
Kunst und Handwerk

Beitrag downloaden als geht HIER
Adobe Reader downloaden geht HIER

Mittelalterliche Gürteltasche
Da die mittelalterliche Kleidung keine eingearbeiteten Taschen besaß, wurden verzierte Taschen, wie etwa ein Almosenbeutel, oder auch andere Taschen getragen. Jagd- und Gürteltaschen wurden ab dem Spätmittelalter zur Beliebtheit, wobei diese ausschließlich von Männern getragen wurden.
Als Zeichen der Wehrhaftigkeit und des Stolzes trug man dazu auch öfter einen Dolch. Dieser wurde hinter die Tasche geschoben und somit befand er sich direkt am Körper.
Am Gürtel getragene Taschen sind vor dem 13. Jahrhundert nur schwer nachweisbar und erst ab der Mitte des 14. Jahrhunderts scheint sich die allgemeine Mode bei Männern einzubürgern. Besitzen die frühen Taschen noch eine halbrunde D-Form, tauchen gegen Anfang des 14. Jahrhunderts vermehrt Taschen mit stärkerer Betonung der seitlichen Geraden auf. Parallel entwickelt sich, mit erstmaligem Auftauchen gegen Mitte des 14. Jahrhunderts, eine Variante der D-Form mit eingeschnürtem Bauch, die so genannte "Nierenform", die sich im späten Mittelalter allgemeiner Beliebtheit in ganz Europa erfreut.
Bevor es mit der Bastelarbeit losgeht, möchte ich mich noch bei Wolf Zerkowski bedanken, der mir freundlicherweise Text und Bilder der Nähanleitung zur Verfügung stellte.
Unter www.gewandungen.de könnt ihr noch andere interessanten Sachen finden.

Nähanleitung:
Hier die Anleitung zum Nähen einer Gürteltasche, wie sie im 15. Jahrhundert
in der Form weit verbreitet war.
Da die Größen variieren können, gibt es keine Maßangaben.
Druckt euch das pdf (unter "Downloads") einfach aus und vergrößert es oder versucht,
das Ganze Freihand nachzuzeichnen.
Als Material eignet sich z.B. Rindsleder von etwa 1-2 mm Stärke.
Die Tasche besteht aus drei Teilen,
wobei das große Teil den Rücken und den Taschendeckel in einem bildet.
Man näht einen ca. 3 - 4 cm breiten Streifen zwischen den Teil,
der später das Hinterteil der Tasche bildet und dem Vorderteil.
Wie immer Rot an Rot und Blau an Blau.
Hierbei sollte man wendenähen, also so, dass die Naht innen sitzt (einfach nähen, am besten im Sattlerstich und dann umkrempeln).
Wenn das geschehen ist, knickt man den Taschendeckelteil nach vorne um
und vernäht das Ganze entlang der Nahtlinie.
Dabei kann man gerade nähen oder einen Zierstich machen, je nach Geschmack.
von Manuela Reutlinger
|