mit der Sie an das Tarot herangegangen sind.
Die Zwei-Karten-Methode
Diese Methode eignet sich gut, um zum Beispiel bestimmte Bereiche des Tages (Arbeit/ Freizeit/ Abend) auszuloten.
Mischen Sie das Deck, ohne es aber aufzufächern. Stattdessen lassen Sie es auf einem Stapel liegen. Nun nehmen Sie zwei Karten von diesem Stock – zum einen die Oberste – diese wird Ihre Tageskarte Zum anderen die Unterste. Diese bildet den Hintergrund zu Ihrer Tageskarte.
Betrachten Sie nun beide Karten in der Reihenfolge des Ziehens und setzen Sie sie mit dem vor Ihnen liegenden Tag in Relation.
Die Drei-Karten-Methode
Dieses System eignet sich besonders, um auf konkrete Fragen eine Antwort zu finden.
Gehen Sie bei der Vorbereitung vor, wie bei der Ein-Karten-Methode beschrieben, ziehen sie aber drei Karten, die Sie vor sich niederlegen.
Beim Auslegen gibt es verschiedene Deutungen, die sich stets an der von Ihnen gestellte Frage orientieren.
Die einfachste Deutung:
1) Pro?
2) Kontra?
3) Was, wenn ich untätig bleibe?
Eine weitere Möglichkeit:
1) Das war schon (Vergangenheit)
2) Das ist (Gegenwart)
3) Das wird kommen (Zukunft)
Die letzte Deutungsart greift, wenn die zugrunde liegende Frage nicht nur Sie betrifft, sondern auch Menschen in ihrem direkten Umfeld wie etwa die Familie.
1) Ich
2) Der Partner (oder auch Kollegen)
3) Die Kinder (oder auch Vorgesetzter/ Betrieb)
So lange Sie sich wohl fühlen mit Ihrem Tarot, gibt es kein Richtig oder Falsch. Probieren Sie daher anfangs etwas Neues aus, bis Sie die für Sie beste Methode gefunden haben. Variieren Sie die Systeme auch ruhig, denn kein Tag ist wie der andere und jeder bringt neue Fragen.
(Grafik mit freundlicher Genehmigung von Sabine Berger)
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