
Kunst und Handwerk

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Der Pfeilköcher
Der Pfeilköcher zählt zu der Ausrüstung eines Bogen- und Armbrustschützen. In ihm ihn werden Pfeile und Bolzen aufbewahrt. Auch bei den Indianern und bei den Stämmen im Amazonasgebiet war der Köcher weit verbreitet.
Der Köcher wurde aus Leder oder anderen Materialen hergestellt wie z.B. aus Tuch, Holz, Metall und heute auch aus Kunststoff. So wie es Unterschiede in den Materialen gab, so gab es auch Unterschiede zwischen den einzelnen Köchern. Die meisten werden über der Schulter getragen. Es gibt auch andere Arten, die beispielsweise an Pferdesätteln befestigt werden oder solche, wie sie die Ägypter verwendeten, die auf deren Streitwagen befestigt waren. Nicht nur für Pfeile gab es Köcher, selbst für den Bogen wurden sie hergestellt. Manche Köcher hatten einen Verschluss, der den Inhalt vor Regen und/oder Schmutz schützte. Daraus resultierte eine längere Lebensdauer der Pfeile und Bolzen.
Wann der erste Köcher erfunden wurde, ist bis heute unklar. Vermutet wird, dass er eines der ältesten Hilfsmittel ist.
Auch diesmal haben wir euch eine Bauanleitung hinterlegt. Tobias Wechselberger stellte sie mir freundlicherweise zur Verfügung. Außerdem bedanke ich mich beim Autor der Bauanleitung.
Unter der folgenden Internet-Adresse findet ihre noch andere interessanten Sachen:
www.tobias-wechselberger.de/ritter/

Bauanleitung für mittelalterlichen Pfeilköcher
Bild 01
Zuerst werden genaue Kartonschablonen der Einzelteile erstellt. Am leichtesten geht dies über eine Symmetrieachse, d.h. man zeichnet nur eine Hälfte auf, knickt den Karton an der Mittelachse und überträgt so die 2. Hälfte exakt symmetrisch.
Dieser Köcher ist ca. 50 cm hoch und der Lochabstand beträgt 1,5 cm.
Der individuellen Gestaltung sind natürlich keine Grenzen gesetzt.
Die Schablonen werden dann auf das Leder übertragen.
 

Bild 02
Die Teile werden aus dem Leder ausgeschnitten und gelocht.
Beim Lederzierbesatz muss beim Lochen der Versatz durch die Biegung des Leders berücksichtigt werden!
Deshalb zuerst nur den Zierbesatz lochen und die Löcher im gebogenen Zustand auf das Köchervorderteil übertragen!
Bild 03
Nun werden die Kanten des Leders mit einem Kantenschneider gebrochen.

Bild 04
Mit spezieller Lederfarbe wird kann das Leder beliebig eingefärbt werden
Bild 05
Um das Leder zu versiegeln und geschmeidiger zu machen, werden die gefärbten Einzelteile noch mit Schuhcreme oder wie in diesem Fall mit speziellem Antik-Finish behandelt und aufpoliert.
Bild 06
Hier noch mal alle Einzelteile vor dem Zusammenbau:
Vorderteil, Rückenteil, Zierbesatz, Boden, 4 Lederriemen 1m lang, 2 Lederriemen 2m lang, 2 Ringe, 5 Hohlnieten, 3 Zierrosetten, 2 Lederstreifen als Ringbefestigungen, 2 kurze Trageriemen für Gürtel bzw. 1 langer Trageriemen für die Schulter
Bild 07
Mit einem 1m-Riemen werden die Trageringe an das Rückenteil genäht. Der Riehmen wird jeweils auf der Innenseite verknotet.
Bild 08
Nun wird der Zierbesatz aufgenietet, wobei in diesem Beispiel dazu 5 Hohlnieten und 3 Zierrosetten verwendet wurden.
Bild 09
Mit einem 1m-Riemen werden gleichzeitig der Boden, Vorder- und Rückenteil miteinander vernäht und wieder auf der Innenseite verknotet.
Bild 10
Nun werden die beiden Seitennähte mit je einem 2m-Riemen erstellt
Bild 11
Die fertigen Seitennähte
Bild 12
Die Riemen werden auf der Innenseite verknotet, aber noch nicht abgeschnitten, da sie für die Inneneinteilung noch benötigt werden.
Bild 13
Nun werden am Zierbesatz die beiden Ziernähte mit je einem 1m-Riemen erstellt.
Bild 14
In die untere Ziernaht werden die beiden 2m-Riemen für die Unterteilung mit eingeknotet
Der fertige Köcher

Story von Achim und Manuela Reutlinger
Bauanleitung Köcher zur Verfügung gestellt von Tobias Wechselberger
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