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Mythen und Wirklichkeiten

Vlad III - Herrscher der Walachei

Wer hat sich nicht schon einmal gefragt, wie Bram Stoker auf Dracula gekommen ist? Woher hat er die Inspiration bekommen? Draculas Geschichte kennt wohl jeder, doch wer kennt die Hintergründe dazu? In diesem Beitrag möchte ich berichten, was dahinter steckt. Die Informationen stammen aus verschiedenen Quellen (siehe unten), die sich ein wenig unterscheiden. Zusammengefasst habe ich das Wichtigste und Eindeutigste.

Es gab im Jahre 1456 in Rumänien, damals wurde die Gegend „Walachei“ genannt, einen Herrscher mit dem Namen Vlad Tepes. Er herrschte unter dem Namen Vlad III. Seine sagenumwobene Grausamkeit war für die damalige Zeit nichts Besonderes. Er verschaffte sich dadurch sehr viel Respekt und wurde von seinen Untertanen gehasst. Seine grausamen Taten werden bis heute als „vampirisch“ eingestuft, weil

  • er angeblich das Blut seiner Opfer trank,
  • er Menschen ohne Gnade tötete,
  • er als Einzelgänger fast ohne Unterstützung herrschte,
  • er einer der grausamsten Herrscher seiner Zeit war.

Vlads Geburtsort

Vlad Tepes (tepes = „Der Pfähler“; Den Namen erhielt er nach seinem Tode durch seine Feinde) wurde im Jahr 1431 in Schässburg, einem ehemaligen Fürstentum in den Karpaten an der Donau, in der Nähe der Walachei geboren. Eine andere Quelle besagt, dass er dort zur Welt kam, sei nur eine touristisch vermarktete Behauptung, denn es gäbe keinerlei Belege dafür, dass es tatsächlich sein Geburtsort ist. Das Haus, in dem sein Vater für kurze Zeit gelebt haben soll, wie rumänische Reiseführer behaupten, ist erst nach dem großen Stadtbrand im Jahre 1676 gebaut worden.

Vlads Vater, Vlad Dracul

Sein Vater war Vlad II., der dem Drachenorden angehörte. Dadurch bekam er den Beinamen „Dracul“. Das Symbol des Drachenordens war eine geflügelte Schlange, das Symbol des Teufels in der rumänischen Volkskultur. Fälschlicherweise wird der Name „Draculea“, den Vlad III. nach dem Tod seines Vaters als Beinamen bekam, mit „Der Sohn des Teufels“ übersetzt, weil im Rumänischen „Drac“ im modernen Sprachgebrauch zwar „Teufel“ heißt, im Mittelalter aber ein Synonym von "dragon" (Drache) war. Deshalb bedeutet es soviel wie „Der Sohn des Drachen“.

Vlads Kindheit

Vlad III. hatte eine traumatische Kindheit. Sie war ausschlaggebend dafür, dass er sehr sadistisch wurde. Mit 13 Jahren übergab ihn sein Vater den Türken als Geisel. Dort bildete man ihn in der Kriegskunst aus. Die Türken gaben ihm, mit der Nachricht über die Ermordung des älteren Bruders Mircea II., die Freiheit zurück. Daraufhin baute er sein eigenes Heer auf. Seinen Traum von der Herrschaft über die Walachei erfüllte sich Vlad Tepes 1456. Zu Ehren seines nun verstorbenen Vaters erhielt er zu diesem Zeitpunkt den Beinamen „Draculea“ (siehe weiter oben).

Vlads Sadismus

Zu der Zeit entstand die Legende vom Sadismus des Vlad III. Er regierte von 1456 bis 1462 in der Walachei und war angeblich für mehr als 100.000 Tote verantwortlich. Seine Grausamkeit und seine Skrupellosigkeit wurden in mehreren Dokumenten verdeutlicht. Diverse Einzelheiten über die Tötung seiner Gegner wurden dort aufgezeichnet. Eine seiner beliebtesten Methoden war es, die Körper der Feinde auf Holzpfähle aufzuspießen. Das Pfählen wurde bei Feinden und Kriminellen angewendet. Zur Abschreckung und Eingrenzung von Straftaten ließ er Gepfählte in der Stadt anprangern, damit jeder sehen konnte, was ihm drohte, sollte er stehlen, lügen oder gar töten.

Aus einem türkischen Buch über Vlads Tötungsmethode:

... die Spieße von Holtz mit Unschlitt oder Talk ... man bindt solchen Übeltätern Sailer an die Füße, stößt ihnen den Spieß zu dem hinteren Leib hinein... Zuerst aber kniet der Delinquent mit in den Staub gedrücktem Haupte nieder, die angezogenen Oberschenkel gekreuzt; ... und die Bahn hinreichend eingefettet, der Pfahl, aber nicht angespitzt, sondern abgestumpft, ... die Organe beiseiteschiebt, und wird fünfzig bis sechzig Zentimeter in den Mastdarm eingeführt, dann mit dem Delinquenten senkrecht aufgerichtet. Und der Körper mit seiner Schwere drückt Mann oder Weib hinab, und langsam dringt der Pfahl durch den Körper, sucht den tödlichen Weg.

Überzeugt von der Wirksamkeit seiner Gesetzgebung, platzierte Vlad auf dem Marktplatz Târgoviştes eine goldene Schale. Diese Schale durfte von jedem benutzt werden, um den Durst zu stillen, musste aber auf dem Marktplatz verbleiben. Entsprechend den vorhandenen historischen Quellen wurde diese Schale zu Vlads Herrschaftszeiten niemals gestohlen. Verbrechen und Korruption waren weitgehend verschwunden; Handel, Kultur florierten, und viele Rumänen sahen Vlad Draculea zu ihrer Zeit als Helden an – für sein unerbittliches Beharren auf Ehrlichkeit und Ordnung.
Eine weitere Tötungsmethode war das Verbrennen und Häuten der Gefangenen. Draculea genoss die Qualen und die Folterungen sehr.

Blutiges Abendmahl

Nach einem Sieg pflegte Vlad immer eine Abendmahlzeit mitten unter seinen mit dem Tode ringenden Opfern einzunehmen, von denen viele gepfählt worden waren. Gelegentlich soll er sein Brot in das Blut der Widersacher getunkt haben, um es dann zu essen. Es wird erzählt, dass einmal während einer solchen widerwärtigen Szene ein geladener Edelmann, vom Ekel gepackt, sich die Nase zuhalten wollte. Vlad, der darin eine Respektlosigkeit zu erkennen glaubte, befahl, ihn sofort zu pfählen. Der vorgesehene Pfahl sollte höher als alle anderen sein. Als er seinem makaberen Sinn für Humor folgend zuschaute, wie sich der Pfahl in den Körper bohrte, höhnte Vlad noch, dass er sich deshalb entschieden habe, ihn besonders hoch aufzuspießen, damit er von den anderen Toten ringsherum keine Pestilenz bekäme.

Quelle: Buch "Terra mystica - Die letzten Rätsel unserer Welt"; Weltbild-Verlag

Die Gefangenschaft

Im Jahr 1462 geriet er durch Verleumdungen und mehrfachen Verrat unter Matthias Corvinus, dem König von Ungarn, in Gefangenschaft auf der Festung Visegrád. Diese Gefangenschaft wurde nach zwölf Jahren durch die Konvertierung Vlads zum Katholizismus und Heirat der Schwester des Königs wieder aufgehoben.

Draculeas letzte Jahre und sein Tod

Draculea eroberte dann für eine sehr kurze Zeit den Thron in der Walachei zurück. Es war im Jahr 1475, als der König von Ungarn ihm ein Heer zur Verfügung stellte, um die Walachei zurück unter seine Kontrolle zu bringen. Im Jahre 1476 herrschte er dann wieder über sein Reich. Die Herrschaft dauerte aber nur ein paar Monate an. Vlad III. wurde wenig später mit seiner 300köpfigen Leibgarde (darunter ca. 100 moldauische Soldaten) von den Türken überrascht und gefangen genommen. Ein einziger moldauischer Soldat konnte entfliehen, die anderen wurden alle aufgespießt. Im Dezember des Jahres 1476 oder im Januar 1477 enthauptete man Vlad Tepes. Sein Kopf wurde in Honig eingelegt und nach Konstantinopel gebracht, seinen Körper schaffte man nach Snagov.

Eine andere Quelle berichtet, dass Vlad III. bei seinem letzten Kampf zu Tode gekommen sein soll. Dort hatte er sich als Türke verkleidet, um seinen Feind aus dem Inneren heraus angreifen zu können. Um seine Verkleidung zu testen, näherte sich Draculea seinen eigenen Soldaten, die ihn tatsächlich für einen Türken hielten und ihn dann umbrachten. Sein Kopf wurde abgeschlagen und in das türkische Lager geschleudert. Die begeisterten Türken sahen, dass es der Kopf ihres allergrößten Feindes war und brachten ihn aufgespießt auf eine Stange nach Konstantinopel.

Vlads zerstückelter Leichnam soll später von einer Pilgergemeinschaft aus Snagov über Istanbul (Konstantinopel) nach Bulgarien in ein Kloster mit dem Namen Sveti Georgi (Heiliger Georg) gebracht worden sein. Doch beides, der Verbleib des Kopfes sowie des Körpers, hat sich in Nichts aufgelöst. Bislang konnte nicht einmal die Existenz dieses Klosters bewiesen werden.
Vlads Überreste sind in Wirklichkeit verschollen. Woher heute die Historiker den wirklichen Toten, also die Knochen, nehmen wollen, ist schleierhaft.

Quellen:

© Tommy Tohang

 

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