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Kunst und Handwerk

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(Seite 6)

Das Schmieden einer Lanzenspitze

Schritt 5

   

Nun beginnt der 5. und letzte Arbeitsschritt, das Rollen der Tülle. Hierfür benötigt man ein Gesenk auf dem Amboss, so dass die Tülle vorgerollt werden kann. Das Gesenk ist auf dem folgenden Bild zu erkennen:

 

Mit dem Rollen selbst beginnt man am Ende der Spitze. Hierfür benötigt man wieder die zuvor beschriebene Zange. Hierbei wir die Spitze leicht im Gesenk hin und her gedreht, so dass die Tülle sich gleichmäßig einrollt.

 

Auf dem folgenden Bild ist zu erkennen, wie der Anfang der gerollten Tülle aussehen muss:

 

Nun arbeitet man sich mit dem Hammer zum Ende der Tülle vor, bis diese die vorgerollte Form hat, was auf den folgenden Bildern zu erkennen ist:

 

 

Nun wird die vorgerollte Tülle von der Spitze zum Ende hin fertig gerollt. Hierfür benötigt man das Gesenk nicht mehr:

 

 

Wie zu erkennen ist, wird die Tülle hin und her gerollt und mit einem halbrunden Hammer bearbeitet. Dass die Tülle eine konische Form erhält, wird nun ein ebenfalls konischer Dorn verwendet, um den die Tülle herumgetrieben wird. Dieser Dorn kommt zum Einsatz, wenn der Anfang der Tülle an der Spitze bereits gerollt wurde:

 

 

Während dieses Arbeitsschrittes muss die Tülle mehrmals erwärmt werden, daher ist es erforderlich den Dorn vorher zu entfernen. Der Dorn selbst wird beim Schmieden ebenfalls warm und sollte abgekühlt werden, was das folgende Bild veranschaulicht:

 

Die Tülle ist nun fast fertigt und über den Dorn zusammengerollt worden:

 

Die Tülle kann nun ohne Dorn vorsichtig mit Hammerschlägen geschlossen werden, was das folgende Bild veranschaulicht:

 

Nun ist es geschafft, die Lanzenspitze ist geschmiedet. Da sie zum Schaukampf benutzt wird, muss nur noch die Spitze gestaucht werden, was man dadurch erreicht, dass die warme Lanzenspitze in einem Schraubstock eingespannt wird und dann von oben mit dem Hammer gestaucht wird. Die fertige Lanzenspitze im Rohzustand sieht dann so aus:

 

 

 

Eine spitze Lanze sieht im Rohzustand dann wie folgt aus:

 

 

Zusammenfassung

Die Lanzenspitze muss nun noch geschliffen und poliert werden, denn eine blanke und saubere Oberfläche ist der beste Schutz vor Rost!!!

 

Wie auf dem oberen Bild zu erkennen ist, kann die Tülle vor dem Aufstielen am Ende noch durchbohrt werden, um dann auf dem Stiel mit einem Kupferniet befestigt zu werden.
Bei dieser Darstellung des Schmiedens einer Lanzenspitze haben wir natürlich nicht jedes Mal erwähnt, dass das Material stets die richtige Temperatur haben muss. Wenn der Stahl zu kalt wird, dann wieder ab damit ins Schmiedefeuer. Das Schmieden einer solchen Lanzenspitze nimmt ca. 1,5 Stunden in Anspruch, wenn man etwas Übung hat. Das Schleifen und Polieren noch mal ca. 2,00 Stunden.

Und zum Ende des Schmiedens nicht vergessen, den Amboss zu säubern

 

von Achim Reutlinger

 

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