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Zunächst locker eine Anfangsschlaufe bilden, danach die Nadel durch das Gewebe nach der vorgegebenen Formel zunächst nach links führen, den Faden durchziehen und dann wieder nach dem Rest der vorgegebenen Formel nach rechts führen und den Faden wieder durchziehen Diese Technik bezeichne ich als Hin- und Herstichtechnik. Sie ist sehr mühselig und zeitraubend. Schneller und einfacher geht es für die meisten Sticharten mit der so genannten „Daumenfangtechnik“. |
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… die Anfangsschlaufe wird so zwischen Daumen und Zeigefinger gelegt, dass das kurze Fadenende nach rechts und das lange nach links zeigt. |
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… und wird von links nach rechts um den Daumen gelegt, … |
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… und hinter dem Daumen über die Anfangsschlaufe geführt. |
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Jetzt haben wir folgende Anfangsposition:
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Mit der Nadel stechen wir von vorne in die hintere Daumenschlaufe, |
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… anschließend die Nadel von hinten in die vordere Daumenschlaufe stechen und unter den Arbeitsfaden führen. |
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Den Daumen aus der vorderen Daumenschlaufe lösen und diese zu der hinteren Daumenschlaufe nehmen. Ich empfehle, nicht die zurückgelegte Daumenschlaufe an dieser Stelle och mal extra festzuziehen. Das würde ein zu festes Maschenbild ergeben. |
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Während Nadel und Faden durchgezogen werden, die Schlaufen zwischen Daumen und Zeigefinger mit mäßigem Druck halten. |
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Ist der Faden ganz durchgezogen, hat sich eine neue Daumenschlaufe gebildet. |
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Hinter dem Daumen sehen wir:
(Ein Hinweis im Vorgriff auf weitere Stichvarianten für die Fortgeschrittenen: Wir könnten ab jetzt mit 2 hinteren Daumenschlaufen arbeiten.) |
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Wenn man den Vorgang aus Bild 6 bis 10 ständig wiederholt, … |
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… hat man anschließend hinter dem Daumen nebenstehendes Maschengefüge. |
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Hier ein vom Daumen genommener Anfang in der zuvor beschriebenen Daumenfangtechnik. Die Daumenmasche kann sicherheitshalber etwas größer gezogen werden. Würde man den Anfang wieder auf den Daumen setzen, indem der Daumen von vorn in die erste Masche gesteckt wird, die Daumenmasche wieder anzieht, wäre die erste Masche die vordere Daumenmasche, die weiteren Maschen wären die hinteren Daumenmaschen und der Arbeitsfaden würde nach links gelegt und es könnte munter weitergehen. So kann an jeder beliebigen Stelle die Arbeit vom Daumen genommen werden und später wieder aufgenommen und weitergearbeitet werden. Hat die Schlaufenkette die richtige Länge erreicht, empfiehlt es sich zunächst, die Kette noch mal wieder lang zu ziehen um die Maschen zu strecken. Das Maschenbild wird dadurch gleichmäßiger. In unserem Beispiel werden wir 50 Maschen zu einem Ring schließen, damit anschließend in Spiralreihen weiter gearbeitet werden kann. |
Die Spirale
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Ist unsere Schlaufenkette lang genug wird die gleiche Stichart fortgesetzt, mit dem Unterschied, dass jetzt auf den Anfang der Schlaufenkette (oder muss ich Ende sagen?) aufgenäht wird. |
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Hier ist die Schlaufenkette vom Daumen abgenommen und zum Ring gelegt. |
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In die ersten beiden obenliegenden Schlaufen der Vorreihe einstechen. Die Anfangsschlaufe (Anfangsknoten) wird dabei übergangen. |
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Nun geht der Stich weiter wie zuvor in der Schlaufenkette. |
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Die Nadelbindearbeit wird jetzt derart fortgesetzt, dass immer zuerst in die nächste freie Schlaufe der Vorreihe und in die zuletzt benutzte Schlaufe der Vorreihe eingestochen wird. Beide Schlaufen werden also mit auf die Nadel genommen, sie sind durch die aktuelle Daumenschlaufe getrennt. Danach wieder die hintere Daumenschlaufe usw. nach der jeweiligen Stichart, bis alle Schlaufen auf der Nadel sind. |
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Alle Schlaufen befinden sich jetzt auf der Nadel
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Hier ist die Nadelbindearbeit vom Daumen genommen, nachdem die zweite Reihe vollendet ist. |
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Zunehmen und Abnehmen |
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Will ich zunehmen, arbeite ich die neue Schlaufe allein in die zuletzt gebrauchte Schlaufe der Vorreihe. Das bedeutet, ich arbeite in eine Schlaufe 2 Stiche.
(Unter Umständen auch mehr) |
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Wenn die Arbeit in diesem Stadium einmal unterbrochen werden soll, empfehle ich alle Schlaufen auf die Nadel zu nehmen und die Nadel in der Nadelbindesache stecken zu lassen. |
Der Anfang aus der Mitte
Hier wird gezeigt, wie der Anfang einer Spirale aus der Mitte gearbeitet wird.
Es wird mit einem einfachen Stich eine kurze Schlaufenkette gebunden, zu einem kleinen Ring geformt, auf dem unter ständiger Stichzunahme in Spiralform weitergearbeitet wird.
Wir haben einen runden Anfang.
Wird der Anfang aus der Mitte mit einer Schlaufenkette begonnen, die nicht zum Ring geformt wird, sondern wo um die Schlaufenkette herum gearbeitet wird, erhalten wir einen ovalen Anfang.
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1. Runder Anfang Zu Anfang wird eine kurze Schlaufenkette mit 6 Stichen gearbeitet, ....
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...die dann ebenfalls zu einem Ring geschlossen wird.
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In die Anfangsschlaufe der Vorreihe werden jeweils 3 Stiche gearbeitet. Danach wird die Spirale begonnen, indem wir auf die kurze Anfangsschlaufenkette aufnähen. Wir arbeiten viermal jeweils 3 Stiche in jede Schlaufe der Vorreihe. Im nebenstehenden Bild ist zu sehen, wie der 2. Stich in die Anfangsschlaufe gearbeitet wird. Die Zunahme in den weiteren Reihen richtet sich danach, wie spitz oder weniger spitz das Nadelbindestück werden soll. Hier ist ständiges Anpassen an eine Vorlage sinnvoll.
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Beispiel für einen Anfang aus der Mitte, bei dem soviel Stiche zugenommen wurden,
dass eine flache Scheibe entstand.
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2. Ovaler Anfang Wollen wir einen länglich ovalen Anfang machen, nähen wir auf die Vorder- und Rückseite der Anfangsschlaufenkette auf. An den Enden nehmen wir jeweils 6 Stiche zu. (Für jede Ecke des imaginären Rechtecks 3 Stiche) |
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Detailansicht von einem ovalen Anfang. |
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Detailansicht von dem Stich (U)U(U)OO/UUOO |
Das Verbinden der Fäden
Irgendwann ist unser Arbeitsfaden verarbeitet, wird immer kürzer und ein neuer Faden soll angestückt werden.
Hierzu stelle ich 3 Methoden vor, diese unterscheiden sich durch die Filzeigenschaft des Fadens nach:
1. Fadenmaterial ist filzbar
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In der Regel werden Nadelbindesachen aus reiner Wolle gearbeitet. In unserem Beispiel ist es selbstgesponnene und zweifädig verzwirnte Schafwolle. |
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... und die aufgespleissten Enden so ineinander geschoben, dass die Einzelfäden ineinander greifen. |
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... zum Filzen angefeuchtet. Mit erst mäßigem dann festerem Druck die Verbindungsstelle zwischen den Handflächen reiben. Die dabei entstehende Wärme ist beabsichtigt und unterstützt den Filzvorgang. |
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Zur Überprüfung ob die Filzstelle haltbar ist, streiche ich vom neuen Faden in Richtung Nadelbindearbeit. Sind noch lose Fadenenden vorhanden, ist nicht ordentlich verbunden. Eine kurze Zugprobe gibt Aufschluss über die Festigkeit der Verbindungsstelle. |
2. Fadenmaterial ist bedingt filzbar
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Haben wir z.B. Heidschnuckenwolle mit Grannenhaar oder Wolle mit nicht filzbaren Polyesteranteilen, empfiehlt sich die Methode, bei der nur ein Fadenende gespleisst wird und die gespleissten Einzelfäden kreuzweise um das andere Fadenende gewickelt werden. |
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Alter und neuer Faden werden ein paar Millimeter übereinander gelegt und die gespleissten Fäden so wie abgebildet zwischen Daumen und Zeige- bzw. Ringfinger gehalten. In der Hand liegt der "alte" Faden, rechts der "neue". |
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... bis die Einzelfäden komplett aufgewickelt sind. |
3. Fadenmaterial ist nicht filzbar
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Der alte Faden wird aus der Nadel genommen und bleibt als alter Arbeitfaden links vom Daumen lose hängen. Er wird auf eine Länge gekürzt, die zum Verstopfen ausreicht. |
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Der neue Faden wird in die Nadel eingezogen. Mit der vom alten Faden noch bestehenden vorderen Daumenschlaufe wird ein normaler Stich gearbeitet. Eine neue vordere Daumenschlaufe kann sich nicht bilden, weil alter und neuer Faden nicht verbunden sind. |
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Derselbe Stich wird noch einmal durch dieselben Schlaufen wiederholt. |
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Nachdem dieser 2. Stich in die gleichen Schlaufen vollendet ist, hat sich die vordere Daumenschlaufe wieder gebildet.
Jetzt kann normal weitergearbeitet werden. |
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Wenn sich lose Fäden in der Nähe der Stelle befinden, wo gerade gebunden wird, haben diese die unangenehme Eigenschaft sich gerne mit dem Arbeitsfaden zusammen in die Schlaufen einzumogeln. |
Quelle:
Text und Bilder der Anleitung von Bernhard Dankbar (www.nadelbinden.de.vu)
von Manuela und Achim Reutlinger